Prolog

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Pov: Kylie

Es krachte als erneut ein Blitz direkt neben uns einschlug. Das Gewitter war inzwischen so heftig, dass ich mir nicht mehr vorstellen konnte, dass hier jemals die Sonne geschienen hatte.

Che und ich befanden uns im im Wald, innerhalb des Schutzkreises den ich für uns errichtet hatte. Aus gutem Grund, wie sich nun herausstellte. Dieser kack Jägeranführer mit den weißen Haaren, schlug mit seinem Schwert die ganze Zeit gegen die Schutzbarriere.

Dong, dong, dong!

Das Geräusch machte mich noch nervöser als ich eh schon war und ich fürchtete, die Konzentration zu verlieren. Meine Hände waren schweißnass.

Ich grub meine Finger in das Gras und die Erde unter mir und fühlte den Dreck, der sich unter meinen Fingernägeln sammelte. Ich saß stocksteif da und versuchte die Welt um mich herum auszublenden.

Mein Mund bewegte sich wie mechanisch, ich hörte mich selbst, wie ich die Zauberformel aus dem Buch vor mir ablas. Ich hörte meine Stimme, die unsicher und gestresst wirkte, doch Versand kein Wort von dem was ich sagte.

Ein weiterer Donnerschlag ertönte und ein Blitz schlug blendend hell direkt neben mir ein.

Meine Worte brachen ab. Die Panik stieg in mir hoch. Mein Atem ging nur noch stoßweise und meine Augen brannten, da ich sie schon die ganze Zeit weit aufgerissen hatte.

Die Panik wurde zu groß, die ganze Welt bestand nur noch aus Angst. Ich wollte mich zusammen rollen, die Arme über meinen Kopf legen und die Augen schließen. Ich wollte mich schützen, vor diesen nicht existenten Monstern.

Ich war in die Ecke gedrängt. Es war der Moment der absoluten Verzweiflung, wenn man wusste, dass es keinen Ausweg mehr gab. Wenn man gerannt war und das Monster sich schließlich auf einen stürzte.

Ich versank in einem Meer aus Angst. Ich wollte schreien und weinen, auch wenn ich wusste, dass das alles nichts half.

Die Angst krallte sich wie eine Klaue in meinen Brustkorb und nahm mir den Atem. Ich wollte weg, einfach nur weg.

Bitte hilf mir. Rette mich! Bitte...

,,Kylie..." Hörte ich eine Stimme durch den Sturm zu mir flüstern. Eine vertraute Stimme, die mir durch ihren bloßen Klang ein Stück weit die Angst nahm.

Ich hatte ganz vergessen, dass Che-Nupet auch noch da war.

Sie lag auf der Seite im Gras und war kaum noch in der Lage sich zu bewegen. Schlagartig erinnerte ich mich wieder daran, warum ich hier saß und das alles machte.

,,Ich bin bei dir Kylie, ich beschütze dich... Aber du musst dich beeilen." Flüsterte sie zu mir.

Ich presste die Lippen aufeinander als ich sie ansah. Sie wirkte so klein und zerbrechlich, wie sie so auf dem Boden lag.

Ich streckte meine Hand aus und strich ihr durch ihre kurz geschnittenen Haare.

Sie fühlte sich kalt unter meinen Fingerspitzen an, doch trotzdem strömte Wärme durch meinen Körper.

Unsere Blicke trafen sich.

Ihre warmen, braunen Augen sahen in meine und ich spürte, wie sich die Klauen in meiner Brust lösten. Che gab mir Sicherheit wie es sonst keiner konnte. An ihrer Seite fühlte ich mich stark. Mutig.

Ich blickte nach draußen und riss erschrocken die Augen auf. Seth wischte die Pentagramme aus Sand, die wir zuvor fein säuberlich auf die Steine geschüttet hatten weg.

Wie war das möglich? Ich hatte sie ebenfalls mit Abwehrzaubern gegen sämtliche Arten von Lebewesen versehen. Warum hielt ihn das nicht auf?

Er rannte wie ein irrer von einem Stein zum nächsten und wischte den Sand mit einer simplen Handbewegung einfach weg.

Dieser absolut verblödete Vollidiot!

Ich riss meinen Blick von ihm weg und starrte auf die Zeilen vor mir. Die Buchstaben verschwamen vor meinen Augen. Ich wischte mir hecktisch über die Augen und begann zu sprechen.

Meine Stimme überschlug sich, als ich die Wörter hektisch in den Wind flüsterte.

Nur noch eine Zeile, ich spürte wie die Magie in der Luft zu knistern begann.

Die letzten Worte kamen aus meinem Mund. Ich stockte.

Nichts war passie-

Grelles Licht explodierte vor meinen Augen und hüllte die ganze Welt ein. Ich schloss die Augen, es war so hell, dass ich das Licht schon fast gar nicht mehr wahrnehmen konnte.

Ich wurde umgeworfen. Es fühlte sich an, als ob ein Tsunami über mir zusammenbrechen würde. 

Ich fühlte wie sämtliche Energie aus mir herausgesogen wurde. Ich hatte keine Kraft mehr zu atmen. Die unendlichen Wassermassen über mir drückten mich auf dem Meeresgrund zusammen. Ich war unfähig mich zu bewegen.

Sie hatte gelogen, war das letzte das ich denken konnte.

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