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Was treibt mich an?

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«Herzlich willkommen zu den heutigen Nachrichten. Die dritte Sensation dieses Jahrhunderts ist vollbracht! Die Crew der Apollo 17 ist heute erfolgreich zur Erde zurückgekehrt und hier steht einer der Helden! Mr. Voss, wie fühlen sie sich?», kräht der Journalist ins Mikrofon. «Genial», antworte ich. «Bin so froh, dass alles so gut gelungen ist!» Innerlich versuche ich ruhig zu bleiben, obwohl ich diese Mikrofone und Kameras auf den Mond, oder noch besser Mars, schiessen könnte. Man kann heutzutage nicht einmal mehr auf die Erde zurückkehren, ohne von diesen Biestern umzingelt zu werden. «Sagen sie mal, was treibt sie eigentlich an?», fragt nun ein anderer Reporter. «Nun, für mich ist es eine Ehre, die Menschheit weiterzubringen.»

Nach etlichen Fragen und vielen verlorenen Stunden sitze ich endlich zu Hause und kann mich ausruhen. In meinem Kopf gehe ich die letzte Woche noch einmal durch. Die Woche, die mein Leben für immer verändert hat. Der Start. Der Flug zum Mond. Auf dem Mond die ersten Schritte tun. Einige Tage oben bleiben. Rückflug. Ankunft auf der Erde. Die nervigen Journalisten. Aber genau deswegen fällt mir wieder eine der vielen gestellten Fragen ein: Was mich denn antreiben würde? Gute Frage, denn was treibt mich denn an? Was ist meine Motivation dafür, das zu tun, was ich letzte Woche getan habe? Ich glaube, dass ich irgendwas von wegen Menschheit und weiterbringen gesagt habe. Aber stimmt das? Will ich die Menschheit wirklich weiterbringen, wo es doch besser wäre, rückwärts zu gehen und all diese für die Erde schädlichen Dinge ein für alle Mal aus den Gedanken der Leute zu löschen? Also ist dies nicht die richtige Antwort gewesen Ist es denn meine Faszination für Technik? Nee, das stünde ja im Widerspruch zu dem, was ich vorhin gedacht habe. Die Technik ist es also auch nicht. Was ist es dann? Ist es vielleicht einfach meine Liebe zum Universum? Zu dem Ort, wo Menschen einfach keine Rolle spielen, wo nicht einmal die Erde etwas Bedeutendes ist? Das ist meine wahre Antwort, meine wahre Motivation. Ich wollte dorthin, wo die Menschen ein kleiner Hauch von Nichts sind. Mögen wir einen grossen Schatten über der Erde sein, doch würden wir verschwinden, würde das niemand im Universum mitkriegen, geschweige denn interessieren. Der Kosmos würde sich weiter ausdehnen, in seiner Schönheit wachsen und seine eigenen Geheimnisse bewahren. Die Menschheit glaubt immer, so viel über das Universum zu wissen, aber ich glaube, dass es dort draussen noch so viel gibt, was wir nie wissen werden und genau das fasziniert mich. Wisst ihr, die Menschen wissen und können so einfach so viel und der Gedanke, dass es doch noch einige Dinge gibt, die wir vielleicht nie kennen werden, ist irgendwie beruhigend. Aber hat dies noch etwas mit meiner Motivation zu tun? Eher nein, schliesslich bin ich einer von denen, die an der Lüftung der Geheimnisse beteiligt ist, auch wenn dies nie mein Ziel war. Ich wollte die Schönheit und all das Abstrakte mit meinen eigenen Augen gesehen haben und einmal im Leben ausserhalb meines Planeten sein. Als dann am Abend auf dem Mond die Erde am Himmel aufging, umringt von Milliarden von Planeten und Sternen, wurde mir bewusst, wie unbedeutend und mickrig klein wir alle doch sind und wie unwichtig die Menschenprobleme waren. Im Universum ist es egal, an was du glaubst, wie du lebst, wie viel Geld du hast, wen du liebst, und so weiter. Im Universum wäre der einzelne Mensch endlich frei. Frei von all den Dingen, die wir jetzt noch unsere Probleme nennen.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Feb 13, 2021 ⏰

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Was treibt mich an?Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt