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Wir wissen, dass die Tierwelt zwei Parteien hat. Die Jäger, die alles töten und essen was ihnen klein und zerbrechlich erscheint, die einen Führer wählen und sich von diesem leiten lassen.

Und dann gibt es noch die Gejagten. Es sind die Schwachen Kämpfer, für die jeder Sonnenaufgang ihr letztes sein könnte. Sie kämpfen sich hoch und schließen sich mit anderen zusammen um sich in Sicherheit zu bringen.

So ist die Tierwelt. Sie setzen ihre Nahrungskette fort und die schwachen kämpfen Tag für Tag für ihr Überleben, während die starken den Luxus ihres Ranges genießen.

Ist euch je aufgefallen, dass die Welt der Menschen genau nach diesem Prinzip geführt wird?

Menschen mit viel Geld, gutem Einkommen und festem Job, haben es leichter im Leben. Sie sind die Jäger. Sie jagen alles was ihr Leben nach oben fördert – jede Beförderung, des Angebot was Geld bringt. Die Jäger müssen sich keine Sorgen darum machen, auf der Straße zu landen oder gar ihren Job zu verlieren. Die Jäger sind mächtig.

Die einfachen Menschen, die ihren Rang weiter unten haben, haben die Chance aufzusteigen. Sie haben noch die Möglichkeit, ihr Leben so zu gestalten wie sie es wollen und überleben. Wenn sie jedoch versagen, ist es auch für sie vorbei.

Die Gejagten sind Menschen ganz unten. Sie beten für jeden neuen Tag den sie erleben dürfen. Es sind die Menschen ohne Job und ohne einem Dach über dem Kopf. Diesen Menschen fällt es schwer für ihre Familie zu sorgen oder zurück auf die Beine zu finden. Die Gejagten sind oft an der Grenze der Verzweiflung und manchmal passiert es, dass sie beginnen sich zu wehren und zu Mitteln greifen, die sie nach oben bringen könnten. Eines der beliebten Mittel ist die Kriminalität die von Tag zu Tag steigt. Hierzu zählt Raub, Erpressung, Mord und weitere schlimme Dinge woran man lieber nicht zu denken wagt.

Hallo, mein Name ist Jay Scott und ich habe das Pech in so einer Welt zu leben.

Ich stelle mich kurz vor. Geboren als Jason Scott in New York City, lebe ich nun unter dem Namen Jay Scott in Washington DC.

Meine Familie besteht aus meinen beiden Eltern und mir. Wir gehören zur einfachen Mittelschicht diese Welt und haben keine großen Probleme damit.

Diese Welt hat eine einzige Regel an die sich jeder halten muss: Kämpf oder stirb.

Nach dieser einen simplen Regel haben die meisten ihr Leben aufgebaut.

„Jay Schatz?", rief meine Mutter mich und kam nach oben in mein Zimmer. „Jay? Essen ist fertig, komm bitte."

„Ist ja gut, ich komm doch schon.", gab ich nur knapp zurück und sah meiner Mutter hinterher als sie mein Zimmer wieder verließ. Seufzend streckte ich mich kurz, legte mein Handy zur Seite und ging nach unten. Auf dem Weg nach unten schnupperte ich und mir lief das Wasser im Mund zusammen.

„Gebratene Kartoffeln! Lecker!", schwärmte ich und mein meine Magen knurrte hungrig zur Bestätigung. Kaum saß ich auf meinem Stuhl, schon verschwand die erste Kartoffel in meinem Mund.

„Junge, warte doch bis alle sitzen.", mein Vater schlug auf meine Hand, als diese erneut zur Schüssel wanderte. Schnell zog ich sie zurück und schmollte meine Mutter an.

„Dein Vater hat Recht, wir haben dich zu Manieren erzogen.", meine Mutter sah mich sanft lächelnd an. „Und es gibt noch etwas, was wir mit dir besprechen möchten."

Mein Blick hob sich augenblicklich und ich musste schlucken – etwas besprechen hört sich immer so drohend an.

„Es ist wegen dem kommenden ST, nicht wahr?", fragte ich und meine Eltern nickten bedrückt. Ich sah die Sorge in ihren Augen. „Mom, Dad, es war noch nie ein Problem für uns. Die Rotaugen sind die einzigen die töten dürfen und diese leben im Tresor am anderen Ende der Stadt. Macht euch nicht immer so viele Sorgen um mich."

„Du hast ja Recht, Jay...", murmelte meine Mutter und fing an zu essen ohne weitere Worte zu verlieren.

Mit vollem Magen saß ich nun in meinem Zimmer und dachte über den ST nach.

Sortierungstag oder aus kurz ST genannt, war der Tag einmal im Jahr an dem die Jäger jagen durften. Jede Art von Kriminalität war erlaubt ohne eine Strafe davon zu tragen.

Die Jäger nannte man auch die Rotaugen. Die mit Abstand gefährlichsten Menschen dieser Welt. Man sperrte sie in den Tresor um die Gefahr zu verringern.

Der Tresor ist ein Wohnviertel der ganz normal war, hübsche Häuser, Läden, Schulen und Kindergärten. Der einzige Unterschied ist nur, dass dieser Viertel von einer Steinmauer umgeben wurde. Zwanzig Meter Dick und Mindens Zweihundert Meter hoch. Es wird jedes Jahr erhöht und auch aktuell laufen die Arbeiten im vollen Gange. Ein einziges Tor trennt die zwei Welten voneinander, bewacht von Sechs Wachen pro Seite.


Sorting DayWhere stories live. Discover now