Kisses in Bordeaux

348 16 1
                                        

Es war wieder einer dieser gemütlichen, nebligen Abende an denen Alec nach einem weiteren, langen Arbeitstag in seine hellblauen, Lieblings Laufschuhe schlüpfte und seine all abendliche Runde um den Lake Linn drehte

Oops! This image does not follow our content guidelines. To continue publishing, please remove it or upload a different image.

Es war wieder einer dieser gemütlichen, nebligen Abende an denen Alec nach einem weiteren, langen Arbeitstag in seine hellblauen, Lieblings Laufschuhe schlüpfte und seine all abendliche Runde um den Lake Linn drehte. Es war frisch und doch nicht kalt. Sehr angenehm auch wenn es mittlerweile kurz vor Weihnachten war. Dennoch hatte es noch immer nicht geschneit. Schade. Denn Alec liebte Schnee über alles. Er war zwar mittlerweile Mitte 30 und ein erwachsener Mann, standfest, trinkfest und als Manager in einer IT-Firma, finanziell gut dabei, dennoch fühlte er sich bei den ersten Schneeflocken immer in seine Kindheit zurück versetzt. Dann wurde immer ein 3m hoher Schneemann gebaut. Sein Halbbruder Jace, der etwas größer war als Alec, durfte letztlich  die Nase anbringen und seine jüngere Schwester Isabel beschmückte den eisigen Mann mit einem knalligen Schal und hin und wieder auch mit Ohringen. Auch wenn ihre Geschwister stets maulten er seie doch ein Mann, wetterte die junge Dame energisch entgegen, dass es doch sicher auch homosexuelle Schneemänner gibt und nicht jeder Mann mit Ohringen gleich schwul sei. Alec trug ja auch nie Schmuck und stand, seit er ein Teenie war, auf Jungs. Sein Coming-out war Recht früh , weil Jace ihn mit 15 bei seinem Kumpel gefunden hatte, während er sich gerade voller Lust und Gier in Jace' besten Kumpel Jordan bohrte. Der Anblick war doch zunächst sehr verstörend und das brüderliche Verhältnis die nächsten Monate sehr zerrüttet. Der blonde hatte schon ein wenig sorge, Alec könnte sich auch mal in ihn verlieben. Aber nach einem sehr langen Gespräch, viel Alkohol, viele Autorennen und einer Nacht, in der die Brüder übermüdet , kuschelnd in einem Bett ohne Sex genächtigt hatten , war das Eis gebrochen und Jace wurde zum besten Bruder und Seelenverwandten von Alec. Izzy nahm es sehr gut auf. Denn sie hatte nun jemanden der sich, neben all ihren Mädels, ihre sorgen anhören durfte und ihr Tipps geben konnte, wie Jungs gewisse Dinge sahen. Nach einem halben Jahr kam sie dann, dank Alecs Hilfe, mit dem coolen Streber Simon Lewis zusammen und Jace seinerseits mit der quirligen Ex-Freundin von Simon, Clarissa Fray zusammen. Einige Zeit später waren die fünf unzertrennlicher als Stahlwolle geworden ,wobei Alec sie immer mit leicht neidischen Blicken beobachtete. Natürlich hatte er in den nächsten Jahren immer Mal wieder eine Beziehung und war sogar bereits einmal verheiratet gewesen, aber das war ordentlich in die Hose gegangen. Er wusste nicht das es nur eine Scheinhochzeit war um den Vater seines Verlobten zu ärgern und an dessen Millionen schweres Erbe zu kommen. Diese herbe Niederlage nagte einige Jahre an ihm und erst seit  6 Jahren lebte Alec nun wieder frei und als Single. Glücklicher Single. Käme da nicht der nächste Schicksalsschlag, im Winter vor zwei Jahren.

Ein Autounfall mit zwei Toten, zwei Schwerverletzten und einem Komapatienten, den es nach über einem halben Jahr ebenfalls aus dem Leben gerissen hatte. Seit diesem Erlebnis  waren die Tage von Alec Lightwood und seiner Mutter Maryse Lightwood nur noch dunkel, kalt und einsam. Einen geliebten Mann und Vater ihrer Kinder zu verlieren war schon nicht zu verkraften. Der Tot ihrer jüngsten Tochter riss ihr dann ein weiteres tiefes Loch ins Herz. Der letzte feste Boden wurde Maryse dann nach dem Dahinscheiden von Jace unter ihren Füßen weg gezerrt. Dieser Weg war für sie der schlimmste. Wie lange hatte sie ihn leiden gesehen. Zwar lag er nur schlafend da und anfangs gab es noch eine kleine Hoffnung, aber letztlich versagte das Herz des jungen Mannes, nach dem er im Kopf bereits klinisch tot war. Einzig und alleine Alec war ihr geblieben und die beiden begannen das innigsten und herzlichste Mutter-Sohn-Verhältnis, das der junge Mann je hatte. Natürlich konnte sie ihn auch Mal gehörig auf dir Palme bringen, aber sie hatte doch niemanden. Er war der stählerne Fels in der Brandung, der sie in den Fluten aus tiefer Trauer, noch über Wasser hielt und sie ihn. Sie wohnten eine ganze Weile zusammen bis Alec jedoch vor einem halben Jahr eine eigene Wohnung bezogen hatte, etwas abseits von der Stadt und, ja sich wenn es verletzend war, etwas abseits von dem Pflegeheim, in dem Maryse nun, aufgrund ihres geistigen Zustandes lebte. Er genoss die neue Ruhe zunehmend und fing an so langsam sein zerüttetes Leben neu zu ordnen. Nach dem Laufen führte ihn sein Weg am Stadtfriedhof vorbei, wo er täglich das Wasser wechselte, verwelkte Blumen tauschte und ein wenig mit seiner Familie redete. Zu Beginn war es nicht möglich doch bald bemerkte Alec das es ihm sehr gut tat. So alleine da zu stehen oder zu Knien und einfach Mal seine Gedanken mit seinen Geschwistern zu teilen. Das er heute dabei beobachtet wurde, ahnte er nicht, bis ihm aus den Augenwinkeln ein bordeauxrot farbener, langer Mantel entgegen stach. Etwas erschrocken wandte Alec sich zu diesem, denn den letzten, gleichen, den er so gesehen hatte, war der von Isabel. Der junge Mann konnte nicht aufhören zu starren, denn dieser seltsame vertraute Anblick versetzte ihm einen bösen Stich im Herzen. Er schaffte es einfach nicht weg zusehen, bis sich der Fremde leise räusperte. Ruckartig schnellte sein Kopf von Grab hinauf und beschämt sah Alec zu Boden. Vielleicht hatte der Fremde es ja nicht Mal bemerkt und ...naja ..was wenn doch? Sollte er sich für das starren entschuldigen? Mh.. vermutlich war es besser. Gerade war Alec dabei sich zu ihn zu wenden und sich in aller Form für seine Unhöflichkeit zu entschuldigen, als der Fremde wie von Erdboden verschluckt, nicht mehr da stand.  Verwirrt schüttelte Alec den Kopf und machte sich auf den Heimweg. Dann halt eben nicht. Er nahm nicht an, das sie sich wieder sehen würden.

Kisses in Bordeaux (Oneshot)Stories to obsess over. Discover now