Die warme Luft roch nach Fett und Alkohol, als ich die Tür klirrend, wegen des Glöckchens, zum Tropfenden Kessel aufstieß. Zauberer mit der unterschiedlichsten Herkunft kamen hier zusammen, um die Erinnerungen an alte Zeiten zu ehren.
Ich lief tiefer in den Raum, bis ich bei meinen Eltern und meiner Schwester ankam. Sie hielten mir einen Platz frei, jedoch waren sie schon fertig mit ihrem essen, weil ich zu spät kam - und in dem Krug in dem einmal Butterbier schwamm, waren nur noch Schaum Reste zu sehen.
Um den Tischen gehend, gab ich jedem einen flüchtigen Kuss auf die Wange und ließ mich dann auf dem freien Platz zwischen meiner Schwester und Mutter nieder.
„Bitte entschuldigt meine Verspätung. Ich weiß wir hatten halb zwölf gesagt, aber meine Freunde und ich sind zu spät los gegangen. Wir mussten einen Zug später nehmen und.." , fing ich direkt, ohne Luft zu holen, mit reden an und stoppte als ich die Hand meiner Mutter auf meiner Schulter spürte.
„Wir wissen wie schwer das für dich ist meine kleine", sagte sie und schaute zu meinem Vater, welcher verständnisvoll nickte. Meine Schwester wippte ungeduldig mit dem Füßen auf und ab, was mich zu ihr aufschauen ließ.
„Was ist los? Warten deine Freunde etwa? Sonst bist du nie so ungeduldig" . Ihre Augen blitzten nach oben, als sie mich flüstern hörte und sie nickte leicht, während sie mich erwartungsvoll ansah.
„Würdet ihr schonmal Vorgehen? Ich würde gern nochmal ein wenig allein sein und was trinken, Hunger habe ich eh keinen", warf ich in die Runde und setzte meinen traurigen Blick auf. Sofort nickten meine Eltern verstehend und meine Schwester zog mich in eine Umarmung.
„Also gut, wir sehen uns gleich. Brauchst du Geld?" Mein Vater sah mich an und steckte mir schon ein paar Münzen in die Hand, ohne auf meine Antwort zu warten. Ich stand noch perplex am Tisch, als sie gerade aus Tür verschwanden.
In Gedanken versunken ging ich zur Theke und bestellte ein Glas Honigwein. Hätte ich nicht gesagt, dass ich alleine sein will, wären meine Eltern nie gegangen. Sie lassen uns ungern alleine, weil sie nicht viel von der Zaubererwelt halten.
„Vier mal Butterbier und ein Martini", krächzte plötzlich eine hohe Stimme neben mir. Es brummte hinter der Theke: „Butterbier geht klar, aber den Martini gibt es erst wenn du achtzehn bist". Als ich mich zu meiner linken drehte blickten mich direkt zwei braune Augen an und ich merkte wie sie mich musterte.
Sie hatte dünne braune Haare die ihr knapp über die Schultern hingen und ein länglicher Pony, welcher dabei war auszuwachsen, zierte ihre Stirn. Das dunkelgrüne T-Shirt war ihr eindeutig zu groß, was sie viel zierlicher wirken ließ. In ihren Augen aber, brannte eine Wut auf den Wirt, die einen erschauern ließ.
„Einen Martini bitte", sagte ich mit frechem Grinsen, während das Mädchen neben mir sichtlich ihre Muskeln entspannte. Der Wirt drehte sich nun zu mir und nickte stumm, neben mir streckte sich ein Hand aus. „Pansy Parkinson", lächelte sie mich selbstbewusst an und wartete Geduldig auf meine Reaktion. „Lilith..", ich nahm ihre Hand an und lächelte ebenso, als ich weitersprach: „Lilith Kyteler".
Ihre Augen wurden groß und sie zog langsam ihre Hand aus meiner, um kaum merklich ihren Kopf für einen Moment zu senken. Früher hatte mich dieses Verhalten irritiert, aber da ich innerhalb der letzten zwei Jahre lernen musste, wieso mein Leben Kopf über steht, hatte ich mich an so etwas gewöhnt.
———————— Vor zwei Jahren ————————
Mein sechzehnter Geburtstag begann mit dem Duft von warmen Kaffee und dem Kitzeln des warmen Sonnenlichts auf meinem Gesicht, welches durch das geöffnete Fenster fiel. Als sich meine Augen, nach dem blinzeln, an das Sonnenlicht gewöhnt hatten, öffnete ich sie vollständig.
Auf meinem Bett lag ein neuer Koffer und zwei kleine Schatullen, als Geburtstagsgeschenk von meinem Dad. Er stellte mir immer einen Kaffee und die Geschenke ins Zimmer, weil er schon früh zur Arbeit musste.
Ich setzte mich auf und griff nach den Schatullen, während ich mit meiner anderen Hand, den Kaffee, von meinem Nachttisch, nahm und ihn schnurstracks an meine Lippen hielt, um einen Schluck zu nehmen. Nachdem ich die Tasse wieder abgestellt hatte, öffnete ich die erste der zwei Schatullen und darin befanden sich zwei Schlüssel mit einer Notiz:
"Happy Birthday angehende Hexe! Den schwarzen Schlüssel hab ich für dich aufbewahrt. Er gehört zu dem Verließ 777 bei Gringotts - es war Eigentum deiner Familie und somit ist es nun deins, als alleinige Erbin. Der zweite Schlüssel gehört zu dem Verließ 248. Dies haben wir für dich hinterlegt - denn egal ob du etwas geerbt hast, du bist unsere Tochter und wir helfen dir in deiner Zukunft. Hermine und du haben die Verließe nebeneinander, damit ihr nie alleine sein müsst.. auch wenn du ein Jahr jünger bist. Viel Spaß und Erfolg meine Kleine. In Liebe, Dad."
Mein Gesicht wurde von einem Lächeln geziert und ich hielt die Notiz an meine Brust. Nachdem ich in die zweite Schatulle schaute war ich schwer beeindruckt. Mein Vater hatte mir eine goldene Uhr geschenkt und das Ziffernblatt war mit Amethyst Splittern übersäht, genau so eine habe ich bei unserem Urlaub in Spanien gesehen. Ich konnte meinen Augen nicht glauben und strich verträumt über die Uhr.
Als ich unten in der Küche ankam, hatte ich mir die Uhr schon ums Handgelenk gelegt und meine Mutter nahm mich freudestrahlend in den Arm. „Happy Birthday meine süße", nuschelte sie auf meinen Haaransatz und platzierte einen Kuss darauf. Ich sah wie Hermine aus der Wohnzimmertür zu uns kam und ihre Augen waren gefüllt von.. Neid? Schock? Angst?
Sie sah meinen verwirrten Blick und sprach sofort los: „Du musst dir das einfach ansehen". Meine Mutter löste sich aus der Umarmung und schaute mich nun auch an, aber ihre Augen waren gefüllt von Stolz - auch wenn ein klein wenig Angst aufblitzte. „Los komm schon. Ich will endlich das du sie öffnest und vorliest", sagte Hermine, während sie nach meinem Handgelenk griff und mich mit sich ins Wohnzimmer zog.
Als ich es sah, verstand ich ihre Aufregung.. im Wohnzimmer lagen überall verteilt Briefe und Eulen belagerten die Möbel, aber nicht nur von Hogwarts. Nein, es waren viele mehr. Beauxbatons, Ilvermorny, Uagadao, Mahoutokoro und zu guter letzt Castelobruxo.
„Aber wohin gehe ich nun?", fragte ich meine Mutter die mir daraufhin von zwei Wechseljahren erzählte. In zwei Jahren bin ich, für eine bestimmte Zeit, immer mal wieder an einer Schule.
In der magischen Welt wählt die Schule ihre Schüler aus und nicht andersherum, wie bei den Muggeln. Jedoch wurde ich, gleich von 6 Schulen gewählt. Das Ministerium entschied daraufhin für zwei Wechseljahre, was vier Monaten Zeit pro Schule entsprach.Danach müsste ich wählen. Ich durfte, weshalb auch immer, nicht direkt wählen und trat daraufhin die zwei Jahre an. Schlussendlich entschied ich mich trotzdem für Hogwarts, trotz dessen das die Schulen auf ihre Art alle besonders waren und ebenso großen Eindruck hinterließen.
———————— Rückblick Ende ————————
Obwohl Hermine schon ein Jahr vor mir ihren Brief bekam, sind wir jetzt schlussendlich in der selben Stufe. Die Vierte begannen wir tatsächlich gemeinsam und das nur weil ich eine Stufe übersprungen hatte, obwohl ich mich nicht mal angestrengt hatte. Hermine und ich waren überglücklich, als der Tag zum Shoppen kam. Wir liebten es hier und da wir heute im Anschluss bei Hermines Kumpel Ron mitfahren, um dort zu übernachten, sind unsere Eltern mitgekommen, obwohl sie hier nicht gerne sind, weil sie sich verabschieden wollen.
Meine Gedanken hatten mich so überrollt, dass ich gar nicht mitbekam, was Pansy mir erzählte. Um ehrlich zu sein war es mir auch egal, sie war nicht diejenige die ich suchte. Ich schaute mich nochmal im Tropfenden Kessel nach einem blonden Haarschopf um, aber ich konnte ihn nicht finden und so richtete ich die Aufmerksamkeit wieder auf mein Weinglas.
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Die Erbin im Bund der Sechs
FanfictionSie erbt nicht nur Geld. Sie erbt Macht. Lilith Kyteler. Erbin von sechs magischen Schulen. Trägerin eines Vermächtnisses, welches die gesamte Zauberwelt erzittern lässt. Und sie hat nur einen Plan: Diese Macht zu nutzen. In den Gängen von Hogwarts...
