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Mein Herz raste, während ich mich panisch im Zimmer umsah

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Mein Herz raste, während ich mich panisch im Zimmer umsah. Hecktisch huschten meine Augen durch den Raum auf der Suche nach einer Bedrohung, die nicht real war. Mein Puls überschlug sich, während mein Brustkorb sich heftig hob und senkte. Erschöpft schloss ich für einen Moment die Augen, um mich wieder zu sammeln. Es war leider keine Seltenheit, dass ich mitten in der Nacht aufwachte und versuchte, die aufkommende Panikattacke zu unterdrücken.
Unruhig ließ ich mich zurück in die Kissen sinken und atmete zitternd ein und aus. Zu behaupten, es wäre nur ein Traum gewesen, würde mir in dieser Situation nicht weiterhelfen. Meine Albträume waren zu einem Teil meines Lebens geworden. Sie erinnerten mich stets daran, wer ich gewesen war und wie schnell es gehen kann, alles zu verlieren - sich selbst zu verlieren.
Nach einigen Minuten rappelte ich mich auf und schwankte in die Küche. Schon bevor ich die Tür öffnete, nahm ich einen leichten Hauch von Hibiskusblüten wahr. Ich sog den Duft tief ein und ließ mich von den damit verbunden Gefühlen einlullen. Wie in Trance kochte ich mir einen Tee und versank dabei in meinen Gedanken.
Ein trauriges Lächeln bildete sich auf meinem Gesicht, als ich mich vor die große Fensterfront setzte und die Regentropfen dabei beobachtete, wie sie an der Fensterscheibe herunterliefen. Ich stellte mir vor, wie meine Ängste und Sorgen mit ihnen im Boden versanken und entspannte mich zunehmend. Meine Körperhaltung lockerte sich und ich kuschelte mich tiefer in die Decken und Kissen, die ich hier vorsichtshalber immer deponiert hatte.
Im Laufe der Jahre hatte ich verschiedene Techniken entwickelt, um mich wieder in die Realität zurückzuholen. Es kam schon öfters vor, dass mich meine Emotionen nach einem Albtraum überrollten und in die Knie zwangen.
Verzweiflung und das Gefühl, meinen eigenen Körper nicht mehr kontrollieren zu können, begleiteten mich seit meiner Kindheit. Mit dem Alter hatte ich einfach gelernt, damit umzugehen und diesen Zustand zu akzeptieren - damit zu leben.
Ein Seufzen entfloh mir, als ich im Unterbewusstsein das Klingeln meines Weckers wahrnahm. Ich war noch nicht bereit die schützende und wärmende Umarmung meiner Decke zu verlassen, aber es wurde Zeit.
Langsam stand ich auf. Meine Glieder fühlten sich träge an und knacksten schon bei der kleinsten Bewegung. Die Nacht war mal wieder viel zu kurz gewesen und dementsprechend ausgelaugt sah ich auch aus.
Ich hatte es schon lange aufgegeben, meinen Gemütszustand hinter einer aufgemalten Maske zu verstecken. Es nützte sowieso nichts. Noch einmal warf ich einen kurzen Blick in den Spiegel, aus welchen mich meine blau-grünen Augen traurig musterten. Matt und glanzlos, so wie ich mich täglich fühlte.
Meine kupferblonden Haare fielen mir glatt über die Schultern und reichten mir bis knapp unter das Schlüsselbein. Schnell band ich sie in einem hohen Zopf, um mich nicht weiter mit ihnen beschäftigen zu müssen. Es war die schnellste und einfachste Lösung.

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