Kapitel 1

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Helle Sonnenstrahlen weckten mich. Langsam öffnete ich die Augen. Ein Blick aus dem Fenster, den blühenden Kirschbaum betrachtend - an meinem 25. Geburtstag - überlegte ich schon, ob ich einer Omiai - der Ehevermittlung - zustimmen sollte oder nicht. Druck von allen Seiten kann ich nicht gebrauchen. Nur ob ich mich auch verlieben würde ist fraglich, denn ich war es noch nie. Jedenfalls beschloss ich erst einmal aufzustehen und mich umzuziehen. Eine einfache blaue, eng anliegende Jeans, und eine lockere, fliederfarbene Bluse. Dazu violette Chucks. Meine silberne Edelstahl-Armbanduhr darf natürlich auch nicht fehlen - ein Geschenk von meiner Mutter. Das Ziffernblatt wurde handbemalt, verziert mit einem Wasserfall-Bild. Ich begann das Bett herzurichten und kämmte mir danach die seidenweichen, lilafarbenen gefärbten, von Natur aus glatten Haare. Diese wurden zu einem Bob geschnitten, vorne waren sie jedoch etwas länger als hinten. Zudem hatte ich einen Pony. Um mich zu schminken, setzte ich mich an meinem Schminktisch, schaute in den Spiegel. Nach den geschwungenen schwarzen Lidstrichen, die ich machte, nahm ich meinen fruchtigen Lippenbalsam, der nach Granatapfel schmeckte und trug ihn auf die Lippen auf. So, fertig, also ging ich in die Küche, wo bereits meine Eltern auf mich warteten. Sie gratulierten mir und umarmten mich herzlich. Auf dem Tisch war mein Lieblingskuchen - Nusskuchen mit Schokoladenglausur. Meine Mutter hatte ihn selbst gebacken. Sie konnte es wirklich gut, denn sie ist eine Meisterkonditorin. Ich bevorzugte es schlicht, sie brauchte für mich nichts Aufwendiges backen.

Am Tisch sitzend, überlegte ich mir kurz einen Wunsch, bis ich dann endlich die Kerzen ausbließ.
Den Mut zusammenfassend, bat ich meine Eltern: ,,Ich würde gerne an einer Omiai teilnehmen. Könntet ihr euch bitte heute darum kümmern? Bin gleich noch mit Honoka und Shouta im Café verabredet."
,,Aber natürlich, mein Schatz", antwortete meine Mutter.
,,Ich kümmere mich darum", sprach mein Vater entschlossen. ,,Danke!", erwiderte ich aufrichtig. Meine Mutter entfernte die Kerzen vom Kuchen und schnitt diesen an. Jeder bekam ein Stück. Als wir fertig waren, packte ich das Geschirr in die Spülmaschine. Und wickelte anschließend für meine beste Freundin und ihren Verlobten je ein Stück Kuchen in Alufolie ein, packte es in eine Edelstahlbox und schob es dann in meinem grauen Kunstlederrucksack und brach auf.
Da ich kein Auto fuhr, weil ich keinen Führerschein besaß, nahm ich den Bus. Immerhin war heute ein Samstag und nicht Sonntag. Sonst wäre es schwierig geworden wegen den Busverbindungen. Sonntags fährt der Bus nur alle 2 Stunden.

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