Marie
„Boah, ich hab‘ Kopfschmerzen. Können wir nicht eine Pause machen?“, fragte ich meine beste Freundin Lena. „Wir können ja das eine Thema noch fertig durchgehen und dann aufhören. Mir reicht es für heute auch”, meinte sie.
Wir beide studierten Medizin und waren gerade mitten in der Prüfungsphase. Nächste Woche würden wir noch zwei Klausuren schreiben, weswegen wir auch heute unseren Samstagabend mit Lernen in meiner Wohnung verbrachten. „Ja okay, aber dann lass uns zur Belohnung Pizza bestellen, ich bin am Verhungern“, gab ich nach. „Echt jetzt, Marie? Du denkst aber auch immer nur ans Essen, oder?“, zog sie mich gleich wieder auf. „Lass mich doch, ich hab‘ halt einfach immer Hunger“, verteidigte ich mich lachend, bevor wir uns wieder unseren Büchern widmeten. Eine halbe Stunde später hatten wir es tatsächlich geschafft und legten unsere Lernsachen weg.
Während wir auf unsere Pizza warteten, machten wir es uns auf meiner Couch bequem und quatschten über alles möglichen. „Sag mal, was ziehst du eigentlich nächste Woche zum Ball an?“, fragte Lena mich plötzlich neugierig. Am Donnerstag würde bei uns im Studiengang wie jedes Jahr zum Abschluss des Sommersemesters ein Ball stattfinden. Ich freute mich schon seit Wochen auf diesen Abend. Vor allem darauf, noch einmal einen schönen Abend mit meinen Freundinnen zu verbringen, bevor dann die Semesterferien beginnen und wir uns über zwei Monate nicht sehen würden. „Ich habe tatsächlich letzte Woche endlich ein richtig schönes Kleid gefunden”, erzählte ich zufrieden. „Echt? Damit hätte ich ja nicht mehr gerechnet, so lange, wie du schon nach einem gesucht hast”, erwiderte sie grinsend. „Ja du kennst mich doch. Ich brauche immer eine Weile, bis ich mich entscheiden kann.” „Ja okay, da hast du wohl recht”, lachte sie. „Und wie sieht es bei dir aus? Wie ich dich kenne, hast du dein gesamtes Outfit schon seit Wochen fertig, oder?” „Natürlich...” Doch bevor sie weiterreden konnte, klingelte der Pizzabote und wir nahmen erst einmal unser Essen entgegen. Wir entschieden uns noch für einen Film, bevor ich mich hungrig über meine Salami-Pizza hermachte und Lena es mir gleichtat. Wir redeten noch weiter über die Prüfungen, den Ball und was wir in den nächsten Wochen vorhatten. „Du glaubst nicht, wie sehr ich mich darauf freue, wenn in ein paar Tagen alle Klausuren geschrieben sind und wir endlich Semesterferien haben”, meinte meine beste Freundin irgendwann. „Ja, geht mir auch so. Endlich mal wieder ein bisschen Abstand vom Hörsaal”, stimmte ich ihr zu. Obwohl ‘Ferien’ kann man es ja auch nicht nennen, wenn ich dann jeden Morgen um 5.30 Uhr aufstehen musste, um pünktlich in der Klinik zu erscheinen, wo ich ein vierwöchiges Praktikum machen würde. Allerdings freute ich mich auch schon darauf, endlich mal wieder etwas Praktisches lernen zu dürfen, nach der ganzen Theorie, die uns in diesem Semester mal wieder eingetrichtert wurde. Außerdem würde ich das Praktikum auf einer chirurgischen Station absolvieren und hoffte darauf, dort auch ab und an mal mit in den OP zu dürfen. Denn die Arbeit im OP fand ich absolut faszinierend und ich spielte mit dem Gedanken, später Chirurgin zu werden. Auch Lena und meine anderen Freundinnen aus der Uni würden die nächsten Wochen mit dem Praktikum verbringen, jedoch würden sie alle dafür in ihre Heimat fahren, während ich hier in Hannover bleiben würde.
Gegen 22.30 Uhr verabschiedete sich Lena dann und machte sich auf den Heimweg. Morgen würden wir uns nochmal bei ihr treffen, um die restlichen Themen für die Klausur am Montag noch durchzusprechen.
Die nächsten Tage verliefen dann eher unspektakulär. Nach unserem erneuten Lernmarathon am Sonntag stand am Montagmorgen die vorletzte Klausur des Semesters an, welche gar nicht mal so schlecht lief. Immerhin ging ich davon aus, bestanden zu haben und damit war ich vorerst zufrieden. Heute war Mittwoch und wir schrieben die letzte Prüfung, und auch da konnte ich die meisten Fragen beantworten, sodass ich letztendlich doch ein ganz gutes Gefühl hatte. Jetzt hieß es abwarten, bis in ein paar Wochen die Ergebnisse veröffentlicht wurden.
Da heute ein richtig schöner Sommertag war, schlug Lena vor, den Nachmittag im Park zu verbringen und Eis essen zu gehen. „Ich bin dabei”, stimmte ich direkt zu. Auch unsere Freundinnen Sophia und Hannah sagten zu und so verabredeten wir uns für später. „Ich frage auch mal Tina, vielleicht hat sie ja auch Lust auf einen entspannten Nachmittag”, sagte ich noch, bevor sich jeder von uns erstmal auf den Heimweg machte. Tina war meine beste Freundin aus der Schulzeit und studierte Grundschullehramt. Ich war damals richtig froh, als feststand, dass wir in derselben Stadt studieren würden. So war man am Anfang nicht ganz so allein in der neuen Stadt. Zuhause angekommen schrieb ich ihr also eine Nachricht, ob sie später Zeit hätte und fing dann erst einmal an, meine Wohnung aufzuräumen, denn das war in der letzten Zeit doch etwas zu kurz gekommen. Sie sagte mir dann auch relativ schnell zu und so machte ich mich wenig später auf den Weg zum Park. Wir verbrachten alle zusammen noch einen schönen Tag und genossen die neu gewonnene Freizeit.
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Seit du bei mir bist, bin ich wieder ich
FanfictionSommer 2019: Die 21-jährige Marie führte ein ganz normales Studentenleben mit Unistress, lustigen Kneipentouren und wilden Semesterpartys. Während sie mal wieder mitten in der Prüfungsphase ihres Studiums steckte, war sie mit ihren Gedanken schon wi...
