Ein weiterer ruhiger Abend, genau so, wie es sein sollte. Draußen war es schon dunkel und Ivy lag auf ihrer Couch mit einem Tee in den Händen und sah ihre Lieblingsserie.
Ein sinnloser Plot, der sogar verständlich war, wenn man ein paar Folgen verpasste, aber hey, es war trotzdem angenehmer Zeitvertreib. In der kleinen Holzhütte, die mitten im Wald stand, hatte Ivy Lichterketten aufgehängt und tausende von Pflanzen aufgestellt. Sie mochte es, einen Teil des Waldes in ihr Heim zu bringen. Auf einem Schreibtisch, der unter einem der Fenster stand, stand ihr Computer, den sie regelmäßig für ihren Job brauchte. Das Mädchen mit den dunklen Haaren und den braunen Augen arbeitete von zu Hause aus für ein Magazin. Sie schrieb Artikel über alle Themen, die Frauen in mittlerem Alter interessieren konnten.
Gerade sank sie etwas weiter unter ihre Decke und seufzte zufrieden, da klopfte es an ihrer Tür. Verwirrt blickte sie zum geschlossenen Holz. Seit Jahren hatte niemand geklopft, so wie es sein sollte, so wie Ivy es mochte. Sie stand nicht auf, vorerst blieb sie noch dort, wo sie war, unter ihrer warmen Decke mit ihrem warmen Tee und ihrer trashigen TV-Show vor ihr. Doch dann klopfte es erneut und dumpf klang eine Männerstimme ins Innere des Raums.
„Hallo? Jemand da?"
Genervt rollte sie mit den Augen, stand dann aber auf. Vielleicht hatten sich zwei Wanderer verlaufen und brauchten nur einen Schubs in Richtung Straße. Mit Shorts, einem Oversize-Shirt und grauen Hausschuhen schlurfte sie zur Tür.
„Wie kann ich helfen?", fragte sie, als kühle Luft in den Raum drang.
Ihr Blick wanderte zu den Gesichtern der beiden Männer, die da vor ihr standen. Einer von beiden lächelte sie höflich an, während der andere ein Grinsen auf den Lippen hatte, welches Ivy verriet, dass sie sogar in diesem Aufzug noch gut aussah.
„Hey, wir wollten nicht stören. Wir wollten nur fragen, ob wir dir ein paar Fragen stellen könnten?", fragte der höfliche Junge, der zugegebenermaßen ein sehr süßes Lächeln hatte.
„Und vielleicht reinkommen könnten. Es ist etwas kalt hier draußen und es könnte eine Weile dauern", fügte Nummer zwei an und ließ seine Zähne noch mehr blitzen.
Ivy war sich ziemlich sicher, was für Arten von Typen die beiden waren, aber das musste ja nicht heißen, dass sie zwielichtig waren. Kurz blickte sie zu ihrer Serie und dem Sofa, dann zurück zu den Jungs, die noch draußen standen. Erneut seufzte sie, aber dieses Mal auf eine enttäuschte Art und Weise.
„Na schön, dann kommt mal rein."
Das Mädchen schloss die Tür hinter ihnen wieder und langsam wärmte sich der Raum wieder auf.
„Wollt ihr was trinken?", fragte sie, eher aus Höflichkeit als aus Interesse.
„Danke, nein, wir brauchen nichts", sagte der, der etwas jünger aussah, und beide setzten sich an den Küchentisch.
„Noch mal, es tut uns wirklich leid, einfach so aufzutauchen. Ich bin Sam und das ist mein Kollege Dean. Wir arbeiten fürs FBI." Beide hielten wie einstudiert ihre Ausweise vor Ivys Gesicht, welche jedoch unbeeindruckt blieb. Irgendwie sahen die zwei mit ihren Jeans und dunklen Jacken nicht aus wie FBI-Agenten, aber sie hatte auch noch nie mit dem FBI zu tun gehabt.
„FBI, huh?" Die Dunkelhaarige trank einen Schluck von ihrem Tee und setzte sich ihnen gegenüber. Während sie dies tat, merkte sie, wie Dean jede ihrer Bewegungen begutachtete.
„Genau", sagte Dean und räusperte sich kurz. Seine Stimme war tief und hatte etwas leicht Kratziges, doch gleichzeitig war etwas Gefestigtes in ihr. Ivy musste zugeben, seine Stimme war durchaus angenehm.
„Es sind einige Autos samt Passagieren von der Straße hier in der Nähe verschwunden und wir vermuten, dass sich der Täter hier im Wald versteckt", fuhr der attraktive Mann fort.
„Hier im Wald?" Ivy hob eine Augenbraue und stellte ihren Tee ab.
„Kein Grund zur Sorge. Wer auch immer verantwortlich ist für die Taten, hat es anscheinend nur auf Autofahrer abgesehen", versuchte Sam sie zu beruhigen.
Ivys Blick wanderte zu dem mit den längeren Haaren und lächelte. Sie fand seine Reaktion recht süß, aber wenn sie ehrlich war, dann machte sie sich nicht wirklich viele Sorgen. Sie hatte von den Unfällen schon gehört und ihr Leben hatte sich nicht ein bisschen verändert.
„Wir wollten nur wissen, da du die Einzige bist, die hier wohnt, ob dir irgendetwas Merkwürdiges aufgefallen ist, etwas, das sich verändert hat?" Sam lehnte sich etwas nach vorne und blickte ihr direkt in die Augen. Ivy glaubte, Hoffnung in ihnen zu sehen, dass sie tatsächlich etwas wusste.
Sie lehnte sich zurück und betrachtete die Jungs noch einmal. „Ihr seid wirklich vom FBI?", hakte sie nach.
Kurz schienen sie unsicher zu sein, aber nur für eine winzige Sekunde, die nur jemandem auffällt, der auf sie wartet.
„Natürlich", versicherte Dean und lachte kurz auf. „Wer sollten wir sonst sein?"
Ivy zuckte mit den Schultern. „Mörder?"
„Wir haben keine bösen Absichten ... Entschuldige, was ist dein Name?" Sam sah sie freundlich an, was sie zum Lächeln brachte. Ivy dachte nicht wirklich, dass die beiden etwas gegen sie im Schilde führten, zumindest nicht direkt, aber FBI – auf keinen Fall. Fürs Erste entschied sie sich aber, einfach mitzuspielen.
„Ich bin Ivy, Mr. FBI-Agent, und es tut mir leid, aber mir ist nichts aufgefallen. Hier ist alles beim Alten."
„Bist du dir sicher? Keine Spuren im Wald, keine Gestalten vor deinem Fenster, keine merkwürdigen Geräusche?" Der, der älter schien, ließ einfach nicht locker.
Ivy wollte ihre Aussage gerade bestätigen, da raschelte etwas im Wald, direkt vor ihrem Fenster. Beide, Dean und Sam, drehten sich ruckartig um und standen auf.
„Das ist nur der Wald, dass man mal was hört, ist ja wohl normal", lachte sie nervös und folgte den angeblichen Agenten mit schnellen Schritten zur Tür.
„Ja, aber sicher ist sicher", murmelte Dean und seine Stimme war noch etwas tiefer als zuvor. Toll, jetzt war der Fremde auch noch sexy.
„Ja, aber ..." Weiter kam sie nicht, denn Sam drehte sich zu ihr um. „Bleib lieber hier, wir sind nicht weit weg."
Na super, das war mal Timing. Mit den Händen in die Hüften gestemmt, schaute Ivy aus dem Fenster, bei dem sie das Geräusch gehört hatte. Durch das Glas sah sie Dean und Sam, die an einem Baum standen. Das Licht ihrer Taschenlampen schien auf die Rinde und sogar aus dieser Entfernung konnte die junge Frau Krallenspuren erkennen.
Mal sehen was hier vor sich geht... Ich hoffe, euch hat der erste Teil gefallen :)
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Not meant to be? [Teil 1]
FanfictionIvy ist ein junges Mädchen, das sich in einer kleinen Holzhütte im Wald niedergelassen hat - weit weg von der Zivilisation. Ihr Leben verläuft so ruhig, wie es nur geht ... zumindest bis zwei gutaussehende Brüder in ihrem Zuhause auftauchen. Die Win...
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