Blutlinien (Kapitel 1)

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Es gab zwei Familien,deren
Namen in Istanbul nicht laut
Ausgesprochen wurden.
Nicht aus Respekt.Sonder aus Angst.

Die Demirbaş und die Akkaya.

Seit Jahren lagen sie im Krieg.
Ein Krieg ohne klare Fronten,
Ohne Verträge,ohne Ende.Geld,Macht und Einfluss waren nur die Oberfläche.Darunter lag etwas Persönlicheres.Etwas Unheilbares.Jeder Tote hatte neue Namen hervorgebracht.Jeder Schlag
Neue Erinnerungen.Niemand wusste mehr,wer angefangen hatte.

Die Demirbaş beherrschten
Den Norden,ihre Wege führten bis nach Europa.Männer,die
Gelernt hatten,dass Gewalt eine Sprache war.Brüder,die zusammenhielten,egal was geschah.
Sie tranken,sie kämpften ,sie töteten.Und vergaßen nie.

Die Akkaya waren anders.
Nicht schwächer.Gefährlicher.

Fünf Schwestern,erzogen von
Eltern,die keine Gnade kannten.
Sie planten leise,schlugen gezielt
Zu,warteten geduldig.Schönheit
War bei ihnen kein Zufall,sondern ein Werkzeug.Gefühle ein Risiko,
Das sie sich selten erlaubten,

Ein Treffen zwischen disen
Familien bedeutete nie Frieden.
Es bedeutete nur,dass Blut
Noch nicht geflossen war.

Noch nicht.

Jamilas POV

Ich glaubte nicht an Schicksal.
Aber ich glaubte an Konsequenzen.

Als wie an diesem Abend den Raum betraten,wusste ich,dass
Sich etwas verschieben würde.
Nicht sichtbar.Nicht sofort.Doch
Tief genug,um alles zu verändern.

Wir gingen nebeneinander.
Unsere Schritte waren ruhig.
Unsere Gesichter ausdruckslos.
Ich spürte die Blicke,noch bevor
Ich sie sah.Dieses Gewicht auf der
Haut,das nur Feinde erzeugen konnten.

Dann standen sie vor uns.

Die Demirbaş-Brüder wirkten genau
So,wie man sie beschrieben hatte.Groß,gefährlich und ruhig.Keine
Überflüssigen Bewegungen.Keine Unruhigen Bewegungen.
Männer,die wussten,dass sie
Nicht kämpfen mussten um ernstgenommen
Zu werden.

Mein Blick blieb an Ahmad hängen.
Seine Augen waren dunkel vor etwas,das ich sofort
Erkannte.Hass.
Er sah mich an,als wäre ich ein
Fehler,den er beseitigen wollte.

Gut.

Burak wirkte anders.Zu gelassen.
Dieses Lächeln war falsch.Menschen
Die so lächelten,hatten
Meist schon entschieden,was sie zerstören
Würden.

Can beobachtete uns.Nicht gierig,nicht provokant.Sondern Analytisch.
Adrian sagte nichts.
Und Emre?Der bewegte sich nicht einmal.

Ich hielt ihren Blick stand.

Hass war keine Explosion.
Hass war ein Versprechen.

Und in diesem Moment wusste ich,dass keiner von uns unbeschadet
Aus dieser Situation heraus kommen würde.

Dark DesireWhere stories live. Discover now