Spanien, 1852: In unserem Schloss ‚Monte Cristo' wurde alles vorbereitet für den Ball. In dem großen, Gold geschmückten Saal wurde Essen aufgetischt und die Kammerdiener bekleideten mich, Sarah, die Tochter des Herrn von Spanien. Ich war die jüngste Tochter und die einzige noch unverheiratete von meinen 2 großen Schwestern und einem großen Bruder. Ich trug mein neustes und schönstes Ballkleid, um wie mein Vater ausdrücken würde, die reichen Männer mit meinem Aussehen zu verlocken. An diesem Abend wurden viele Gäste eingeladen, denn unsere Königsfamilie lud einmal im Jahr jegliche Männer ein, um für die Töchter einen passenden, vermögenden Mann zu suchen. Die letzten Jahre wurden meine 2 Schwestern verheiratet und ich wusste, dass dieses Jahr ich an der Reihe sei. Ich war nicht davon überzeugt meine große Liebe auf einen einen einmaligen Ball zu finden, doch ich wollte mich diesen Abend für meine Eltern anständig verhalten.
Meine Kammerdienerin, namens Ella richtete meine Haare und lächelte freundlich, bevor sie mir die letze Kette umlegte. Als ich die lange Wendeltreppe von meinem Zimmer aus hinunter ging, bekam ich Angst vor dem Ball. Denn ich hatte bei den letzten Ball, letztes Jahr, bei meiner Schwester Antonia die vielen alten Männer gesehen und fühlte mich dort schon unwohl, obwohl ich noch nicht einmal im Mittelpunkt stand. Am Ende der Treppe stand meine Mutter mit einem Lächeln aufgesetzt und sagte: „Hübsch siehst du aus Sarah. Das neue Ballkleid sieht wunderschön an dir aus." Ich freute mich und lächelte sie an. Meine Mutter bedeutete mir sehr viel, da sie nicht wie mein Vater nur an die Heirat denkt und mich versteht. Sie ging mit mir zum großen Eingangstor um die ersten Gäste zu begrüßen, die bereits mit einer Kutsche eintrafen. Dadurch das meine Mutter bei mir war, hatte ich nicht mehr solche Angst vor diesem Ball und führte die ersten Männer in den großen Saal, wo ich später wohl viele Tänze machen würde. Mein Vater traf mittlerweile ein und begrüßte alle Gäste freundlich, schließlich könnte jeder mein zukünftiger Ehemann sein. Ich bekam grauen bei diesem Gedanken, denn äußerlich traf keiner von denen auf mein Geschmack zu. Schließlich sind die meisten schon über 40 und ich wusste, dass ich wahrscheinlich den Vermögendsten heiraten werde und nicht auf das Aussehen achten darf, doch meine Schwestern hatten da noch etwas mehr Glück.
Bevor das Dinner eröffnet wurde, hatte ich schon 4 Gespräche mit Gästen, die mir hauptsächlich Komplimente machten und von ihrem Vermögen erzählten, um mich zu überzeugen. Zwischendurch stellte mein Vater mich auch Männern vor, die laut seiner Aussage wohl gut zu mir passen würden. Ich wusste aber, dass er dabei nur auf die Geldsummen geachtet hatte, die diese Männer besitzen. Als das Dinner endlich eröffnet wurde war ich froh, denn wenn alle an einem langen Tisch sitzen, ist die Regel das meine Mutter neben mir sitzen muss und mein Vater am Tischende. Als wir aßen bekam ich von allen Gästen Blicke, doch sie sprachen untereinander und das Essen konnte ich ohne Unterhaltung über Vermögen genießen.
Nach dem Dinner wusste ich, dass jetzt jeder von den 60 eingeladenen Männern mit mir versuchen wird ein Gespräch zu führen. Es war laut und voll, alle standen um mich und die Männer drängten ohne Unterbrechung zu mir und ließen mich unwohl fühlen. Nach meinem 15 Gespräch hielt ich es nicht mehr aus. Ich entschuldigte mein Gespräch und verließ den Saal um in den Schlossgarten zu gehen. Meine Mutter sah mich, aber folgte mir nicht, weil sie Verständnis zeigte. Im Schlossgarten atmete ich tief durch und setzte mich auf eine Bank. Plötzlich hörte ich hinter mir Schritte und hoffte auf meinen Vater oder Mutter. Doch es war ein Mann, der mir gefolgt war und sich zu mir setzte. Ich war schüchtern und konnte mich nicht durchsetzen, obwohl ich nicht wollte, dass jemand mir gefolgt war und sich so respektlos nah an mich setzte. Also sagte ich nichts und lies es geschehen. Der alte Mann rückte unangenehm näher. Er sagte: „Ihr Schlossgarten ist wunderschön." Da ich nicht unhöflich wirken wollte, bedankte ich mich. Der Mann ließ mich jedoch sehr unwohl fühlen, als ich merkte wie nah er mir kam und das hier draußen keine Menschenseele war. Es war still. Aus dem Nichts legte der Mann seine Hand auf meinen Oberschenkel. In dem Moment schoss ich auf und sagte in einem lauten Ton: „Bitte lassen sie mich in Ruhe und gehen sie wieder hinein! Ich möchte hier draußen meine Ruhe haben." Ich war überrascht, dass ich dies grade gesagt habe, doch in dem Moment war es mehr als nötig. Doch das einzige was der Mann tat war zu lächeln. Er stand von der Bank auf und kam mir wieder näher. Ich entschied mich diesmal weg zu rennen, doch er griff mich am Arm. Ich schrie: „lass mich los!" Doch er tat es nicht. Ich sah von hinten eine Person kommen. Es war unser Bediensteter Larry. Er nahm den Mann und riss ihn von mir weg. Larry sagte: „Ich schlage vor, sie verlassen diesen Ball auf der Stelle." Doch der Mann antwortete: „ von Ihnen lass ich mir nichts sagen, wenn mich jemand auffordert zu verlassen, dann nur der Herr des Hauses." Ohne nachzudenken rannte ich ins Schloss zu meinem Vater und erzählte ihm das Geschehen, sodass er mitkam und den Mann nach Hause schickte.
An diesem Abend lösten wir den Ball auf, denn ich war nicht mehr in der Lage mit Gästen zu tanzen und weiter nach zukünftigen Ehemännern Ausschau zu halten. Völlig erschöpft ging ich auf mein Zimmer, wo mich bereits Ella erwartete. Sie nahm mir nach und nach den Schmuck ab und kleidete mich fürs Schlafen gehen an. Ich erzählte von dem Geschehen im Schlossgarten und was mir der Mann antat. Sie schien erschrocken und fing an von ihrer Jugend zu erzählen, als sie 17 war. Sie erzählte, dass sie in einer Großfamilie lebte und sich um ihre Geschwister kümmern musste. Sie lernte dadurch den ganzen Haushalt zu machen und entschied sich später auch für diese Arbeit als Kammermädchen. Manchmal sehne ich mich nach ein normales Leben in einer Familie, ohne mit 17 schon verheiratet zu sein, doch ich könnte mir niemals vorstellen meine ganzen Geschwister zu Versorgern, als wäre ich deren Mutter. Ich bedankte mich bei Ella und ich ging ins Bett. Als ich eingeschlafen war, hörte ich plötzlich ein lautes Schreien...
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Die verdorbene Liebe
Historische RomaneSpanien, 1852: Die junge Prinzessin Sarah wird von ihrer spanischen Königsfamilie mit reichen Mackern verkuppelt, doch Sarah sehnt sich zu einer anderen großen Liebe. Es wird sich jedoch dramatisch verändern, als sie das wahre ich von ihm erfährt.
