Prolog

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Das alljährliche Sommerfest von Universal Germany hatte sich das perfekte Wetter ausgesucht. Den ganzen Tag hatte die Sonne geschienen und auch jetzt am Abend war es noch angenehm warm. Trotzdem hatte sich die Feiergemeinschaft drinnen versammelt. Hauptsächlich, um es der Security einfacher und den Paparazzi schwerer zu machen. Zwei der Anwesenden Gäste waren heute zum ersten Mal dabei. Lena hatte vor mittlerweile etwas mehr als einem Jahr den Eurovision Song Contest gewonnen und heute noch immer Glückwünsche dafür erhalten. Sie war in diesem Jahr so viel gereist wie nie zuvor, hatte ihr erstes Album veröffentlicht und ihre erste Tour gespielt. Zunächst war sie nur durch Deutschland getourt, dann wurden noch Termine für Österreich und die Schweiz angehängt und schließlich folgten immer mehr Länder, bis sie eine richtige Europa-Tour hinter sich hatte.

Das letzte Konzert war jetzt einen Monat her und sie hatte dennoch kaum Zeit gehabt, zu Hause anzukommen. Niemand wusste wie lange der Erfolgt bleiben würde und so waren sie schnellstmöglich an die Arbeit für ein zweites Album gegangen. Sie hatte dem zugestimmt, ohne groß darüber nachzudenken, wie bei so vielen Dingen im letzten Jahr, aber langsam spürte sie, dass sie müde wurde. Müde vom nicht zu Hause sein, müde vom neue Menschen treffen und immer höflich sein, müde davon, dass sich alles um sie drehte.

Auch Mark war heute das erste Mal auf dem Sommerfest des Labels. Er hatte vor ein paar Tagen seinen ersten Plattenvertrag unterschrieben und sich dementsprechend auch etwas über die Einladung gewundert Aber er wollte die Chance nutzen, um Kontakte zu knüpfen. Es war etwas schwer, da niemand seinen Namen kannte oder sein Gesicht. Niemand hatte je Musik von ihm gehört, da sein Debutalbum noch gar nicht erschienen war. So hatte er die komplett Gegenteilige Erfahrung von Lena. Sie war schon umschwärmt worden, als sie vor einigen Stunden den Raum betreten hatte. Auch Mark hatte sie bemerkt, kaum dass er angekommen war, zumal sie mit ihrem Lachen dort grade fast alle Blicke auf sich gezogen hatte. Er hatte dennoch beschlossen, sich nicht gleich zu der großen Gruppe zu begeben, sondern ihr vielleicht später mal Hallo zu sagen.

Mittlerweile war es fast Mitternacht und die meisten Gäste waren noch nicht gegangen. Mark hatte sich grade mit ein par Musikern unterhalten, die jetzt aber gehen wollten und so sah er sich kurz etwas verloren um. Eigentlich könnte er auch mal ein bisschen frische Luft gebrauchen. Man hatte ihnen gesagt, dass es eine Dachterrasse gäbe und so beschloss er rauszugehen. Auch Lena hatte diesen Gedanken vor einigen Minuten gehabt. Sie brauchte kurz ihre Ruhe, wollte einfach mal durchatmen und nicht lächeln müssen. Wenn sie eins gelernt hatte im letzten Jahr, dann dass ein neutraler Gesichtsausdruck bei ihr anscheinend gleich bedeutete, sie könnte unglücklich sein. Dabei war sie das in den aller seltensten Fällen. Sie war nur oft ein bisschen müde in letzter Zeit.

Deshalb war sie auch sehr froh gewesen, auf der Dachterrasse tatsächlich allein zu sein. Zumindest, bis Mark in die angenehme Nachtluft trat. Genervt atmete sie tief durch. Sie wollte nicht schlecht gelaunt sein, nur weil noch jemand anderes auf die Terrasse wollte. Sie hatte doch eigentlich auch grade gar keinen Grund schlecht gelaunt zu sein. Ihr Leben war ein Traum. „Hi", unterbrach Mark fast schon vorsichtig ihren Gedankengang. Er wollte sie nicht stören, denn er konnte sehr wohl verstehen, dass sie einfach allein sein wollte, so wie sie drinnen die ganze Zeit umrundet von Menschen war. „Hi", gab sie zurück und deutete ihm an, dass er sich ruhig zu ihr auf die Bank setzen könnte. Also tat er das und drehte dann einen Moment still das Glas in seinen Händen.

„Die Ruhe tut gut", meinte er schließlich, woraufhin sie ihn überrascht ansah. Sie hatte das Gefühl gehabt, dass jeder Anwesende den Trubel der Feier genossen hatte. „Ja", gab sie trotzdem nur zurück. „Allzu viel hast du ja davon wahrscheinlich grade nicht", vermutete Mark. Mit Blick auf das leere Weinglas in ihren Händen schüttelte sie den Kopf. Für einen Moment hatte sie gedacht, er hätte sie nicht erkannt. Über diesen Gedanken konnte sie eigentlich gleich wieder den Kopf schütteln. Wenn irgendjemand in Deutschland sie nicht erkannte, musste dieser Jemand das letzte Jahr in einem anderen Land, wenn nicht auf einem anderen Kontinent verbracht haben. Zumindest fühlte es sich so an. „Aber es war ein gutes Jahr", sagte sie dennoch schnell. Das war es wirklich. Sie war unendlich dankbar für das Leben, dass sie durch den ESC-Sieg nun hatte. „Man darf trotzdem mal die Stille vermissen", meinte Mark direkt. Dafür brauchte sie sich wirklich nicht schlecht fühlen. Er konnte sich nur zu gut vorstellen, wie lange ihr letztes richtiges Wochenende her war. Dankbar lächelte sie ihm kurz zu und sah dann raus in die Ferne.

Mark sah sie weiter an, auch wenn sie das nicht bemerkte. Sie war schön. Mehr fiel ihm nicht ein zu dem, was er sah. Ihre dunklen Haare schimmerten leicht im gelben Licht, ihre Augen glitzerten fast bernsteinfarben und ihre jetzt total entspannten Gesichtszüge ließen ihn unweigerlich etwas lächeln. „Ich glaube, ich sollte langsam nach Hause", meinte sie plötzlich und sah ihn entschuldigend an. „Ich wollte nicht stören", sagte er sofort, hatte sie hier nicht vertreiben wollen. „Hast du nicht, alles gut. Ich muss morgen aber recht früh zum Flughafen", erklärte sie ehrlich, während sie aufstand. „Na dann. Gute Nacht und einen ruhigen Flug morgen", wünschte er also noch. „Danke, dir auch gute Nacht", gab sie lächelnd zurück und ging rein. Er sah ihr kurz nach und seufzte leise. Vielleicht sollte er auch nach Hause gehen. Er hatte mit so vielen Menschen gesprochen, so viele neue Namen und Gesichter kennengelernt und jetzt nach diesem Moment auf der Terrasse, wollte er eigentlich nicht mehr rein in den Trubel.

Da ist es endlich, das erste Kapitel! Bisher ist das leider auch das einzige, was ich geschrieben habe😅
Schreibt bitte Ideen in die Kommentare! Wo könnten die beiden sich das nächste mal treffen?
Welchen Eindruck haben sie dann voneinander, also wie verhalten sie sich?
Welchen Eindruck hatten sie bisher voneinander?
Wenn ich keine Ideen habe, kann ich auch nicht schreiben😉

Echo der BegegnungWhere stories live. Discover now