Hey ihr Lieben! 😊
Kleine Anmerkung von mir:
Diesen OneShot findet ihr im diesjährigen Adventkalender von lashton_fever, also schaut auch da gerne vorbei, da kommen noch viele weitere tolle Geschichten.
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Louis
Der Tag war grau und die ersten, leichten Regentropfen fielen vom Himmel. Ich saß unter meiner Brücke auf einem Stück Karton und war eingehüllt in alten, warmen Winterklamotten. Die Menschen liefen an mir vorbei und die wenigsten schenkten mir Beachtung. Ich war schon ein paar Jahre obdachlos. Ich ging ab und zu in eine Suppenküche, um mich im Winter aufzuwärmen, aber ein richtiges Zuhause fand ich nie. Sollte es ganz kalt werden und schneien, gab es hier in der Umgebung ein paar Unterkünfte, wo ich mich niederlassen konnte. Zumindest für die kälteren Tage, aber eine Dauerlösung war es nicht.
Die Tage vor Weihnachten herrschte immer ein reges Treiben und zu dieser Zeit waren viele Menschen bereit, mir mal das ein oder andere Essen oder Trinken zu spendieren. So auch ein junger Mann mit lockigem Haar, das unter seiner Mütze hervorragte. Er kam in den letzten Tagen öfter vorbei und wir redeten manchmal ein bisschen. Ich hielt mich aber eher zurück. Er war wirklich nett, aber ich wollte mich nicht mit jemanden anfreunden, den ich vielleicht irgendwann nicht mehr wieder sah. Er war immer sehr gut und akkurat gekleidet und ich fragte mich jedes Mal, warum er ausgerechnet mit mir redete.
„Hallo, Louis. Wie war dein Tag? Ich hab hier einen Tee und eine Zimtschnecke für dich.“ Harry, so war sein Name, reichte mir die gesagten Dinge und hockte sich vor mich hin. Er war wirklich ein lieber Mann. Wie sollte wohl mein Tag gewesen sein, eigentlich erzählte ich ihm immer dasselbe, aber er fragte mich trotz allem wieder.
„Ganz gut“, sagte ich knapp. Ich war kein Mann der vielen Worte und mir erschloss sich einfach nicht, warum er sich überhaupt für mich interessierte. Seine grünen Augen fixierten mich und sein Lächeln war so freundlich, dass es mir das Herz erwärmte. Es gab auch noch gute Menschen auf dieser Welt. Ich bekam natürlich auch von anderen ein bisschen Kleingeld oder etwas zu Essen und wenn es ganz gut lief, sogar Klamotten, aber wirklich für mich interessiert hatte sich bis jetzt nur Harry.
„Das freut mich. Ich muss leider wieder los. Wir sehen uns.“ Er erhob sich und verabschiedete sich von mir. Ich starrte ihm noch hinterher, bis er um die Ecke verschwunden war. Innerlich freute ich mich schon auf unsere nächste Begegnung. Er versüßte mir den Tag, auch wenn er nur kurz bei mir war. Ich packte die Zimtschnecke aus und nahm einen kleinen Bissen, den ich ganz langsam kaute. Ich hatte gelernt, wie man mit wenig Essen für längere Zeit satt werden konnte. Ich trank zwischendurch immer mal wieder einen Schluck von meinem Tee. Ich war sehr froh über Harrys Spende, denn mit dieser, würde ich den Tag heute gut überstehen.
Zwei Tage vor Weihnachten wuselten die Menschen wie Armeisen durch die Stadt. Die Luft wurde kälter und vereinzelt fielen auch ein paar Schneeflocken. Mir war wirklich kalt, doch es war noch auszuhalten. Harry kam die letzten Tage immer weniger und ich hatte schon damit gerechnet, dass es jetzt vorbei war mit seinen Besuchen, doch zum Glück hatte ich mich getäuscht.
„Hey Louis, ich hätte eine wirklich wichtige Frage an dich“, begrüßte er mich, während er mir einen Tee reichte. Ich nahm ihn dankend an und wärmte mit dem heißen Becher sofort meine eiskalten Finger. Ich sah ihn an und wartete darauf, dass er weitersprach.
„Ich würde dich gerne zum Weihnachtsessen mit meiner Familie mitnehmen. Sie fragen ständig, wann ich den endlich mal einen Partner mitbringen würde und da dachte ich an dich. Du wärst perfekt und natürlich darfst du vorerst bei mir wohnen und Geld bekommst du dafür auch.“ Mir klappte der Mund auf und ich musste ihn ansehen, als wäre ich von einem Bus überfahren worden. Ich sollte was? Nervös tippte Harry mit seinem Fuß, als er auf meine Antwort wartete und ich überlegte angestrengt was dagegen sprach. Ich hätte eine warme Unterkunft, Essen und etwas Geld würde ich dafür auch bekommen. Zudem kannte ich Harry von unseren Gesprächen und ich hielt ihn nicht für einen Serienmörder oder ähnliches.
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One Shots (Larry)
FanfictionWie der Titel schon sagt, werde ich hier ein paar One Shots veröffentlichen. Viel Spaß Die Geschichten und Personen sind frei erfunden, lediglich Vornamen und Aussehen wurden verwendet.
