2004

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Ich hörte das laute, monotone piepen meines Weckers. Es war qual und befreiung zugleich. Ich spürte die Angst vor dem heutigen Tag. Ob heute ein besonderer Tag seie? Nein, das ist er nicht. Dies ist lediglich mein Alltag. Als ich ins Bad ging spürte ich wie schwer mir jeder einzelne Schritt fiel. Im Spiegel sah ich nur ein lebloses Gesicht. Auf dem Weg zur Schule bemerkte ich bereits die spöttischen Blicke der anderen, hörte ihr Gelächter und musste mir wieder verkneifen ihnen nich den Schädel einzuschlagen. Doch morgen würde alles anders werden. Ich würde in die psychatrische Anstalt kommen und dort würde ich lernen dieses Gefühl zu vergessen. Zumindest wurde mir das gesagt. Kurz vor meinem Klassenzimmer spürte ich wie etwas harte mich am Hinterkopf traf und hörte das Gelächter. Dieses verstummte jedoch und entsetzte Blicke starrten mich an, als ich demjenigen der es geworfen hatte einen Schlag verpasst hatte und ihm damit die Nase brach. Volltreffer. Mir war bewusst das dies Konsequenzen haben wird, jedoch war mir das total Gleichgültig. Der Schultag begann mit Geschichte eines der einfachsten, jedoch langweiligsten Fächer. Doch allemal besser als der Rest der mir heute bevor stehen würde, denn als nächstes Stand eine Doppelstunde Sport vor mir. Ich war sehr gut in Sport, hatte nur Einsen und war auch im allgemeinen ein sehr sportlicher Mensch und doch hatte ich Angst davor, vor den Blicken und Kommentaren der anderen, davor meine Narben zu zeigen. Als ich fast die Turnhalle erreicht hatte hörte ich die Stimme des Direktors: ¨Marcel kommst du mal bitte eben mit mir?¨. Genervt drehte ich mich und folgte ihm in sein Büro. Dort begann er das Gespräch: ¨Marcel so kann es nicht weitergehen. Das ist jetz der vierte Vorfall diesen Monat. Wenn es so weitergeht wirst du deinen Realschulabschluss nicht an dieser Schule beenden können.¨ ¨Und weiter?¨ ¨ Nichts und weiter, wenn das nicht aufhört sehe ich mich gezwungen dich von der Schule zu schmeißen! Die Eltern beschweren sich schon das du eine Gefährdung für das Allgemeinwohl wärst!¨ ¨Wenigstens sind wir da einer Meinung¨. Ich wartete nicht auf seine Antwort sondern stand auf und ging. Die nächste Stunde hatte bereits begonnen. Ich verbrachte sie größenteils damit über meinen Traum nachzudenken. Es war 2004, ich war damals gerade 5 Jahre alt. Ich hörte meine Eltern streiten, dies war zu dem Zeitpunkt nichts besonderes mehr, doch diesmal hörte es sich heftiger an. Als ich langsam die Treppen runterschlich hörte ich meine Mutter weinen. Ich sah wie meine Mutter blutend am Boden lag und mein Vater auf sie einschlug. Ich versuchte ihn wegzuziehen, doch bekam dafür nur einen Schlag in mein Gesicht. Ich lag halb ohnmächtig unter dem Küchentisch als ich die Nachbarn hörte wie sie versuchen die Haustür aufzubrechen. Auch sie hatten alles über den Gartenzaun, durch die Terrasentür gesehen und hatten begriffen was passierte. Als ich nun da am Boden lag schwor ich mir das ich das Leben dieses Mannes zur Hölle auf Erden machen werde, bevor ich ohnmächtig zu Boden sank.

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⏰ Last updated: Mar 10, 2016 ⏰

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