Es war ein angenehmer Tag für Ende September. Es war bereits früher Nachmittag und Wilhelm kam gerade von einem Gespräch mit Simon zurück als sein Handy zu klingeln begann. Er schloss die Tür und lies sich mit dem klingelnden Handy auf sein Bett fallen, bevor er einen Blick auf das Display warf. Mutter stand darauf. Er atmete kurz durch um sich zu sammeln, bevor er sich dazu überwand und den Anruf annahm. "Hallo Mutter" begrüßte er sie. "Wilhelm, es ist etwas passiert" kam diese gleich zum Punkt. An ihrer Stimme merkte er sofort, dass etwas schreckliches passiert sein musste. "Was ist los?" fragte er. "Das sagen wir dir wenn du hier ankommst. Pack deine Sachen, du wirst gleich abgeholt." wies sie Wilhelm an. Das verstärkte sein schlechtes Bauchgefühl nur noch.
Er verabschiedete sich flüchtig von seiner Mutter bevor er eine Reisetasche nahm und das nötigste hineinwarf. Gerade als er die Tasche geschlossen hatte klopfte es. Wilhelm öffnete die Tür und war nicht wirklich überrascht August mit ernstem Gesicht vor der Tür zu sehen. Wilhelm verließ mit geschulterter Tasche sein Zimmer und schloss hinter sich ab. "So schlimm also?" fragte er August, während er seinen Schlüssel in seiner Hosentasche verschwinden ließ und sich zu ihm umdrehte. August nickte nur. Das war Wilhelm auch recht. Er hatte gerade sowieso nicht die Nerven für irgendwelchen Small Talk, da er viel zu sehr damit beschäftigt war, sich die schlimmsten Szenarien auszumalen. Die beiden gingen schweigend zum Hof des Elite-Internats, wo bereits der schwarze Mercedes Benz wartete. Der Chauffeur wartete bereits am geöffneten Kofferraum und wollte Wilhelm gerade seine Reisetasche abnehmen, als dieser den Kopf schüttelte und die Tasche selbst einlud.
Wenige Minuten später hatte Wilhelm sich von August verabschiedet und war in das Auto gestiegen. Dort hatte er fast sofort sein Handy auf neue Nachrichten Überprüft und - glücklicherweise - keine gefunden. Er rief seinen Chat mit Simon auf und tippte eine Nachricht mit Bin auf dem Weg in den Palast. Irgendwas ist vorgefallen. Weiß nicht wann ich zurück bin. an ihn. Danach sah er für den Rest der Fahrt gedankenversunken aus dem Fenster des fahrenden Autos.
Einige Stunden später kam der Wagen an den Toren des Palasts an. Vor den Toren wimmelte es wie immer nur so von Paparazzi. Das war schon immer so und würde auch niemals stoppen. Mittlerweile war es fast Mitternacht, als der Wagen durch die Tore fuhr und die lange Auffahrt passierte. Wilhelm verwunderte es, dass der Dienstparkplatz des Palastes von Autos nur so wimmelte. Normalerweise waren auf den sowieso schon wenigen Parkplätzen immer mindestens ein oder zwei Plätze frei. Dies war also ein weiteres Zeichen dafür, dass es etwas ernstes sein musste.
Das Auto kam vor dem Eingang des Palastes zum stehen und Wilhelm stieg gedankenversunken aus. Seine Gedanken kreisten um mögliche Horrorszenarien die sich abspielen könnten sobald er das Schloss betrat. Er lief die Stufen zur Eingangstür hinauf, hielt allerdings bevor er durch die Tür trat inne um tief durchzuatmen. Nachdem er sich gesammelt hatte griff er nach dem Türgriff und drückte ihn nach unten. Während er die Tür auf drückte hörte er bereits gedämpfte Stimmen und... Moment mal... weinte da jemand? Wilhelms Magen verknotete sich, während er durch die nun offene Tür trat und auf den Salon zu lief. Nun konnte er es tatsächlich hören. Jemand weinte eindeutig. Und nicht irgendjemand, sondern seine Mutter selbst. Wilhelm sprang über seinen Schatten und klopfte an der geschlossenen Tür.
Die Stimmen hinter der Tür verstummten plötzlich und die Tür wurde geöffnet. Im vergleichsweise spärlich belichtetem Salon sah Wilhelm seine Eltern beide an einem Tisch sitzen. Ludvig sah ihn zuerst und bat ihn stumm herein zu kommen. Wilhelm tat wie ihm geheißen und bewegte sich langsam und vorsichtig auf seine beiden traurig dreinblickenden Eltern zu. "Setz dich, Wilhelm" meinte sein Vater und zeigte auf seinen gegenüberliegenden Stuhl. Er kam auch dieser Bitte nach und setzte sich. Einige Augenblicke später hob Kristina, seine Mutter, den Kopf und man konnte ihr ansehen, dass sie zutiefst erschüttert war. Wilhelm wusste es noch nicht, aber sie würde gleich die Worte aussprechen, wie ihm den Boden unter den Füßen weg ziehen sollten.
"Erik ist tot."
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The Forgotten Princess
FanfictionWilhelm wird nach einer Prügelei auf ein Internat geschickt: Hillerska. Dort lernt er Simon kennen und die beiden verlieben sich. Doch bevor er seine Gefühle überhaupt richtig verstehen kann, passiert etwas skandalöses. Ein intimer Moment der beiden...
