,,Der Preis der Schulden"

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Der letzte Teller war abgewaschen, die Gläser ordentlich verräumt, und meine Füße fühlten sich an, als würden sie gleich unter mir nachgeben. Mein Rücken schmerzte nach acht Stunden Schicht, und der scharfe Geruch von Frittierfett klebte mir in den Haaren. Ich wollte nur noch nach Hause.

„Bis morgen, Eldina!" Carla warf mir ein müdes Lächeln zu, während sie sich an den Kaffeemaschinen zu schaffen machte.
„Bis morgen", murmelte ich und schob die Tür des Diners auf. Die kühle Abendluft schlug mir ins Gesicht. Endlich.

Der Himmel hing schwer über der Stadt, grau und nass. Es nieselte leicht, als ich meine Kapuze über den Kopf zog und den Heimweg antrat. Der Lärm der Stadt war hier draußen verschwunden. Nur meine Schritte hallten über den nassen Asphalt.

Ich dachte an Alara. An Mama. Wahrscheinlich saßen sie schon zusammen auf dem Sofa, Tee dampfend in den Händen, irgendeine alte Decke über den Beinen. Zuhause bedeutete nicht viel aber es war unser Rückzugsort. Unser kleines Stück Frieden.

Doch als ich die Haustür aufschloss und eintrat, war da kein Frieden.

Es war still.
Zu still.

Ich schloss langsam die Tür hinter mir und spürte, wie mir plötzlich ein kalter Schauer über den Rücken lief. Irgendetwas stimmte nicht. Ich zog meine Schuhe aus, hörte keine Geräusche aus der Küche, keinen Fernseher. Nur gedämpfte Stimmen... Männerstimmen.

Verwirrt trat ich vorsichtig ins Wohnzimmer – und erstarrte.

Dort saßen drei Männer in dunklen Anzügen. Groß, elegant, selbstbewusst und völlig fehl am Platz in unserem bescheidenen Zuhause. Ihre Blicke waren ruhig, durchdringend. Als hätten sie alles unter Kontrolle. Als gehöre ihnen der Raum.

Meine Mutter saß zusammengesunken auf dem Sofa, den Blick gesenkt, ihre Hände fest ineinander verschränkt. Alara stand starr neben ihr, bleich wie ein Geist. Ihre Augen suchten meine und ich sah darin Angst. Reine, unverfälschte Angst.

Und da stand er.

Ayaz Berisha.

Ich hatte ihn nie zuvor gesehen, doch ich wusste sofort, wer er war. Jeder in dieser Stadt kannte den Namen Berisha. Er war nicht einfach nur ein Mann. Er war Macht. Gefahr. Kälte.

Er sah mich an, als hätte er genau gewusst, wann ich die Tür öffnen würde.

„Du musst Eldina sein", sagte er mit einer ruhigen Stimme, die wie ein Messer klang.

Ich nickte langsam, unfähig, den Blick von ihm zu lösen.

„Setz dich", sagte er. Es war kein Vorschlag.

Ich setzte mich nicht. Ich konnte nicht.

Dann sprach er weiter, als würde er mir einen gewöhnlichen Termin ankündigen:
„Nächste Woche wirst du mit meinem ältesten Sohn verlobt."

Stille.

Meine Gedanken stoppten. Ich blinzelte. Hatte ich mich verhört?

„Was?", flüsterte ich.

Ayaz sah mich weiter ruhig an. „Du wirst Erjon heiraten."

Mein Blick wanderte zu dem Mann neben ihm. Er war jung, groß, schlank eiskalt.
Erjon.

Er sagte kein Wort. Kein Zucken in seinem Gesicht. Kein Widerspruch. Kein Interesse.

„Wieso?", fragte ich atemlos. „Ich kenne euch nicht. Ich... ich verstehe nicht."

Ayaz verschränkte die Arme vor der Brust. „Deine Familie schuldet uns. Viel. Und das ist der Weg, wie sie bezahlt."

Ich stand da wie betäubt. Das konnte nicht sein. Das war nicht real. Das war irgendein schlechter Film, aus dem ich gleich aufwachen würde.

,, His name was my destiny''Stories to obsess over. Discover now