Der Spiegel zerbrach mit lautem Klirren. Fynn ließ langsam seine Faust sinken und musterte sie, Blut rann zwischen den Glasscherben hindurch. Mit der linken Hand fing der Weißhaarige an die Splitter aus der verletzten Hand rauszuziehen, fühlte dabei keinerlei Schmerz. Er fühlte gar nichts, stumpfe Taubheit umhüllte seinen Kopf. Von weit her vernahm er Klopfgeräusche, die erschreckend schnell lauter und klarer wurden.
"Fynn? Bist du da drinne? Ist alles in Ordnung?" Langsam nahm alles Gestalt an. Er war in den WC Räumen einer Bar, es erinnerte nur eher an einen schlechten Horrorfilm. Dreckige Wände, muffige Luft, flackerndes Licht und ein zerbrochener Spiegel, wobei letzteres ja sein Verdienst war.
"Mach auf!" Die Stimme wurde kräftiger. Fynn schloss die Tür auf und öffnete sie und Cass kam rein. Blond gefärbte Haare bis zu den Schultern, eine extrem enge Hose und ein passendes neongelbes bauchfreies Top, das ihre Körbchengroße D ein bisschen zu sehr betonte. Und sie war seine Ex.
"Oh mein Gott, was ist mit deiner Hand passiert? Das muss desinfiziert werden!" Sie zog seine Hand nach oben und wollte sie genauer untersuchen, Fynn zog sie jedoch enegrisch wieder zurück.
"Brauch ich nicht. Ich muss mich beeilen, Max wird mich sonst noch umbringen. Sie muss das Zeug so schnell wie möglich an den Boss weiterreichen."
"Ach komm", erwiederte Cass leicht eingeschnappt. Sie beugte sich verführerisch vor, Fynn zögerte. Der Ausblick auf ihre Oberweite war geradezu verführerisch, doch er besann sich wieder. Wenn Max das Zeug nicht innerhalb von den nächsten Stunden erhalten sollte, drohte ihnen allen Übles.
"Wann anders, Baby", mit diesen Worten schob Finn Cass zur Seite und machte sich auf dem Weg zum Unterschlupf, wo Max sich die meiste Zeit aufhielt. Ein still gelegte Fabrik, welche ihre Band für proben, essen und wohnen nutzte, sofern man Trommeln auf Plastikrohren und das zusammen schlagen von Metallstäben als Musik bezeichnen konnte.
Das Viertel in der die Fabrik lag war nicht shöner anzusehen als das in dem Fynn wohnte. Die kleineren Fabriken haben bereits schon vor Jahren zugemacht und standen nur noch unbenutzt rum. Abwässer der großen Fabriken wurden alle hierher umgeleitet die Luft war voll von Smog. Der Staat vertuschte alles, kein Bewohner aus der Oberschicht wusste von diesen Bedingungen in dem man leben musste wenn man erstmal abegrutscht ist. Und wenn man erst ganz unten angekommen war, gab es keinen Weg zurück.
Schon aus der Ferne konnte Fynn die Geräusche vom rhytmischen Trommeln hören, dazu die rauchige Stimme von Max. Wenn sie nicht gerade rumbrüllte klang ihre Stimme sogar schön. Vor der richtigen Fabrik angekommen, stemmte Fynn sich gegen die Flügeltüren und schob sie auf. In dem großem Lagerraum erkannte er schon die bekannten Gesichter, die Freunde von Max und sie selbst, die grad auf ihn zukam. Max hatte lange schwarze Haare und sehr bleiche Haut, welches sich gut ergänzte. schwarzer Kajal umrahmte ihre blauen Augen und ließ sie erstrahlen.
"Hey Adonis, hast dir ja viel Zeit gelassen. Du weißt was passiert wenn der Boss ungeduldig wird?"
Sie streckte ihre Hand aus und Finn ließ den Beutel reinfallen. "Gut gut. Ich hab deins dahinten, komm kurz mit." In einem der hinteren Räume angekommen zog sie Fynn am Kragen zu sich runter. "Hör mir gut zu", wisperte sie, "Der Boss hat einen neuen Mixer eingestellt. Ich kenne den Kerl von früher, er ist das reinste Böse. Findet es lustig Leute zu manipulieren, liebt es andere leiden zu sehen. Falls der Boss mich zwingt es zu nehmen bin ich komplett gefickt. Bitte Fynn.." So verwzeifelt hatte er sie noch nie gesehen. Wütend, ja. energisch, ja. Sogar Lebensfroh, trotz ihrer aussichtslosen Lage. Aber seit vielen Jahren das erste Mal so.
"Was bitte soll ich deiner Meinung denn machen? Wenn ich an deiner Stelle hingehe bin ich doch genauso gefickt." Es war nicht so das er nicht helfen wollte. Max hatte zwar eine raue Art, doch einen weichen Kern. Als er hier mit seiner Schwester ankam hatten sich zunächst alle anderen abgwendet, Neue sah man nicht gerne. Alle, bis auf Max. Sie hatte ihm geholfen einen Unterschlupf zu finden, in schwierigen Zeiten Essen gegeben und eine Stelle beim Boss organisiert.
"Das meine ich doch gar nicht. Du musst nur versuchen den Boss zu überzeugen, mir gegenüber ist er mittlerweile misstrauisch. Du hast dir aber noch nie einen Fehltritt erlaubt. Ich bitte dich, das ist meine einzige Chance.."
"Ich werde es auf jeden Fall versuchen. Auch wenn es das einzige ist was ich tun kann.."
"Vielen Dank, Adonis", sie verfiel wieder in ihre leicht spöttische Ausgangsstimmung.
"Hier sind die Sachen für deine Schwester, wünsch ihr alles Gute von mir." Sie überreichte Fynn einen Plastikbeutel mit gelbem Puder. Dann gingen sie wieder zu den Anderen, Fynn hob die Hand zum Gruß und ging durch die Eingangstüren hinaus.
"Ich hol dich dann ab!" rief Max ihm noch hinterher.
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Give me the Checkpoint!
Mystery / ThrillerDrogen sind keine Lösung, Kinder. Ob Puder, Kügelchen, Pillen oder als Getränk. Grün, weiß, rot, gelb, blau, pink oder schwarz. Sie bescheren zwar schöne Träume, doch sind die Nachwirkung kein guter Tausch. Darüber ist sich Fynn im klarem, doch d...
