Prolog

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Es war leise

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Es war leise. So leise, dass Michelle schon ihr eigenes schnelles Herzklopfen hörte. Schnell und hektisch voller Angst was, als nächstes passieren würde. Im kleinen Raum schien es immer kälter zu werden, obwohl sie schwitzte. Sie hatte nie gewusst wie sich wirklich Panik anfühlte. Bis jetzt war alles in ihrem Leben zwar nicht immer perfekt, aber einigermaßen gut abgelaufen. Nie war sie mit Lebensangst oder Panik konfrontiert worden. Bis zu dem Zeitpunkt in dem sie alleine in der Toilette saß. Warum war sie genau in diesem Moment auf Toilette gegangen? Warum hatte sie nicht bis zur Pause gewartet? All diese Gedanken schossen Michelle durch den Kopf, als sie sich mit dem Rücken an die kühle Wand lehnte.

Ihre langen, braunen Locken fielen ihr ins Gesicht und Tränen liefen ihr stumm über die Wangen hinunter. Überhaupt hatte oder wollte sie die Situation in der sie sich befand nicht realisieren. Ein Sturm aus Gefühlen wütete in ihrem Kopf. Trauer, Angst, Wut, Panik peitschten zusammen durch ihren Kopf und verursachten ihr Kopfschmerzen. Langsam begann Michelle in ihrem Kopf die Melodie eines Kinderliedes zu summen, welches ihr ihre Oma immer vorgesungen hatte. Es beruhigte sie, ließ ihren Herzschlag wieder langsamer werden und lenkte sie ab. Michelle wusste, dass ihr Leben heute enden konnte. Wieder kroch Panik in ihr hoch, die sie krampfhaft zu verdrängen versuchte. Du musst an etwas schönes denken etwas was dich ablenkt.

So angestrengt sie es versuchte, ihr fiel nichts ein. Zu sehr schwebte Angst in ihrem Kopf herum. Sie wollte schreien um ihrer Wut, ihrer Angst Luft machen. Doch sie durfte nicht, sonst würde die Chance steigen vom Amokläufer gefunden zu werden. Sie probierte es noch einmal und tatsächlich ploppten die Erinnerungen an ihre Freunde auf. Wie sie mit Mia lachend Kirschen aß, mit Vianne abends auf den Dächern saß, mit Josy in den Feldern sang.

Doch es ließ sich nicht verhindern, dass auch schlechte Momente kamen, als sie Selbstzweifel überkamen, wie sie sich ritzte, wie niemand ihr Elend bemerkte. Die kleinen Narben die fast durchsichtig auf ihrer blassen Haut wirkten. Ein letztes Mal sah sie auf alles zurück, während sie aus dem kleinen Fenster sah, dass zu klein war um fliehen zu können. Sah wie die Regentropfen dagegen trommelten. Sie liebte Wasser es hatte sie schon immer beruhigt, wie an diesem Tag. Innerlich dankte sie jedem ihrer Freunde für, dass was sie für sie getan hatten.
Das alles wurde zerstört, als sie schwere Schritte hörte.

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