„Ich hole dich gegen 4:30 Uhr ab, okay?"
„Okay passt. Was würde ich ohne dich machen man."
„Übertreib nicht, aber du schuldest mir einen Gefallen!"
Grinsend schüttelte ich leicht meinen Kopf. Liam ist schon immer mein bester Freund gewesen, seit unserer Kindergartenzeit. Er war wie ein Bruder für mich, er würde wirklich alles für mich machen wie ich für ihn. Er würde mich sogar nachts von meiner Arbeit abholen, wie heute es der Fall war.
„Jaja, ich spende dir einen Döner.", antwortete ich ihm am Telefon.
„Was kann ich noch wollen?", hörte ich seine gähnende Stimme sprechen, „Ruf mich an wenn was ist. Mein Handy ist auf laut."
„Okay mach ich, komm schlaf etwas und ich wische die Regale hier."
„Bis später Zwerg."
„Bis dann.", und legte auf.
Es regnete diese Nacht wirklich sehr stark. Die Regentropfen flossen entlang der Fenster hinunter, die Straßen waren wie leergefegt. Heute Nacht werden wohl wenige Kunden auftauchen. Wer würde in diesem Gewitter denn überhaupt rausfahren?
Das Wetter ist typisch für seine Jahreszeit, dem Herbst. Herbst war schon immer eine Jahreszeit, die ich mochte.
Nun sah ich auf die Uhr, es war schon 01:18 Uhr. Ich holte ein AirPod aus meiner Tasche, welches ich an mein Ohr steckte und mir Musik anmachte. An der Tankstelle nachts zu arbeiten war eigentlich voll chillig, wäre da nur nicht noch meine Schule. Ich mache dieses Schuljahr mein Abi, aber dahin hatte ich noch ein gutes Semester hin. Nun, wie es nach dem Abi weitergehen wird hatte ich mir genau geplant. Ich hatte vor Pharmazie zu studieren und wollte in der Medikamentenforschung teilhaben. Um diese Ziele weiter zu befolgen, war mein ganzer Fokus auf meiner Schule.
Während ich die Melodie an meinem Ohr nachsummte, hatte ich schon den Wischlappen an der Theke angefeuchtet. Ich scheue mich nie vor Putzen, ich mochte das sogar, das entspannt mich irgendwie. Also fing ich an die Regale zu leeren, zu wischen und anschließend wieder einzuräumen.
Als ich nach einer Weile wieder auf meine Handyuhr sah, war es 02:36 Uhr. Jedoch sah ich aus dem großen Fenster einen roten Sportwagen einparken. Jemand ist wohl doch in dem Gewitter tanken gekommen.
Das rote Licht der Rücklichter spiegelte sich im nassen Asphalt, gleichzeitig brummte der Motor des Wagens. Wer fährt bitte um halb drei nachts bei so einem Wetter so ein Auto?
Ich legte die Putzmaterialien zur Seite und stellte mich hinter den Tresen. Ein junger Mann stieg aus dem feuerroten Lamborghini heraus, welcher eine schwarze Weste anhatte und seine Kapuze tief in sein Gesicht zog, weshalb ich sein Gesicht nicht erkennen konnte. Er war sehr groß, vielleicht um die 1,90 Meter.
Jedoch tankte der Mann nicht. Er kam zur Tür und öffnete sie, sodass er eintreten konnte. Sofort tat ich so, als ob ich irgendwas an der Kasse machen würde, weil ihn weiter anzustarren und zu beobachten war mir zu unangenehm.
Je länger er sich umsah, desto mehr Angst bekam ich komischerweise. Sein Blick wanderte kurz zu den Kameras.
Fuck.
Simran, bleib ruhig.
Der Typ könnte mir antun was er will, ich bin alleine.
Unauffällig nahm ich das Pfefferspray hinter dem Tresen in die Hand und ging genau auf Liams Chat, als -
Der Fremde legte eine dunkelblaue Dose RedBull und ein paar Pflaster auf die Theke, und hatte vor zu zahlen. Jedoch stockte mir der Atem, als ich seine blutende Hand sah. Seine rechte Hand blutete stark, wobei sie auch mit lila-blauen Flecken besät war. Als ich auch seine linke Hand mit Platzwunden an seinen Knöcheln erkannte, wirkte der Typ vor mir nur mysteriöser.
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APHRODITE
RomanceEr stand da, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, eine schwarze Sporttasche locker über der Schulter. Sie wusste, was in dieser Tasche war. Und sie hasste, dass sie es wusste. „Nur noch heute.", hatte er versprochen, „Nur noch dieser eine Auftrag." ...
