Um 10 Uhr. Um 9:45 Uhr würde er seinen PC hochfahren und dann würde er das Spiel starten und danach, vielleicht erst nachdem er seine Pistazien gegessen hat, würde es ihm endlich möglich sein, seine Stimme zu hören. Die Stimme von dem Menschen, den er über alles andere gern bei sich haben würde, für ihn nur hörbar über seine Kopfhörer und sonst nicht, was ihm jedes einzelne Mal bewies, dass seine Liebe unerwidert bleiben würde.
Maudado seufzte schwerfällig und hoffte, dieses anhaltende Gefühl würde einfach so weggehen und nie wiederkommen. Warum? Warum zur Hölle auch meinen seine Hormone, dass es eine perfekte Idee ist, jemanden zu lieben, den er noch nie gesehen hat? Wie ist das überhaupt möglich?
Wenn Maudado ganz ehrlich mit sich selbst gewesen wäre, dann wäre ihm schon früher aufgefallen, wie sehr er selbst an Claus hängt. Er ist praktisch abhängig von ihm, sodass es ihm regelrechte Schmerzen bereitete, wenn Claus mal ein paar Minuten später zu den Aufnahmen kam oder wenn Claus krank war. Und inständig hoffte er, dass dieser dasselbe für ihn empfand, obwohl ihm der Gedanke selbstsüchtig und egoistisch vorkam. Hatte Claus nicht sowieso eine Freundin? Maudado hatte ja eigentlich gar keine Chance.
Diese schwerwiegenden Gedanken wegzuwischen war wieder einmal eine äußerst herausfordernde, aber notwendige Praxis, die Maudado Konzentration kostete. Bloß musste er das tun, um während der Aufnahmen nicht vollkommen von diesen Gedanken eingenommen zu sein. Und der Aufnahmezeitpunkt war in zwei Minuten, also wurde es höchste Zeit, sich mit Wichtigerem und Rationalerem zu beschäftigen. Wie zum Beispiel das absolute Absorbieren jedes Wortes, dass Claus von sich gab.
“Hallihallo liebe Leute und willkommen zu einer weiteren Runde Minecraft Masterbuilders!”, rief er ins Mikro, sobald sich Manu und Maudado sowie Zombey ausgekekst hatten, wessen Folge zuerst aufgenommen werden sollte. Claus war krank, was Maudado schon wieder extrem fertigmachte. Auf Twitter hatte Claus schon vor Tagen kundgegeben, dass sich bei ihm eine Grippe ankündigte, aber Maudado dachte, sein exzessives Daumendrücken würde besser wirken und jetzt saß er in der Aufnahme mit seinen beiden besten Freunden, aber ohne seinen Angebeteten.
“Claus, wenn du die Folge hier siehst, ich grüße dich für Maudado, du kleiner Fratz!", schrie Manu so laut, dass sich Maudado am liebsten sofort ein Hörgerät gekauft hätte.
“Hä, wann hab ich das gesagt?!”, antwortete er selbst und war wieder einmal froh, sich nicht zu zeigen und nicht mit Facecam zu spielen. Es unterstützte das Verstecken seines Rotwerdens in diesem Moment wirklich ungemein.
Aber zu denken, dass das der einzige Versuch Manus war, das Bild einer offensichtlich romantische Verbindung zwischen Claus und Maudado zu erwecken, war sehr naiv von Maudado gewesen, wie er im Nachhinein erkannte. Allein in dieser Aufnahme waren es mindestens fünf Anspielungen, und es folgten noch zwei weitere mit ebenso vielen. Maudado wusste, dass einige der Fans ihn und Odin bereits shippten, aber nun würden es eindeutig mehr sein. Irgendwie gefiel ihm das nicht. Er hatte das Gefühl, er würde damit unter Druck gesetzt werden und die Situation zwischen ihm und Claus würde unangenehm werden.
Später waren nur noch er und Zombey im TeamSpeak, Manu hatte Hunger gehabt und war bereits off.
“Du magst Claus, oder?”, fragte Zombey, als es gerade ungewöhnlich ruhig zwischen ihnen war.
Maudado rutschte das Herz in die Hose. Wie wahnsinnig versuchte er, die Stimmlage und Wortwahl Zombeys zu analysieren, um herauszufinden, wie sein bester Freund dachte. War der vielleicht eifersüchtig? Aber er hatte Chessie! Vielleicht fand er den Gedanken an eine Beziehung zwischen Claus und Maudado unerträglich? Vielleicht hasste er ihn jetzt? Seine Gedanken kugelten sich ein wie ein Igel und drehten sich um sich selbst wie die Erde gleichzeitig. Bloß wesentlich schneller.
“Erde an Maudado! Bist du umgefallen, oder was?”, ertönte jetzt aus Maudados Kopfhörern. Das Beste an Zomeby war Maudados Meinung nach, dass man sein Lächeln aus seinen Worten und seiner Stimmlage heraus
erkennen konnte. Zombey musste seiner Formulierung nach gerade grinsen wie ein Honigkuchenpferd. Erleichtert seufzte Maudado aus und prompt ergab sich aus ihm ein regelrechter Strom aus Worten.
“Ich glaube schon, also ich mag ihn natürlich als besten Freund und so, aber in den letzten paar Wochen ist es ein bisschen anders geworden. Davor auch schon, glaube ich, aber da habe ich das noch nicht kapiert. Auf jeden Fall habe ich seitdem ungefähr jedes Video von Claus angeschaut, für das ich die Zeit hatte. Meinst du, Claus mag mich auch auf diese Art? Aber er hat ne Freundin, richtig? Auf jeden Fall ist es unwahrscheinlich. Und das finde ich super traurig. Ich kann ja nicht mal was zu ihm sagen, sonst gefährde ich unsere Freundschaft, eigentlich ja sogar den gesamten Not-So-Freedomsquad. Und ihr könnt ja nichts für meine doofen Gefühle."
Atemlos endete Maudados kurze Rede und er sog die Luft beinahe gierig ein, da er in den letzten paar Sekunden seines Redeflusses einfach vergessen hatte, zu atmen.
Zombeys Reaktion ließ auf sich warten und Maudado wollte gerade wieder in eine Gedankenspirale verfallen als Zombey wieder anfing zu sprechen.
“Ganz ehrlich? Ich hab das die ganze Zeit geahnt. Wie du auf die gewissen Anspielungen von Claus reagiert hast, ich habe mich jedes Mal beinahe weggeschmissen. Aber ob er auf dich steht? Keine Ahnung. Ich finde es wahrscheinlich. Mir und Manu gegenüber macht er sonst kaum SOLCHE Anspielungen. Und ich glaube, das bedeutet schon was. Vielleicht erwiderst du diese Flirtversuche einfach mal. Mal sehen was dann passiert.”
Maudados Gedankenspirale löste sich auf, nachdem sein Gehirn Zombeys Worte verarbeitet hatte. Seit langem verschwand seine größte Sorge, dass Claus ihn nicht mochte und er seine doofen Gefühle unterdrückt halten musste, von seiner Seele.
Maudado hätte wetten können, dass selbst Zombey in diesem Moment seine Erleichterung spüren konnte.
“Danke, Zombey. Du hilfst mir wirklich. Ich hoffe, dich stört meine Doofheit nicht allzu sehr.”,brachte Maudado hervor und brauchte nicht lang auf Zombeys Antwort warten.
“Ach, wieso würde mich das denn stören? Du willst gar nicht wissen, wie ich mich bei Chessie angestellt habe. Ich hoffe, ihr beide kommt zusammen. Ihr wärt so süß!”, kommentierte Zombey Maudados Danksagung und Entschuldigung.
“Zombey, danke, wirklich. Ich muss off. Ich muss eine Plan schmieden.”,bedankte sich Maudado noch einmal und verabschiedete sich.
“Ja, mach das mal. Mich und Manu kannst du jederzeit um Hilfe fragen, Manu denkt genauso wie ich, denke ich." Zombey dachte zurück an die Zeit, in der er selbst überfordert von seinen Gefühlen für Chessie gewesen war. Maudado musste es genauso gehen, bloß stand der unter mehr Druck als Zombey selbst. Schließlich hing eine Freundschaft, ja sogar Maudados Lebensgrundlage und Hobby von seinen Entscheidungen und Gefühlen ab.
Trotzdem hoffte er auf eine glückliches Ende für die beiden und bereitete sich schon innerlich darauf vor, jegliche Hater in Grund und Boden zu stampfen.
Maudado hingegen war nun vollkommen davon eingenommen, sich selbst genug Selbstbewusstsein anzulagern, damit er Claus' Anmachsprüche möglichst selbstsicher erwidern könnte. Außerdem dachte er über die Möglichkeit nach, mit Claus allein etwas aufzunehmen und danach im TeamSpeak die Wahrheit darzulegen. Vor einer Aufnahme allein mit Claus hatte er sich immer gescheut. Er wusste einfach nicht, wie er Odin alleine begegnen sollte. Maudado war einfach zu unsicher gewesen. Aber jetzt, mit Zombeys Worten noch in den Ohren, schmiedete er Pläne und erkundigte sich nach Zeichen, auf die man achten sollte, wenn man herausfinden möchte, auf wen jemand steht. Maudado machte Checklisten, mögliche Situationsschemas, las Fanfictions, analysierte Claus' Videos und gemeinsame Aufnahmen und manifestierte.
Bis zu dem Tag, an dem er gemeinsam mit Manu und Claus aufnehmen wollte. Manu war krank.
In Maudado setzte sich jegliches Selbstbewusstsein auf Null zurück. Die Nachricht, die Manu ihm geschrieben hatte, leuchtete ihm entgegen. Er fühlte sich als würde ihn eine riesige Welle überrollen und er wünschte sich nichts sehnlicher als sich genau jetzt in Luft aufzulösen. Seine Hände zitterten und machten es ihm schwer, seinen PC zu bedienen. In zwei Minuten würde der Termin sein. Und im TeamSpeak würde ihn nur Claus allein erwarten.
Wie genau Maudado es geschafft hatte, den TeamSpeak zu öffnen und Claus zu begrüßen, war ihm im Nachhinein nicht mehr ganz klar. Aber er hatte es geschafft.
“Hey Maudidado!”, rief ihm ein glücklich wirkender Claus entgegen.
“H-Hi.”,brachte Maudado hervor und könnte sich selbst ohrfeigen.
Nach dieser für Maudado ungünstige Situation übernahm Claus größtenteils das Sprechen, was diesem natürlich nicht entging. Sie entschieden, zuerst Maudados und dann Claus' Folge aufzunehmen, wobei Claus diese Vorgehensweise vorschlug und Maudado nur klägliche Zustimmungen beitrug.
“Sag mal, Maudado, ist irgendwas? Du bist so still. Wirst du auch krank?”, erkundigte sich Claus nach beiden Aufnahmen.
Maudados Chance, Claus mitzuteilen, dass er gerne die Freundschaft auf eine etwas andere Stufe anheben würde.
“Nein, nein, alles gut. Bloß-"
Maudado gingen die Worte aus. Großes Kino.
Er bemühte sich und ignorierte alle inneren Stimmen, die ihm zuschrien, dass Claus ihn hassen würde und bereitete sich vor, die Wahrheit zu sagen.
“Claus, weißt du, ich glaube, ich mag dich. Nicht als Freund, sondern - mehr.”, flüsterte Maudado ins Mikro.
Es wurde still am anderen Ende. Danach juchzte Claus ihm ins Ohr.
“Oh bitte, Maudado, ich dachte, du hasst mich. Weißt wie lange ich schon auf ein Zeichen von dir gewartet habe?!”
Maudado fühlte, wie er langsam anfing zu schweben.
“Oh, Maudado, wollen wir uns in Real-Life treffen? Bitte, bitte, bitte!”, fragte Claus jetzt und Maudado ging auf Grund und Boden zurück.
“Ich würde mich freuen!”, erwiderte er überglücklich.
Kaum drei Wochen später waren Maudado und Claus ein offizielles Paar, offiziell zumindest unter ihren YouTubefreunden.
Und drei Monate später zogen sie zusammen in eine Wohnung in Karlsruhe.
Trotzdem traute Maudado seinen Augen kaum, als er abends, mit Claus an seiner Seite, der allerdings die Augen geschlossen hatte und tief schlief, eine Nachricht von Manu erhielt.
‘Übrigens war ich an dem Tag überhaupt nicht krank. War ein Plan von Zombey und mir, um euch ein wenig zu unterstützen.’
Sauer konnte er seinen besten Freunden nicht sein, eher dankte er ihnen aus vollem Herzen, wie er feststellte, als er Claus auf den Kopf küsste und grinste als wäre diese Welt seine rosarote Traumwelt.
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Ich bin krank und bin auf die glorreiche Idee gekommen, für die beiden Fratze einen OS zu schreiben, vor allem da es kaum interessante FF's gibt und ich meinen Teil beisteuern will - ob ihr den gut findet liegt komplett in eurem Ermessen (^_-)
love y'all <3
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-Aufregung-
FanfictionMaudado unterhält sich mit Zombey über seine Gefühle für Claus und muss später allen Mut zusammennehmen, um die Wahrheit zu sagen. •oneshot •no beta, we die like wo/men
