1. Der Alpha am Fluss

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Sienna
Ich sah nur Sex.

Egal, wo ich mich hindrehte. Zitternde Körper. Arme und Beine räkelten sich.Münder stöhnten. Überall.

Ich lief durch den Wald, rannte, außer Atem, wollte nur den Gespenstern entkommen, die mich verfolgten. Es war, als würden sie mich rufen, mich beschwören.. Komm her zu uns, riefen sie..
Je tiefer ich in den Wald lief, desto dunkler und lebendiger wurde er.

Einige Bäume bewegten sich wie Liebende. Andere, mit verknöcherten Wurzeln und dürfen Ästen, sahen aus wie Raubtiere. Die mir immer näher kamen. Mich verfolgten.
Etwas da draußen , im Dunkel, wollte mich. Etwas Nichtmenschliches.

Und jetzt stöhnten die Münder nicht mehr. Sie schrien.
Die bizarren Orgien um mich herum wurden brutal. Blutig, Lebensgefährlich.
Gleich würde die Dunkelheit mich verschlucken.
Der Sex mich strangulieren.

Ich fühlte, wie eine Wurzel sich um meine Fessel schlang. Ich stolperte und fiel in ein gähnendes Loch mitten im Wald. Aber das war kein Loch.
Es war ein Mund. Mit spitzen Zähnen und einer schwarzen Zunge. Der sich die Lippen leckte und mich jeden Moment mit Haut und Haar verschlingen würde.

Ich wollte schreien. Aber meine Stimme versagte.
Ich fiel.
Weiter.
Tiefer.
Bis ich mit dem heißen, sexuellen Wahnsinn eins war.. ihm ganz erlag.

Ich kniff die Augen zusammen. Was zum Teufel hatte ich da gerade gezeichnet?

Ich saß am Fluss, meinen Skizzenblock in der Hand und starrte auf meine Zeichnung. Sie kam mir vollkommen fremd vor.
Ich hatte eine total verstörende.. sexuelle Phantasie gezeichnet.
Das konnte nur eines bedeuten: die Hitze kam.

Aber bevor ich der Hitze oder meiner Zeichnung weitere Aufmerksamkeit schenken konnte, wurde ich von Gekicher abgelenkt. Es kam von einer Gruppe Mädchen. Sie standen um ihn herum.

Aiden Norwood.

Ihn hatte ich noch nie hier gesehen. Hier am Flussufer, wo ich hinging, wenn ich meinen Kopf frei bekommen wollte. Nicht viele von uns kamen hierher. Warum? Keine Ahnung.
Vielleicht wegen der Ruhe hier, während man von uns immer erwartet, dass wir wild sind. Vielleicht aber auch wegen dem Wasser, was nicht zu dem Feuer passt, das in jedem von uns brennt.
Oder vielleicht habe ich auch immer nur gedacht, dass dieser Ort hier nur mir gehört. Ein geheimer Ort, wo ich nicht Teil des Rudels bin. Wo ich nur ich bin.

Sienna Mercer, 19 Jahre und selbsterklärte Künstlerin mit roten Haaren. Eine scheinbar ganz normale junge Frau.

Der Alpha schlenderte zum Wasser. Die kichernde Mädchenschar hinterher. Er beachtete sie nicht. Er sah aus, als wollte er allein sein. Das machte mich neugierig. Ich wollte ihn zeichnen.
Klar, ich wusste, dass es ein Risiko wäre, den Alpha zu zeichnen. Aber ich konnte einfach nicht widerstehen.
Schnell skizzierte ich seine Umrisse. Er stand da wie ein Baum, mit seinen 1,95 Meter und mit dem lässig ungekämmten, tiefschwarzen Haar und den goldgrünen Augen. Bei jeder Bewegung schien ihre Farbe zu wechseln.

Aiden war der Inbegriff eines Leckerbissens.

Ich hatte gerade angefangen, seine Augen zu zeichnen, als er sich umdrehte. Er hatte etwas gewittert.
Ich stoppte, mitten im Strich, wie versteinert. Wenn er mich jetzt sehen würde, wenn er entdecken würde, was ich da gerade zeichnete..
Aber zu meiner Erleichterung drehte er sich zurück zum Wasser, sein Blick verloren in irgendeiner dunklen Träumerei. Auch unter Menschen wirkte der Alpha einsam. Und genau so zeichnete ich ihn, einsam.

Ich hatte ihn schon oft aus der Entfernung gesehen. Aber noch nie war ich ihm so nah gewesen. Ich konnte seine Muskeln sehen, die sich unter dem Hemd abzeichneten. Sein leicht gekrümmtes Rückgrat, das immer bereit war für die Verwandlung. Ich stelle mir vor, wie er blitzschnell mutierte. Er stand gebeugt, die Augen unruhig und auf der Suche, wie ein wildes Tier, so als wäre es fast schon soweit.
Er war ein Mann. Aber vor allem ein Werwolf.

The Millenium Wolves Stories to obsess over. Discover now