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Unzählige Eiszapfen schossen aus dem Wald. Beim Ausweichen streifte einer Noirs Jackenärmel und riss diese auf, ein anderer Zapfen streifte Douze an seiner Backe.

-,,Alles in Ordnung?", fragte dieser Noir, der in der Hocke seinen Arm bemusterte.

-,,Immer doch.", antwortete er trocken, als er bemerkte, dass ein Loch in seinem dunkelgrauen Mantel war. ,,Irgend etwas ist faul.", fuhr er dann leise fort. ,,Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Fabrik von so wenigen überwacht wird."

Douze stimmte ihm gedanklich zu. ,,Dennoch kann es sein, dass dieser Zéro ein harter Gegner ist und deswegen keine anderen Psycher hier sind, abgesehen von den Beiden.", meinte er.

Plötzlich sprang die Frau wie eine Furie auf Douze, der sie von sich schmiss.

-,,Such den Sanscoeurs!", brüllte er während dem er versuchte die Frau auf Abstand zu kriegen.

Verdammt, dachte sich Noir, als er in den Wald rannte, Douze ist im Nachteil gegen sie.

Die Frau hüpfte hoch, um ihm einen Tritt zu verpassen, doch Douze packte sie am Knöchel und wirbelte sie wild umher, bevor er sie fliegen ließ, dann wartete er bis sie wieder aufstand. Er wusste, dass Strom gegen Eis keine Chance hatte, weswegen er auf seine Fäuste und Messer setzte.

Die Pupillen der unbekannten Frau leuchteten weiß auf, als sich an ihren Unterarmen scharfe Messer aus Eis formten, was Douze in den Verteidigungsmodus gehen ließ, indem er sich seine Messer vor das Gesicht hielt. Sie lief los und nahm aus, aber traf nur seine Messer, als sie mit einem Salto zurück sprang, rannte Douze auf sie los.

Mehrfach konnte sie ausweichen, was sie zum Gegenangriff nutzte, aber auch Douze ließ sich nicht unterkriegen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit sprangen Beide nach hinten, um Abstand zu nehmen. Beide waren sichtlich außer Atem.

-,,Du bist nicht schlecht.", verschwitzt und nach Luft ringend schaute sie in Douzes grüne Augen. ,,Es ist eine Schande für das Venusringprojekt dich verloren zu haben.".

-,,Danke, du bist auch nicht schlecht. Jedoch weiß ich, dass du nicht zum Venusringprojekt gehörst, sondern ein Experiment aus Japan bist.", lachte er ebenso nach Luft ringend, woraufhin sie Luft aus der Nase schnaubte. ,,Mir kannst du nichts vormachen, Erika.''

-,,Selbst du bist ein Experiment.", sagte sie in einer aggressiven Tonlage.

-,,Alle Psycher sind es, aber du und dein kleiner Bruder seid besonders. Dein Bruder war tot und wurde erfolgreich zu einem Sanscoeurs gemacht, wie absurd. So wie ich dich einschätze wolltest du ihn nicht alleine lassen und hast zugestimmt zu einem Psycher zu werden, obwohl du wusstest, dass du sterben könntest.'', meinte Douze, als er in Angriffsposition ging.

-,,Genug mit dem Spielchen.'', Erika biss sich wütend auf die Lippen und hüllte ihre Fäuste in Eis ein. Douze holte Anlauf und sprang auf die Fabrikmauer, die er gekonnt hochkletterte.
Oben angekommen wurde er schon von einer Welle aus Eiszapfen überrascht, schnell legte er sich flach auf den Boden und rollte unter diese hindurch, dabei verlor er seine zwei Messer. Als er sich aufstelle kam wieder eine Welle angeflogen, die er mit den bloßen Armen abwehrte. Einige Zapfen bohrten sich in sein rohes Fleisch, die er sich schnell keuchend herauszog. Klirrend fielen sie zu Boden, dann rannte er zu seinen Messern, als er sie jedoch aufheben wollte, wurde er von Erika unterbrochen, die ihm eine Eisklinge in seine ausgestreckte Hand jagte. Stöhnend zog er sich diese wieder raus und sprang mit einem Salto nach hinten.

Douze sah zufällig unter seinen Füßen eine Pfütze, die wahrscheinlich durch die geschmolzenen Eiszapfen entstanden war. Wenn es ihm gelang sie hierhin zu locken, dann hatte er schon so gut wie gewonnen und konnte sie mit einem Stromschlag töten. Genau so gut hatte er sie nur berühren müssen, dies war wahrscheinlich sogar einfacher gewesen, als sie in eine Pfütze zu locken.

Das Venusringprojekt - Die AugensammlerWhere stories live. Discover now