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•Kapitel 1•

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Ich: „Ich kann nicht glauben, dass du mich dazu überredet hast."

Lisa grinste nur und schob sich die letzten Pommes in den Mund.

Lisa: „Du hast freiwillig ja gesagt."

Ich: „Nach zwanzig Minuten Diskussion."

Lisa: „Trotzdem."

Ich verdrehte die Augen und nahm einen Schluck von meinem Getränk. Eigentlich hätte ich den Abend damit verbringen sollen, für meine nächste Prüfung zu lernen. Stattdessen saß ich mit meiner besten Freundin in einem überfüllten Restaurant, während sie mir zum hundertsten Mal erklärte, dass mein Leben aus mehr bestehen sollte als Vorlesungen, Lernzetteln und Kaffee.

Lisa: „Amy, du bist dreiundzwanzig."

Ich: „Danke für die Information."

Lisa: „Du solltest Spaß haben."

Ich: „Ich habe Spaß."

Lisa starrte mich an. Ich starrte zurück.

Lisa: „Du hast gestern Abend freiwillig deine Notizen neu sortiert."

Ich: „Sie waren unordentlich."

Lisa: „Du brauchst Hilfe."

Ein Lachen entkam mir, obwohl ich versuchte, ernst zu bleiben.

Ich: „Nicht jeder definiert Spaß so wie du, Lisa."

Lisa: „Genau das ist dein Problem."

Ich: „Es ist kein Problem."

Lisa: „Doch."

Ich: „Nein."

Lisa: „Doch."

Ich schüttelte den Kopf.

Manchmal frage ich mich wirklich, warum wir überhaupt befreundet waren. Lisa war spontan, laut und schaffte es, mit jedem Menschen innerhalb von fünf Minuten ein Gespräch anzufangen.

Ich dagegen plante meinen Alltag Wochen im Voraus. Trotzdem funktionierte es. Irgendwie.

Nachdem wir bezahlt hatten, verließen wir das Restaurant. Die Abendluft war angenehm kühl. Die Straßenlaternen tauchten die Gehwege in warmes Licht, während sich die Stadt langsam beruhigte. Menschen liefen an uns vorbei. Ein paar Studenten kamen lachend aus einer Bar.
Autos fuhren die Straße entlang. Alles wirkte gewöhnlich, bis Lisa plötzlich stehen blieb.

Lisa: „Oh mein Gott."

Ich lief noch zwei Schritte weiter, bevor ich bemerkte, dass sie nicht mehr neben mir war.

Ich: „Was?"

Lisa: „Amy."

Ich: „Was?"

Lisa: „Amy!"

Ich seufzte und antwortete: „Lisa."

Sie zeigte auf die andere Straßenseite. Mein Blick folgte ihrer Hand. Ein riesiges Plakat hing an einer Straßenlaterne. Dunkle Farben. Goldene Schrift. Ein großes Zirkuszelt.

GRAND CIRCUS
NUR FÜR EINE BEGRENZTE ZEIT

Ich blinzelte und meinte: „Ein Zirkus."

Lisa: „Ein Zirkus!"

Ich: „Ja. Das habe ich gelesen."

Lisa: „Wir müssen hin."

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