Vorab: Mal eine SELTENHEIT. Ich schreibe mit dem Ich-Erzähler. Es wird hauptsächlich aus Lynns Sicht geschrieben, aber ab und zu, damit es nicht zu verwirrend wird, wird vermutlich auch mal aus Stevens PoV berichtet.
*hust*
Nun viel Spaß mit Kapitel numero uno!
_____________________________________
Steven PoV
Ich und Rick saßen gemeinsam auf dem Sofa und sammelten Ideen für ihr nächsten Zehn Arten Video, als es klingelte. Hoffentlich war die Pizza endlich da.
"Geh du", meinte Rick und starrte gelangweilt Löcher in die Luft.
"Du stehst heute gar nicht mehr auf, oder?", sagte ich darauf nur und grinste, ging dann aber zur Tür und drückte den Knopf, um den Pizzamann an der Haustür des Wohnhauses aufzumachen. Dann öffnete er die Tür und wenig später kam ein Mann die Treppen hoch – aber nicht mit typischer Liefer-Kleidung. Irgendwie ja schon – es war ein Postbote, der ein Paket dabei hatte.
"Paket für Lynn Hanig, sie ist wohl gerade nicht da", meinte dieser nur und drückte mir den braunen, kleinen Karton in die Hand und wollte eine Unterschrift auf diesem Gerät. Etwas verwirrt unterschrieb ich und der Postbote ging, er ging in die Wohnunung zurück.
"Hast du die Pizzen?", fragte Rick, man hörte den Hunger in seiner Stimme.
"Ehm, nein... aber ein Paket für die Nachbarin", antwortete ich auf die Frage.
"Die, die man nie zu Gesicht bekommt oder die heiße?", auf einmal war er ganz Ohr.
"Erstes", ich musste grinsen und legte das Paket auf den Sofatisch, damit ich es später nicht vergaß.
"Dann wissen wir wenigstens mal, wie sie aussieht"
"Jup", wieder klingelte es und wieder ging ich zur Tür. Dieses Mal war es wirklich der Pizzabote, ich zahlte und nahm die Pizzen mit ins Wohnzimmer, wo sich Rick sofort aufsetzte als er sie roch.
"Lass uns zehn Arten von Postboten oder so machen. Hab schon vier im Kopf", ich stellte die Kartons auf den Tisch, setzte sich und wir begannen zu essen.
"Na dann schreib die mal auf, dann schauen wir ob wir das machen", meinte Rick dazu und stopfte die Pizza nur so in sich rein. Dann schrieben wir mehrere Arten von Postboten auf.
"Okay. Ich mach mich gleich ans Skript und morgen drehen?", schlug ich vor und er nickte, "gut"
Wir arbeiteten zusammen am Skript und aßen die Pizza. Gleichzeitig achtete ich darauf, ob die Nachbarin nachhause kam.
Am Abend, als Rick schon in seine Wohnung gegangen war und ich nichts zu tun hatte, nahm ich das Paket und ging nachsehen, ob sie schon wieder zuhause war. Ich klopfte an die Tür und wartete auf eine Reaktion, ich hörte Schritte in der Wohnung, da öffnete sich die Tür.
"Ja?", eine kleine Frau stand in der Tür und blickte zu mir hoch. Sie schien nicht mal eins sechzig zu sein. Aus mandelförmigen, bernsteinfarbenen Augen sah sie mich schühtern an, ihre hellbraunen Haare lagen gerade so auf ihren Schultern und sie trug eine weiße Strickmütze.
"Ehm, eh..", haspelte ich kurz, "Ich bin Steven, ich wohne direkt da. Meute Mittag hat der Postbote ein Paket für dich bei mir abgegeben"
"Ich bin Lynn, danke das du es angenommen hast", sie lächelte und nahm es von mir entgegen.
"Kein Problem", ich lächelte ebenfalls. Sie verabschiedete sich und schloss die Tür wieder. Kurz stand ich noch da, ging dann in meine Wohnung zurück.
Als ich auf meinem Bett lag um zu schlafen, ging mir Lynn immer noch nicht aus dem Kopf. Ich drehte mich auf die Seite und starrte die Wand an. Dieses süße, kleine Lächeln, und die Augen wie Bernstein, die vor meinem inneren Auge tanzten, hielten mich wach.
Am nächsten Tag drehte ich mit Rick das neue Video "10 Arten von Postboten". Dabei kamen viele Gags unter, und so ziemlich jeder konnte es nachempfinden. Danach machten wir noch in einem Video von Marti mit, waren dabei in beiden Wohnungen und ihm Treppenhaus nun nicht gerade leise.
Lynn PoV
Das bekam ich mit, grinste bei den bekloppten Sachen die sie riefen. Lange wohnte ich noch nicht hier, aber immer wenn ich die Jungs hörte, konnte sie später auf YouTube sehen, was sie da taten. Es war nicht zu überhören, dass sie YouTuber waren. Allerdings wollte ich noch einkaufen, weshalb ich mich anzog und meine Tasche nahm. Wie immer hatte ich meine weiße Mütze an, zog noch eine Sweatjacke drüber, ging dann ins Treppenhaus – wo ich geradewegs in den Dreh der Jungs stieß.
"Tut mir leid...", haspelte ich und lief schnell die Treppen runter. Auf der Straße angekommen sah ich zum Fenster auf meinem Stockwerk. Ja, ich war ziemlich schüchtern, weswegen ich lieber für mich war. Mit Mühe fummelte ich meine Kopfhörer aus der Jackentasche und hörte Musik. In weniger als zehn Minuten war ich beim Supermarkt angekommen und dachte nach, ob ich mir neben dem normalen Einkauf mal wieder etwas gönnen wollte. Ich dachte darüber nach, mal wieder zu backen, vielleicht konnte ich den Jungs auch was abgeben? Immerhin kannte ich hier noch kaum jemanden, und was ich so hörte klang wirklich witzig und durchgedreht. Im Inneren war ich ja nicht wirklich anders, nur brauchte ich eine Zeit um mich zu öffnen. Ich stand vor den Backzutaten und nickte dann, hatte vor Käsekuchen und Schokoladenmuffins zu machen.
Auf dem Rückweg summte ich zu Bon Jovi mit, der mir durch die Kopfhörer gute Laune verpasste. Wieder in meiner Wohnung angekommen begrüßte ich meine orange getiegerte Katze Krummbein.
"Na du olle Socke", meinte ich grinsend, als ich die Einkäufe in die Küche trug und die Katze mir folgte. Dann suchte ich alles zusammen was ich brauchte und begann mit dem Teig für die Muffins, da diese im Backofen nicht so langen brauchen würden. Nun hatte ich den kleinen CD-Player angemacht, in dem ein USB Stick steckte, denn ich liebte es, beim Kochen oder Backen Musik zu hören. Gerade lief Nirvana, wo ich gerne mitsang. Während ich den Teig vermischte schlängelte sich Krummbein um meine Beine und versuchte, sich etwas davon zu schnorren, aber das konnte die Kleine vergessen. Bald darauf schob ich die Muffins in den Ofen. Danach machte ich den Teig für den Käsekuchen. Noch immer versuchte die Katze etwas abzubekommen. Normal störte es mich nicht, doch als sie zu dem Teig auf die Anrichte sprang verscheuchte ich Krummbein, die sich beleidigt in ihren Katzenbaum im anliegenden Wohnzimmer verzog.
Als es soweit war zog ich die Ofenhandschuhe an und holte die Muffins heraus, tat dann den Käsekuchen in den Ofen. Damit ich nicht untätig rumstand, räumte ich etwas auf. Der Backofen meldete sich und ich holte den Kuchen raus und lies ihn ein wenig abkühlen, tat dann beides auf Teller. Kurze Zeit dachte ich nach. Sollte ich wirklich zu ihnen gehen? Ich wusste gar nicht, wie viele es waren. Tief atmete ich durch, nahm die Teller auf einen Arm (Like a Kellner, was mal mein Nebenjob war) und ging ins Treppenhaus. Mehrere Stimmen drangen aus Stevens Wohnung und ich klopfte. Ich zupfte nervös meinen Strickpulli etwas zurecht, als der Brillenträger mir schon die Tür öffnete.
"Hallo. Ich, ehm... ich hab Kuchen gebacken", ich grinste schief, denn ich beherrschte Konversationen mit Fremden nicht so gut.
"Cool", er grinste mich freundlich an, "willst du reinkommen?"
Ich nickte etwas schüchtern, er nahm mir einen Teller ab und wir gingen rein.
"Leute, es gibt KUCHEN!", brüllte er beinahe als wir das Wohnzimmer betraten, wo der Rest saß.
"Whoo!", rief Rick und sprang auf. Als er mich sah, legte er verwirrt den Kopf leicht schief, und auch die anderen wirkten kurz verwirrt, erinnerten sich dann aber wohl daran, wie ich mitten in ihren Dreh gelaufen war.
"Das ist Lynn, sie hat für uns gebacken", Steven lächelte und sah ermutigend zu mir, woraufhin ich etwas lächelte.
"Das ist nett", Marti lächelte. Steven und ich stellten Muffins und Kuchen auf den Tisch, dann folgte ich ihm in die Kücke und wir holten Teller und Gabeln.
"Wie lange wohnst du jetzt eigentlich hier?", fragte er mich, als ich die Gabeln annahm.
"Einen Monat ungefähr", murmelte ich.
"Du bist ziemlich schüchtern, oder?", er lächelte verständnissvoll, "du musst dir bei den Typen keine Sorgen machen. Die labern nur Scheiße, aber sind lieb"
"Alles gut", ich grinste etwas. Wir gingen wieder zu den anderen, die sich schon von den Muffins bedient hatten.
"Die schmecken klasse Lynn", Marti sah zu mir und ich musste lächeln. Steve und ich setzten uns zu ihnen, und ich aß natürlich auch. Immerhin wusste ich, dass mein Käsekuchen wundervoll war (überhaupt nicht eingebildet).
Tatsächlich waren die Jungs wirklich nett. Als ich meine Katze erwähnte, war Rick begeistert, er schien Katzen wirklich zu mögen.
"Wie heißt sie denn?", wollte er wissen.
"Weil sie fett, oder eher flauschig und orange getiegert ist, habe ich sie Krummbein genannt", meinte ich grinsend, woraufhin sie lachten.
"Harry Potter Fan?", fragte Marti.
"Harry Potter Freak", korrigierte ich mit einem Schmunzeln. Sie schienen mich wirklich zu mögen, nur Robin war irgendwie komisch.
Rick, Marti und Robin gingen bald in ihre Wohnung im Stockwerk über ihnen, während ich mich mit Steven noch unterhielt, und zwar über die Instrumente und die Bilder an der Wand, die ich gesehen hatte. Er spielte wirklich viele Instrumente.
"Spielst du auch welche?", fragte er mich, und ich nickte.
"Violine, Gitarre und Klavier", zählte ich auf, "also die typischen drei."
"Ist doch cool", er grinste.
"Was ist deine Lieblingband?", wollte er dann wissen.
"Das ist einfach. Pink Floyd"
Er lachte glücklich.
"Meine auch. Du bist echt cool", meinte er und grinste mich an. Da ich langsam wirklich hunger bekam, verabschiedete ich mich von ihm und ging in meine Wohnung. Ich zog die Mütze aus und fuhr mir durchs Haar, machte die Spaghetti von gestern warm und aß. Nachdem ich Krummbeins Näpfe aufgefüllt hatte, setzte ich mich auf das Sofa, wo sie sich bald dazugesellte. Ich kraulte sie sanft, machte den Fernseher an und schlief später vor diesem ein.
YOU ARE READING
Girl Next Door [YouTuber Berlin]
FanfictionDas Leben von Lynn Hanig ist kein Zuckerschlecken. Um von allem loszukommen zieht sie nach Berlin, um dort ihr Studium zu beginnen. Bald stellt sich raus, dass in dem Mehrfamilien Haus in dem sie lebt, unter anderem auch die Space Frogs wohnen. Wird...
![Girl Next Door [YouTuber Berlin]](https://img.wattpad.com/cover/60408395-64-k142052.jpg)