Die Luft roch nach Blut, Schweiß und Magie. Überall um sie herum flackerten die letzten Schatten der Dämonen, die ihre Gestalten im gleißenden Licht auflösten. Die Bühne war zerstört, die Scheinwerfer flackerten nur noch schwach. Und mittendrin stand Rumi – allein. Ihre Finger zitterten, ihr Atem war kurz, und ihr Herz schlug so laut, dass es selbst das Dröhnen des Kampfs übertönte.
Vor ihr – oder was noch von ihm übrig war – kniete Jinu. Seine Schultern sanken, sein Körper glitt langsam zu Boden. Der violette Riss in seiner Brust pulsierte in rhythmischem Takt – genau wie das Tattoo auf Rumis Arm. Es glühte. Und brannte.
„Nein ... nicht du ..." Ihre Stimme war kaum hörbar. Die anderen Mitglieder von HUNTR/X – Mira und Zoey – standen weiter hinten, atemlos, erschöpft, blutverschmiert. Doch alles, was Rumi wahrnahm, war Jinu.
Er lächelte. Schwach. So, wie nur er es konnte – dieses halb müde, halb verschmitzte Grinsen, das er immer hatte, wenn er sie in den Pausen backstage neckte. Als ob er nie ganz ernst sein konnte. Und jetzt war es das letzte, was sie von ihm sehen würde.
„Ich ... hab's dir versprochen", murmelte er. Sein Blick fiel auf ihre Hand – sie zitterte, als sie versuchte, ihn zu erreichen. Doch irgendetwas hielt sie zurück. Etwas viel Tieferes als bloße Angst.
„Du darfst nicht gehen", flüsterte sie. Ihre Augen füllten sich mit Tränen, die sie nicht kontrollieren konnte. „Ich hab noch so viel zu sagen. Ich ... ich war noch nicht fertig mit dir."
Ein einzelner Dämonenfunken – wie ein Lichtfaden – schwebte zwischen ihnen. Jinu hob seine Hand und legte sie über ihre, obwohl sie ihn kaum noch spürte. „Ich war's auch nicht, Rumi. Aber ich hab mich entschieden. Für dich."
Und dann – wie im Film, wie im Drehbuch, wie es alle erwartet hatten – brach sein Körper in Licht zusammen. Er löste sich auf, Teilchen für Teilchen, als hätte der Wind ihn geholt. Nur eines blieb zurück:
Ein kleines, glühendes Zeichen – ein Fragment seines Tattoos – landete genau auf ihrer Haut. Es brannte sich ein, lautlos, aber tief. Dort, wo ihr Herz schlug.
Stille.
⸻
Rumi stand noch immer da, als der Himmel über ihnen langsam klar wurde. Die Dämonen waren fort. Der letzte Krieg war geschlagen. Die Welt gerettet.
„Rumi ...?" Zoeys Stimme war leise, fast vorsichtig.
Sie antwortete nicht. Ihre Augen starrten ins Nichts. Die anderen wussten, dass sie etwas verloren hatte, das größer war als ein Kamerad, größer als ein Gegner. Sie hatte jemanden verloren, den sie hätte lieben können.
„Lass sie", murmelte Mira. „Sie braucht Zeit."
Aber Zeit – was war das schon? Minuten vergingen. Stunden vielleicht. Rumi hörte nicht auf, den Boden anzusehen, dort, wo er gewesen war. In ihrem Kopf hallte sein Lächeln nach. Seine Stimme. Die letzte Berührung.
Und dann kam der Schmerz. Nicht körperlich. Sondern seelisch – ein tiefer, brennender Stich, der sich in ihre Brust bohrte.
Sie sank auf die Knie.
„Warum du?", flüsterte sie. Ihre Stimme zerschnitt die Stille wie ein Lied, das niemand hören sollte.
„Warum hast du das getan? Ich wollte nicht gerettet werden. Nicht so."
Ihre Hand tastete über das Tattoo auf ihrem Arm. Es hatte sich verändert. Statt der eleganten Linien war da nun etwas Neues, etwas Unbekanntes – ein Symbol, das zu leben schien. Ihre Finger zitterten, als sie es berührte. Ein Flackern durchfuhr sie – kurz, elektrisch.
Ein Bild blitzte in ihrem Kopf auf. Jinus Gesicht – aber nicht, wie er starb. Sondern wie er sie ansah, in jenem Moment im Trainingsraum vor Wochen.
„Wenn du mich berührst, hör ich auf, ein Dämon zu sein."
Sie schloss die Augen. Die Tränen liefen nun frei. Doch tief in ihrem Inneren, ganz leise, war da etwas anderes als Schmerz. Eine Ahnung.
Er war nicht fort. Nicht ganz. Nicht wirklich.
Ihr Tattoo pulsierte wieder – diesmal stärker. Nicht heiß, sondern warm. Und sie hörte es. Eine Stimme. Keine Einbildung.
„Rumi ..."
Sie schnappte nach Luft. Schaute sich um. Niemand sonst hatte es gehört. Doch die Stimme war da. Ganz klar. Ganz echt.
„Jinu?" flüsterte sie.
Keine Antwort. Nur das Pochen ihres Herzens und das Leuchten auf ihrer Haut.
Sie stand langsam auf, wankend. Ihre Beine fühlten sich an, als wären sie aus Glas, doch sie ging. Weg vom Schlachtfeld. Weg von allem.
Sie wusste nicht, wohin. Nur, dass sie allein sein musste. Dass da etwas war – ein Ruf, ein Flüstern in ihrem Inneren.
Und mit jedem Schritt wurde sie sich sicherer:
Dies war nicht das Ende.
Es war der Anfang.
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K‑Pop Demon Hunters: What If He Stayed
RomanceWas, wenn Jinu nicht gestorben wäre? Was, wenn Rumis Schmerz so stark war, dass er eine Verbindung zwischen den Welten öffnete - und Jinu zurückkam? Nicht als ganz Mensch, nicht ganz Dämon - aber ganz für sie. Gemeinsam erleben sie eine verbotene Li...
