Kapitel 1

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Liu Pov.

Ob es Wochen waren? Monate? Vielleicht sogar Jahre? Ich weiß es nicht. Mein Zeitgefühl ist nicht mehr existent. Nicht mehr seit dem Tag im Krankenhaus. Seit dem Tag an dem ich zum Mörder wurde und mein erstes Opfer verzeichnen konnte. Darauf folgten noch duzende weitere. Wieviele genau habe ich mir nie gemerkt. Wollte ich auch nicht. So eine Banalität hindert mich daran mich auf die wichtigen Sachen zu konzentrieren. Oder besser gesagt auf die eine wichtige Sache. Jeff zu finden. Ich bin durch ihn der geworden der ich jetzt bin. Er hat mich zu dem gemacht. Ich weiß nicht ob es ihm bewusst war oder ist. Aber mir ist klar, dass ich ihn irgendwie finden muss. Er ist immerhin mein kleiner Bruder und auch ein paar Morde ändern nichts daran. Vor allem da ich ja genauso bin. Die Polizei sucht noch immer nach uns. Jeden Tag in den Narichten berichten sie davon, in der Hoffnung eine Spur zu finden. Doch das werden sie nicht. Niemals sind sie in der Lage dazu. Durch uns hat sich ein dunkler Schatten über das gesamte Land gelegt. Niemand ist sicher. Unsere Mordserie zieht sich von Stadt zu Stadt und keiner weiß wo wir als nächstes zuschlagen. Nicht mal ich weiß das. Ich folge Jeff's Verwüstung. Jedesmal wenn eine neue Leiche gesichtet wird, die mit ihm in Verbindung gebracht werden kann, mache ich mich auf den Weg. Auch wenn die Tatorte mir wenig Aufschluss über seine nächsten Schritte geben hinterlasse ich ihm Hinweise. Hinweise in Form von Leichen. Er sollte inzwischen Wissen, dass jemand ihm folgt. Keine Ahnung ob er weiß das ich es bin. Die Narichtensender sind sich nicht eindeutig sicher ob die zweite Mordserie von mir ausgeht. Aus dem Grund wird mein Name auch kaum erwähnt. Ob das gut oder schlecht ist wird sich herausstellen.

"Töte sie! Mach schon!"

Diese Stimme. Sie war immer da. Seit dem Tag im Krankenhaus. Ich habe ohne zu zöger auf sie gehört. Eine lange Zeit habe ich sie nicht in Frage gestellt. Habe ihr blind vertraut. Ohne auf Konsequenzen zu achten, habe ich gemordet. Egal wer mich gesehen hat. Egal wo ich mich befand. Doch das wurde zu gefährlich. Ich musste anfangen auf meine Sicherheit zu achten wenn ich Jeff finden wollte. Es war schwer die Kontrolle wiederzuerlangen aber dennoch war es notwendig.

"Töte sie endlich. Na los!"

Die Stimme wird lauter. Wütender. Es ist als würde sie versuchen aus meinem Kopf herauszuspringen um selber die Morde zu begehne nach denen sie verlangt. Sie zwingt mich die beiden Polizisten in dem Haus vor mir zu fixiern. Ich sehe beide durch ein Fenster des Hauses. Das Glas liegt in Scherben und eine Spur aus Blut führt hinein. Von meinem Beobachtungspunkt aus kann ich die vollgeschrieben Wände im inneren des Gebäudes sehen. Drei Wörter. Immer die gleichen drei Wörter. Go to sleep. Überall wo er mordet sind sie zu finden. Immer mit Blut geschrieben. Ich frage mich machmal ob er diese Worte damals auch geschrieben hat. Damals als er versuchte mich zu töten. Manchmal will ich das er es getan hat. Aber meistens hoffe ich, dass er es nicht getan hat. So würde ich wissen, dass er ziwschen mir und seinen anderen Opfer einen Unterschied gemacht hat.

"Gleich sind sie weg! Töte sie sofort!"

Die Lautstärke der Stimme bereitet mir Kopfschmerzen. Sie ist wütend. Seit ein paar Tagen habe ich schon nicht mehr gemordet. Auch mir kribbelt es in den Fingern endlich wieder Blut fließen zu sehen. Aber ich darf jetzt nicht schwach werden. Ich muss mich auf die Suche fokusieren. Dannach kann ich morden soviel ich will. Wenn ich Jeff gefunden habe wird niemand mehr sicher sein. Die Leichen werden sich unter uns stapeln.

"TÖTE SIE!"

Die Stimme brüllt ein letztes mal bevor die Polizisten in ihr Auto steigen und den Tatort verlassen. Endlich kann ich mein Versteck verlassen und das Haus betreten. Im Schatten der Dämmerung schleiche ich zu dem kaputten Fenster und klettere ins Innere. Abgesehen von der Schrift aus Blut und den zertrümmerten Möbeln gibt nichts Aussschluss auf Jeff. Mir ist klar, dass er nichts an seinen Tatorten zurücklässt aber ich hoffe immer darauf. Angestrengt durchsuche ich jede kleinste Ecke des Erdgeschosses. Wie erwartwt ist hier nichts, weshalb ich die Treppe hinauf in die erste Etage gehe. Zimmer für Zimmer suche ich nach Hinweisen. Doch auch hier ist nichts zu finden. Entrüstet lass ich mich an der Wand im Flur herunterrutschen und atme einmal tief durch.

"Der Dachboden. Schau nach oben."

Verwirrt tue ich was die Stimme sagt und sehe eine Luke die den Eingang zum Dachboden versperrt. Ich stehe auf und strecke mich nach oben um sie zu öffnen und die Leiter herunter zu lassen. Da die Decke relativ niedrig ist, muss ich mir nichts suchen was mir dabei behilflich sein müsste. Schnell klettere ich die Leiter hoch und schaue mich auf dem verstaubten Dachboden um. Es gibt kaum noch Licht was diesen erhellt, weshalb ich meine Taschenlampe einschalte. Hier oben ist garnichts. Naja fast nichts. In der Mitte des Raumes liegt etwas. Vorsichtig gehe ich näher heran und staune nicht schlecht als ich sehe um was es sich handelt. Eine Leiche. Ich habe noch nie ein Opfet meines Bruders gesehen. Die Polizei hat sie immer vorher abgeholt. Aber diese hier müssen sie übersehen haben. Ein Mädchen. Überall bedeckt mit Blut. Ich vermute sie ist ungefähr in meinem Alter. Sie trägt ein dunkelblaues Kleid, welches bis zu ihren Kniehen reicht und lange Ärmel hat. Schuhe hat sie keine an. In ihren Händen welche sie auf ihrer Brust gefaltet hat, hält sie weiße Rosen. Trotz ihres jungen Alters hat sie graue fast weiße lange Haare. Ihre Haut sieht so aus als währe sie kaum in der Sonne gewesen, so hell ist sie. Nachdenklich hocke ich mich neben sie und versuche herauszufinden was das hier soll. Jeff ist nicht sentimental seinen Opfern gegenüber. Noch nie war die Rede von weißen Rosen oder einer fast unversehrten Leiche. Ich kann so sehr ich es auch versuche keine Verletzung finden, die das viele Blut erklärt. Seufzend setze ich mich hin und starre auf die Tote. Was willst du mir damit sagen Jeff?

"Es war einen Versuch wert." sagt die Tote plötzlich und setzt sich auf. Ihre hellen, lila schimmernden Augen richten sich auf mich und schauen mich ausdruckslos an. Fassungslos und geschockt starre ich sie an, nicht wissend was ich jetzt tuen soll.

Homocuidal Liu - I Follow YouHistorias para obsesionarse. Descúbrelo ahora