1. Teil

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Immer noch stinksauer auf meinen Verlobten stapfte ich durch den Wald.

„Typisch Männer!" Es sollte ein entspannter Wandertag im Schwarzwald werden, doch natürlich musste Finn alles versauen, mit seinem Lieblingsthema KINDER! Er kann es einfach nicht verstehen, dass ich noch nicht bereit dafür bin. Natürlich möchte ich Kinder haben und diese auch mit ihm, aber nicht jetzt. Es ist noch zu früh, ich möchte noch so viele Länder bereisen und auch beruflich noch etwas erreichen. Auch wenn Finn mehr als genug für uns beide verdient, möchte ich nicht finanziell abhängig von einem Mann sein.

Aber das kann er nicht verstehen, Hauptsache er wird schnell Vater, weil ein großer Teil seines Freundeskreises Kinder hat. Und was ich möchte? Das ist ihm egal! Es ist ja nicht so, dass ich das Kind in mir trage und die Verantwortung als Mutter und Hausfrau tragen werde.

Diese Diskussion artete dann soweit aus, dass...

„Verdammt nochmal!" Mit Schwung lag ich auf dem Bauch mit dem Gesicht im Blätterdreck. Ich war so in meine wütenden Gedanken vertieft, dass ich nicht auf den Weg achtete und über eine Wurzel stolperte. Ächzend drehte ich mich auf den Rücken und schaute hoch in den Himmel aus bunten Blättern. Mein rechtes Knie pochte schmerzhaft, und etwas Warmes lief mir die Stirn hinab in die eh schon dunkelroten Haare.

Klasse, das hat mir gerade noch gefehlt! Genervt schloss ich die Augen und wartete ab, auf was? Keine Ahnung, wahrscheinlich darauf, dass sich mein Puls beruhigt und die Schmerzen etwas nachlassen. Vermutlich auch, weil ich das Ausmaß der Verletzungen nicht sehen möchte. Wenn mein Knie so aussieht, wie es sich anfühlt, wird mir schon schlecht. Und zu allem Überfluss müsste ich Finn noch meinen Standort schicken, damit er mich einsammelt. Diese Schmach möchte ich mir nicht geben, nachdem ich wütend und schreiend abgedampft bin.

Ich bin mir sicher, dass er immer noch an der Stelle auf mich wartet, an der ich ihn zurückgelassen habe. Mit einer Engelsgeduld wird er auf einer Bank oder einem großen Stein sitzen und warten, dass ich mich wie so oft beruhigt habe und zurückkomme.

Doch das wird heute nicht der Fall sein, da ich mich nicht nur in meiner blinden Wut verletzt habe, sondern mich auch komplett verlaufen habe.

Habe ich schon erwähnt, dass ich neben meinem nicht vorhandenen Orientierungssinn eine kleine Cholerikerin bin? Nein? Dann wisst ihr es jetzt. Diese beiden eher negativ behafteten Charaktereigenschaften haben mir heute mal wieder ein eigenes Tor geschossen.

Genug im Gejammert, ich sollte versuchen, schnellstmöglich einen Wanderweg zu finden.

Mit immer noch geschlossenen Augen richtete ich mich langsam auf, um mein pochendes Knie nicht sehen zu müssen.

Mein Handy vibrierte in meiner Hosentasche, das wird wohl Finn sein, der sich langsam Sorgen um mich macht.

Mein Stolz ließ mich noch nicht aufgeben, und so stolperte ich noch ein paar Minuten durch das Unterholz, bis ich das laute Plätschern eines Baches hörte. Das war ein gutes Zeichen, ich sollte dringend meine Wunden auswaschen, und mit viel Glück finde ich auch einen Wanderweg, wenn ich dem Bach folge. Mit neuer Energie humpelte ich in die Richtung, aus der das Plätschern kam, und erreichte eine kleine Lichtung.

Für einen kurzen Augenblick musste ich stehen bleiben und bewunderte das Bild, das sich mir bot. Es war nicht nur ein Bach, sondern ein kleiner Wasserfall umringt von Felsen, Blumen und Tannen. Das Wasser war so kristallklar, dass ich von weitem kleine Fische darin schwimmen sah. Die Blumen blühten in allen Farben, selbst der Geruch der Blumen um mich herum war angenehm. Unter den einzelnen Tannen waren größere Felsplatten, die einen schon fast einladen, sich eine Pause zu gönnen. Und dazwischen schlängelt sich das kleine Bächlein. Ein Bild, wie man es aus einem Film kennt.

Langsam humpelte ich auf einen der Felsen unter einer großen Tanne zu, mein Handy vibrierte wieder. Ein kurzer Blick sagte mir, dass Finn sich langsam Sorgen um mich macht. Noch einen kleinen Augenblick möchte ich ihn noch zappeln lassen, einfach für mein gutes Gewissen, und legte das Handy neben mich.
Entschlossen, meine Wunden zu reinigen, humpelte ich näher zum klaren Bach. Das kalte Wasser biss schmerzhaft an meiner Haut, als ich meine anfing Wunden zu kühlen. Ein erfrischendes Gefühl durchzog mich, und langsam vergaß ich die Wut und den Schmerz.

Plötzlich spürte ich, wie der Boden unter meinen Füßen nachgab, und ehe ich mich versah, wurde ich ins Wasser gezogen. Panik ergriff mich, alles wurde schwarz, und mit einem brummenden Schädel fand ich mich an einem anderen Ort wieder.

„Oh Fuck", hörte ich eine raue Stimme. Schnell drehte ich mich um und sah einen großen Mann mit hellen Haaren vor mir stehen, bevor erneut alles schwarz wurde.

The Witcher of my HeartHistorias para obsesionarse. Descúbrelo ahora