Kapitel 1: Ivy

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Ivys POV

Zuhause. Das war das erste Gefühl, das ich hatte, als ich die weiten Türen des Elite Internats Rose Field Academy öffnete. Mein neues Leben hatte gerade begonnen. Nachdem ich 2 Stunden in einem Auto verbracht hatte, das mich von dem Haus meiner Eltern nach Oxford brachte, war ich endlich hier. Unvorstellbar, wenn man mal so darüber nachdenkt. Wie mein ganzes Leben. Ist es nicht verrückt? 1 Woche zuvor bin ich noch auf einer der High Schools in London gegangen und jetzt stehe ich hier, in der Eintrittshalle  meiner neuen Schule. Naja, es ist nicht nur irgendeine Schule, es ist Rose Field Academy, eines der besten Internate Englands. Wow. Okay, ich gebe zu, mein neues Leben ist nicht gerade günstig. Überhaupt nicht, wenn man so will. Weißt du wie viel das Leben auf so einer Schule kostet? Ich werde sicher keinen Preis nennen, lasst uns festhalten, dass es ziemlich teuer ist. Zu teuer eigentlich. Ich habe mich sehr schlecht gefühlt, als ich meinen Eltern von Rose Field Academy erzählt habe, da wir nicht gerade reich sind. Keineswegs arm, nur einfach auch nicht reich. Aber mich hat das nie gestört und es wird mich auch nie stören. Es spielt keine Rolle aus welchen Verhältnissen man kommt, solange man eine Familie hat, die einen liebt. Und die habe ich defintiv. Sie haben vorgeschlagen, dass ich mich doch für ein Stipendium bewerben könne, was ich dann natürlich gleich auch gemacht habe. Und ja, ich habe es bekommen, sonst würde ich vermutlich nicht hier stehen. Lasst uns Gott dafür danken, dass er mir eine aussergewöhnliche Begabung für Chemie gegeben hat.

"Miss Hendrixson?"

Oh man, ich fühle mich immer noch so komisch wenn mich jemand mit meinem Nachnamen anspricht. Wie auch immer, ich werde, nein, ich muss mich sogar daran gewöhnen.

"Ja, hier, ich bin Ivy Mills Hendrixson!", antwortete ich der Dame, die meinen Namen genannt hatte. "Schön, ich bin Alice Rosefield, die Direktorin des Internats. Ich hoffe du wirst eine schöne Zeit hier haben. Ich habe schon gehört, du wärst das Mädchen, das das Stipendium bekommen hat, richtig? Das Chemie Genie?" Ich musste lächeln, als sie mich so nannte. "Ich würde nicht sagen, dass ich ein Genie bin, aber ja, ich habe das Stipendium bekommen." Sie schmunzelte. "Ich bin mir sicher, du wirst unsere Chemie Räume lieben. Die Ausstattung ist sehr modern obwohl das Gebäude an sich schon über 100 Jahre alt ist." Sie setzte sich in Bewegung, während sie von der Geschichte der Schule erzählte. Ich war sehr beeindruckt von der Architektur und ich verspreche euch, ich bin heute noch verliebt in diese. "So, unsere kleine Tour endet hier erst einmal. Violet, eine andere Schülerin und gleichzeitig deine Zimmerpartnerin, wird dir morgen die ganze Akademie zeigen. Mir ist bewusst, dass die Schule sehr groß ist und du am Anfang vielleicht Schwierigkeiten haben wirst dich zurecht zu finden, aber ich bin sicher, dass du das nach einer Zeit hinbekommst. Im Moment sind wir im zweiten Stock, hier befinden sich alle Zimmer für die Schülerinnen und Schüler. Auf der linken Seite die der Jungen, auf der rechten die der Mädchen." Ich sah eine Menge Türen mit Nummern darauf und es schien mehr wie ein Hotel als eine Schule. Aber es gefiel mir. "Dein Zimmer ist Nummer 67, das letzte im Flur. Die anderen Schüler sind gestern angekommen und wie ich sie kenne, könnte es sein, dass sie ihre Koffer und Taschen noch nicht ganz ausgepackt haben." Sie zwinkerte mir zu und irgendwie fing ich an sie zu mögen. "Das wäre es jetzt erstmal. Hast du noch irgendwelche allgemeinen Fragen?" Ich zögerte kurz. Natürlich hatte ich Fragen, eine Menge sogar. Warum auch nicht? Neue Schule, neue Leute, neues Leben... alles würde sich nun ändern. Allerdings, war das meine eigene Entscheidung und andere Schüler haben sich hier vor mir auch zurecht gefunden. Warum also ich nicht? "Nein, vielen Dank.", antwortete ich. "Gut, dann sehen wir uns beim Abendessen wieder!" Sie lächelte mir zum Abschied noch einmal aufmunternd zu und verließ danach den Flur.

Ich öffnete die Tür meines Zimmers, Nummer 67. Stille und Dunkelheit. Eigentlich hatte ich erwartet, dass das andere Mädchen hier sein würde um auszupacken, aber anscheinend hatte ich mich geirrt. Naja. Ich setzte mich auf das noch freie Bett und betrachtete den Raum. Ihr Koffer lag bereits halb leer auf ihrem Bett und auch allgemein schien sie mit Auspacken doch schon recht weit gekommen zu sein. Alles sah so vornehm und schön aus, ein bisschen erinnerte mich das Zimmer an das eines Schlosses aus dem 19. Jahrhundert. Ich entschied, die Stunde sinnvoll zu nutzen und meinen Koffer auszupacken, bis es um 19 Uhr Abendessen gab. Ich schrieb meiner Mutter noch schnell eine Nachricht, dass ich sicher angekommen sei, aber zu müde wäre um zu telefonieren. Ehrlicherweise, war ich zwar müde, der Hauptgrund war allerdings, dass ich mich erst einmal etwas eingewöhnen wollte, bevor ich mir möglicherweise Heimweh bei einem Gespräch einfing. Morgen würde bereits mein erster Schultag sein.

Ich öffnete meinen Koffer und begann, nach und nach die Sachen in den Schrank, der noch frei war, einzuräumen. Ich hatte nicht so viel mitgenommen, da man hier sowieso eine Uniform zu tragen hatte. Diese entdeckte ich dann auch im Schrank, sie bestand aus einem Rock, Strumpfhose, Bluse, Jacke und einer Krawatte mit dem Schullogo, einer roten Rose. Ich nahm sie heraus und legte sie auf mein Bett. Zum Abendessen werde ich sie bereits tragen müssen. Ich verstaute die restlichen Shirts und Sachen aus meinem Koffer im Schrank und schloss diesen. Plötzlich öffnete sich die Tür und ein Mädchen mit langen braunen Haaren, zu einem Dutt hochgesteckt, betrat das Zimmer. Sie telefonierte gerade, wobei die Unterhaltung nicht so friedlich zu verlaufen schien.

Rose Field Academy - Boarding School EnglandStories to obsess over. Discover now