Kapitel 1: Abschied aus London

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Kapitel 1: Abschied auf Zeit

Sara blickte aus dem Fenster ihres Zimmers, ihre Hände ruhten auf dem Notizbuch, das sie während der letzten Monate wie einen Begleiter mit sich geführt hatte. Es war voll von Gedanken, Skizzen und Plänen, die sie durch die schweren Tage getragen hatten. Erinnerungen aus einem Jahr voller Schmerz, Hoffnung und einer Liebe, die sie zu verschlingen drohte.

Die Worte auf der letzten Seite hallten in ihrem Kopf wider, wie ein Echo, das sie nie losließ:
„Ich wollte so sehr, dass es klappt, dass ich mich selbst verloren habe."

Doch diese Worte gehörten der Vergangenheit an. Sara war jetzt bereit, ihr Leben neu zu gestalten – für sich selbst. Die Einladung, an der Parsons School of Design in New York zu studieren, war nicht nur eine Chance, sondern eine Flucht. Weg von allem, was sie verletzt hatte, und hin zu allem, wovon sie immer geträumt hatte.

Der Regen prasselte wie ein unaufhörliches Trommeln gegen die großen Glasfenster des Bahnhofs King's Cross. Sara stand am Gleis, die Finger fest um den Griff ihres schweren Koffers geklammert. Sie hatte oft gedacht, dass sie in ihrem Leben zu viele Abschiede erlebt hatte – doch keiner fühlte sich so endgültig an wie dieser.

„Bist du sicher, dass du das willst?" Aiden stand neben ihr, die Hände tief in den Taschen seiner Jacke vergraben. Seine Augen suchten ihren Blick, und in diesem Moment sah er aus wie der Junge, der sie vor zwei Jahren zum Lächeln gebracht hatte, als sie glaubte, nie wieder lachen zu können.

„Es geht nicht darum, was ich will, sondern was ich brauche", sagte Sara leise.

„Ich will nur, dass du glücklich bist, Sara. Aber ich frage mich, ob du dabei vergisst, dass ich ein Teil dieses Glücks sein möchte."

Ein Knoten schnürte sich in ihrem Bauch zusammen. Sie wusste, dass er es ernst meinte. Und trotzdem spürte sie, dass dieser Moment für sie beide notwendig war.

„Es ist nur ein Jahr, Aiden." Sie drückte seine Hand. „Nur ein Jahr. Ich werde zurückkommen."

Er nickte langsam, ließ ihre Hand los, als hätte er keine Wahl. „Versprich mir, dass du dich nicht verlierst."

„Ich verspreche es", sagte sie, auch wenn sie wusste, dass diese Reise nicht nur eine Frage von Versprechen war.

Der Zug rollte heran. Sara sah die Türen aufgehen, sah den Weg, der vor ihr lag, und atmete tief durch.

Über den Wolken

Als das Flugzeug abhob und die Lichter Londons unter ihr verschwanden, ließ Sara eine Träne zu. Es war keine Träne des Bedauerns, sondern eine Mischung aus Abschied und Hoffnung.

„New York", murmelte sie und schloss die Augen.

Es war ihre Zeit.

Toxic Fairytale - New York Where stories live. Discover now