In diesem Buch thematisiere ich den Ersten Weltkrieg, seine Anfänge, das Ende und wer nun eigentlich die Schuld an diesem Krieg hat. Es geht um den Imperialismus, die europäische Bündnispolitik, das Attentat von Sarajewo inklusive der Julikrise 1914...
Im 19. Jahrhundert beginnt ein Kampf zwischen den verschiedenen europäischen Staaten. Dabei spielte die Eroberung von Kolonien in Afrika und Südamerika eine große Rolle. Durch die neuen, von den Europäern errungenen Kolonialmächten erhielten diese Zugang zu Rohstoffen, wie zum Beispiel Gewürze, Baumwolle, Tabak, Zucker, aber auch Gold und Silber. Durch diesen Kampf um neue Kolonien wurde die Stimmung in Europa immer und immer mehr angeheizt. Vor allem durch die Industrialisierung brauchte jedes Land Rohstoffe und Zwangsarbeiter aus diesen Ländern. Außerdem denken die Europäer, dass es ihre Pflicht sei, die "Wilden" zu missionieren und zu zivilisieren. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erhoben auch die USA und Japan Anspruch auf diese Kolonien. Durch diesen Kolonialkampf wurden weite Teile der indianischen Hochkultur zerstört, da die Europäer den Ureinwohnern waffentechnisch überlegen waren. Viele Einwanderer nutzten dies für sich, unterdrückten sie und zwangen sie, auf Plantagen oder ähnlichem zu arbeiten.
Bismarck aber verfolgte ein anderes Ziel, er wollte eine "Politik des Friedens", die er durch Bündnisse mit anderen Ländern schloss, erreichen. Dies begründete er dadurch, dass das Deutsche Reich militärisch in der Mitte Europas liegt, und damit bei einem Krieg Hauptausträger wäre. So wollte er einen Zweifrontenkrieg unbedingt durch Bündnisregelungen verhindern. Bismarck erklärte Kolonien für nicht notwendig, für das Deutsche Reich, strebte er allerdings dann doch eine Schutzherrschaft an. In diese wurden zwischen 1884 und 1886 Teile von Afrika und Teile des Pazifik in Kolonien von Deutschland verwickelt.
Nach Ablösung Bismarcks 1890 wendete sich die deutsche Regierung einer neuen Aufgabe zu, dem Bau eines Imperiums auf See, einer riesigen Flotte. Zu Bismarcks Regierungszeit wollte er Deutschland (Preußen) von innen und außen stabilisieren, indem er Frankreich, mithilfe von Bündnisssystemen, keine Chance geben wollte die deutsch-französische Feindschaft wieder aufzugreifen und einen weiteren Krieg zu starten. Ein potenzielles Beispiel hierfür wäre das Dreikaiserabkommen von 1873, mit Zar Alexander II. aus Russland, Kaiser Franz Joseph I. aus Österreich-Ungarn und Kaiser Wilhelm I. aus Deutschland. Russland und Österreich-Ungarn verstritten sich in den Balkankriegen, somit musste das Deutsche Reich mit einem Staat einen Zweibund eingehen. Deutschland entschied sich 1879 für Österreich-Ungarn. Später nach einem weiteren gescheiterten Versuch des Dreikaiserabkommens, verbündete sich Deutschland 1887 mit Russland. England wurde ebenfalls von Bismarck 1887 bei einem Abkommen zwischen Österreich-Ungarn und Italien miteinbezogen. Bündnissysteme in Europa von 1887:
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Abbildung 1
Nach dem Rücktritt Bismarcks 1890 war Deutschland gut abgesichert. Diese Bündnisse waren allerdings mit viel Aufwand verbunden, daher waren Bismarcks Nachfolger kritischer Ansicht und später wurden somit die Bündnissysteme aus Deutscher Sicht eingeschränkt. Bündnissysteme in Europa um 1914:
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Abbildung 2
Bismarcks Nachfolger war Wilhelm II., der beschloss, ein anderer Kanzler als Bismarck zu werden. Der neue Kanzler gab die Bündnissysteme fast vollständig auf, da er nichts davon hielt das Deutsche Reich durch Sicherheitspolitik, sondern durch Weltpolitik weiter zu bringen. Er ließ langsam aber sicher alle Bündnissverträge auslaufen und verlängerte sie nicht. Jetzt wollte auch Wilhelm II. auf Kolonien umsteigen und den Imperialismus stärken. Um seine Weltmacht zu zeigen, mischte er sich immer wieder in internationale Konflikte ein und geriet immer wieder mit England in kleine Kämpfe. Wilhelms Divise war, Deutschlands Zukunft liegt auf dem Wasser. Dadurch fühlte sich vor allem England in Gefahr, da diese die Vormachtstellung auf See nicht abgeben wollten, rüsteten sie nach. Allgemein brachte die Umkrempelung des Deutschen Reiches große Unruhen in Europa in Gang. Russland musste sich nun zum Beispiel einen neuen Vertragspartner suchen. Somit kam es 1894 zum russisch-französischen Bündnis. 1907 trat Russland dem englisch-französischen Bündnis bei und schlossen damit ein Dreierbündnis (siehe Abbildung 2, roter Kreis).
Wilhelm II.: - Ist am 27. Januar 1859 in Preußen geboren - Jurastudium - Wird 1888 deutscher Kaiser und König von Preußen
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Abbildung 3 (Wilhelm II. in Uniform)
Vielen Dank fürs Lesen. Hier auf meinem Account findet ihr nach und nach immer mehr Themen aus Geschichte. Jedes Thema wird in ein paar Kapiteln zusammengefasst. Bis zum nächsten Kapitel.