Der erste Gedanke war: Es ist zu heiß.
Nicht die angenehme Sommerhitze, die durch ein offenes Fenster in ein Zimmer weht. Nein - diese Hitze war schwer. Drückend. Die Luft fühlte sich feucht an, als würde sie an der Haut kleben.
Langsam öffnete das Mädchen die Augen.
Über ihr bewegten sich riesige grüne Blätter im Wind. Sie waren viel größer als alles, was sie jemals gesehen hatte. Sonnenlicht fiel in hellen Flecken durch das dichte Blätterdach und tanzte über den Boden.
Das Mädchen blinzelte verwirrt.
„...Wo bin ich?"
Ihre Stimme klang rau, als hätte sie lange geschlafen.
Sie setzte sich langsam auf. Der Boden unter ihr bestand aus warmer Erde, Moos und kleinen Steinen. Überall um sie herum wuchsen Pflanzen - riesige Farne, dicke Stämme und fremdartige Blumen, die sie noch nie gesehen hatte.
Das hier war definitiv kein Park.
„Hallo?", rief sie vorsichtig.
Keine Antwort.
Nur das Zirpen von Insekten und ein entferntes, tiefes Grollen irgendwo in der Ferne.
Das Mädchen schluckte und strich sich die Haare aus dem Gesicht. Erst jetzt merkte sie, wie sehr ihr Herz raste.
Ihr Name war Lina.
Und sie hatte absolut keine Ahnung, wie sie hierhergekommen war.
Langsam stand Lina auf. Ihre Beine fühlten sich noch etwas wackelig an, doch sie zwang sich, einen Schritt nach vorne zu machen. Dann noch einen.
Der Dschungel - denn genau so fühlte es sich an - war unglaublich dicht. Überall raschelte es im Unterholz. Kleine Geräusche, die ihr plötzlich viel zu laut vorkamen.
Plötzlich knackte irgendwo ein Ast.
Lina erstarrte.
„Hallo?", fragte sie erneut, diesmal leiser.
Wieder raschelte es.
Dann bewegten sich die Farne ein Stück vor ihr.
Lina hielt automatisch den Atem an.
Langsam schob sich etwas zwischen den Pflanzen hervor.
Es war klein. Vielleicht so groß wie ein Hund. Es hatte lange Hinterbeine, einen langen Schwanz und einen schmalen Kopf mit neugierig funkelnden Augen.
Das Tier blieb stehen und legte den Kopf leicht schief.
Lina starrte es an.
Das... konnte nicht sein.
„Du...", flüsterte sie ungläubig.
Das Wesen machte einen kleinen Schritt nach vorne und stieß ein kurzes, piepsendes Geräusch aus.
Linas Herz begann schneller zu schlagen.
Sie kannte diese Form. Diese Beine. Diesen Schwanz.
„Das ist unmöglich", murmelte sie.
Doch das kleine Tier vor ihr sah aus wie etwas direkt aus einem Museum oder einem Film.
Wie ein...
Ein Dinosaurier.
In diesem Moment erschütterte ein gewaltiges Brüllen den Dschungel.
Nicht weit entfernt.
Der Boden vibrierte leicht unter ihren Füßen.
Der kleine Dinosaurier riss erschrocken den Kopf hoch - und rannte plötzlich davon, verschwand im Dickicht.
Lina blieb wie angewurzelt stehen.
Das Brüllen hallte noch einmal durch den Wald.
Diesmal lauter.
Und Lina verstand plötzlich eine schreckliche Wahrheit.
Wenn dieses kleine Tier wirklich ein Dinosaurier gewesen war...
...dann bedeutete das nur eines.
Sie war nicht mehr in ihrer Zeit.
Und irgendwo in diesem riesigen, urzeitlichen Wald befand sich etwas, das gerade gebrüllt hatte.
Etwas Großes.
Sehr groß.
Langsam wich die Farbe aus Linas Gesicht.
„Oh nein..."
Sie drehte sich langsam einmal im Kreis und betrachtete den endlosen, fremden Dschungel um sich herum.
Dann flüsterte sie:
„Ich werde hier gefressen." 🦖
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Urzeitherz
FanfictionEin ganz normaler Spaziergang durch den Wald endet für ein junges Mädchen in einem Moment des Chaos: Ein Blitz, ein grelles Licht - und plötzlich findet sie sich in einer urzeitlichen Welt wieder, bevölkert von riesigen Farnen, gigantischen Bäumen u...
