Fröhlich schlenderte Lizzy durch die Regale des Supermarkts. Die warme Sommersonne schien durch die Fensterscheiben und nur wenige Menschen tummelten sich durch die Gänge. Also sie an den Kühlregalen vorbei lief, fröstelte Lizzy ein wenig bog schnell wieder ab. Nur ein blaues, bauchfreies Oberteil bedeckte ihren Körper und ihr weißer Sommerrock flatterte im Wind. Im Süßigkeitenregal blieb sie stehen und schaute sich kurz um, bevor sie eine Schokoladentafel in ihren Korb, zu einer Brezel und einer Packung Himbeeren warf. An der Kasse stand nur eine alte Frau vor ihr und so kam Lizzy schnell dran.
Mit einer Einkaufstüte in der Hand verließ sie den Supermarkt und eine leichte Sommerbrise pfiff durch ihr Haar. Lizzy entdeckte ein rotes Auto und ging auf dieses zu. In dem Auto empfing sie ein groß genauer Junge mit schwarzen Locken. »Hey Georg, ich hab dir deine Lieblingssnacks mitgebracht.« Strahlend stieg Lizzy in das Auto, doch schnell merkte sie, dass Georg nicht gerade begeistert war. Enttäuschung und Ärger machten sich in seinem Gesicht breit und Lizzy verstand einfach nicht warum...
»Was ist denn los, du hast doch gesagt, dass du Hunger hast?!« Betröppelt schaute sie durch die Windschutzscheibe, auf den Sonnenuntergang hinter den Häusern. »Ja, hab ich, aber ich wollte etwas Richtiges Essen und nicht irgendwelche Snacks! Meine Freunde sind Steak essen und ich sitze hier mit dir und verschwende nur meine Zeit!« Die Worte hallten in Lizzys Ohren und sie war den Tränen nah... »A-Aber Steak ist so teuer. Das kann ich mit meinem Ferienjob nicht bezahlen...Da-Das weißt du doch...?« Sie traute sich nicht, in seine Augen zu schauen. Zu viel Angst hatte sie vor dem eiskalten Blick von Georg. »Ich Frage mich wirklich, warum ich überhaupt mit dir zusammen war, wenn du nicht mal genug Geld für ein Steak hast. Meine Mutter hat immer gesagt, ich solle mir jemandem in meiner Klasse suchen und damit hatte sie wohl wirklich Recht...« Angewidert machte Georg eine Geste, um ihr zu symbolisieren, dass sie das Auto verlassen sollte. In Tränen stieg Lizzy aus dem Auto. »Wie kann er nur so kalt und verständnislos sein, ich habe ihm nichts getan?!« Lizzys Gedanken schwirrten in ihrem Kopf durcheinander. Sie verstand ihn einfach nicht...
Immer kam sie mit, wenn er mit seinen reichen Freunden Golf spielen ging, wenn er ein Wellness-Wochenende machen wollte, verschob Lizzy ihre Arbeitszeiten im Café, um ihn zu begleiten. Nie ging es ihr um das Geld, sondern nur um die Zeit mit ihm. Georg war nie besonders einfühlsam, aber das er sich wegen Geld von ihr trennt und sie den langen Weg nach Hause laufen ließ, war Lizzy wirklich ein Rätsel...
Warme Sommerluft kam ihr entgegen, als sie durch die Straßen irrte. Kaum Menschen waren unterwegs und die Sonne war bereits untergegangen. Noch nie war sie den weiten Weg vom Supermarkt nach Hause gelaufen, da dieser näher an Georgs Haus lag und sie erst über den Fluss auf die andere Seite der Stadt musste, um nach Hause zu kommen. Verzweifelt versuchts sie sich irgendwie an den ungefähren Weg zu erinnern, aber in Lizzys Kopf herrschte Leere. »Mist, mein Handy hat kein Akku mehr...Was soll ich denn jetzt machen?...« Die Plastiktüte fest umklammert, schlich Lizzy durch die Straßen, ohne eine geringe Ahnung, wo sie ist...
Sie schaffte es letztendlich nach einer Stunde in ihre Einfahrt einzubiegen. Erleichtert kramte Lizzy in ihrer Tasche nach ihrem Schlüssel und steckte ihn ins Schloss. Also sie das Haus betrat, kamen ihr wütende Stimmen entgegen. »Wahrscheinlich streiten Nick und Mama wieder, aber das ist das Letzte, was ich jetzt noch möchte. Mehr Streit ertrage ich heute wirklich nicht mehr...« ging es ihr durch den Kopf, während Lizzy ihre Schuhe auszog. Und ja, als sie in die Küche trat, standen dort ihre Mutter und ihr kleiner Bruder und waren in einen hitzigen Streit vertieft. »Ach Lizzy, du bist wirklich spät zurück. Wie war es mir Georg? Ihr wart doch zusammen draußen, oder täusche ich mich?« Ihre Mutter sah verweint aus und versuchte glücklich zu wirken, doch alles, was dabei raus kam war ein gezwungenes Lächeln, welches nichtmal ihre Augen erreichte. »Ja...es war schön...« Lizzy war bei diesen Worten klar, dass ihre Mutter ihr nicht glauben wird, aber sie war nicht in der Stimmung, alles zu erzählen...
Nick versuchte sich in der Zeit weg zu schleichen, doch Lizzys Mutter konnte ihn aufhalten und setzte ihr Belehrung fort. Lizzy stapfte langsam die Treppe zu ihrem Zimmer hoch, die Plastiktüte schleifte sie hinter sich her. In ihrem Zimmer schnappte sie sich ihre Kopfhörer und ließ sich aufs Bett fallen. Große Tränen rollten über ihre Wangen, versunken in der Musik und ihren Gedanken bemerkte sie gar nicht, wie ihre Augen zu fielen und sie schließlich einschlief...
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Blue Sun
Mystery / ThrillerLizzy wird durch tödliche Anschläge terrorisiert, doch merkwürdiger Weise ist immer ein blauer Sonnensticker am Anschlag Ort. Später findet sie raus wer die Anschläge verursacht und niemand hätte damit gerechnet...
