Inspiriert von dem Bild "Die Angst vor dem Warten" von Giorgio de Chirico und von a_girl_in_her_dreams
Es ist still.
Viel zu still.
Niemand redet.
Kein Wort.
Und ich warte.
Die Sonne steht tief und es weht ein lauer Wind. Die drückende Hitze, die mir den Tag über meine Kräfte geraubt hatte, lässt nach. Ich sitze auf einer Treppe, welche Stufen trotz der Kühle die die Dunkelheit mit sich bringt, noch immer warm sind.
Und ich warte.
Ich erinnere mich nicht mehr, seit wann ich hier sitze. Es ist lange her.
Zu lange.
Ich spüre wie Blicke auf mir liegen. Ich weiß von wem. Ein Augenpaar, dass mich seit einer Ewigkeit aus einem Fenster fixiert, versteckt im Schatten im Gebäude vor mir. Durch ein tieferliegendes Fenster des Hauses erkenne ich in der Ferne ein Segelschiff, welches Richtung Meer zeigt. Doch es steht still.
Es ist bereits spät.
Und ich warte.
Am Ende eines langen Gebäudes links von mir stehen zwei Personen.
Sie bewegen sich nicht.
Sie reden nicht.
Sie sehen sich nicht an.
Sie sehen mich an.
In der Mitte des Platzes befindet sich eine Statue. Sie hat mir den Rücken zugewandt. Ihr Schatten fällt auf den trockenen Boden. Neben dem ihren gibt es einen weiterer Schemen, doch ich weiß nicht von wem. Er befindet sich hinter dem Haus, sodass ich ihn nicht sehen kann.
Und ich warte.
Ich könnte aufstehen und nach vorne treten um die Person zu sehen. Doch ich spüre meinen Körper nicht mehr, so lange sitze ich schon hier.
Und außerdem würde ich alle Aufmerksamkeit auf mich ziehen und alle würden etwas von mir erwarten.
Deshalb warte ich.
Ich warte, dass etwas passiert.
Hoffe, dass jemand etwas sagt oder tut.
Jemand anderes als ich.
So dass ich nicht den ersten Schritt machen muss.
Deshalb warte ich.
Doch es passiert nichts.
Und ich warte weiter.
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For Dreamers
Short StoryKleine, kurze Geschichten, mit unterschiedlichen Themen, für diejenigen, die eine kleine Auszeit wollen. Just for fun. Sind auch nicht zusammenhängend. Ich würde mich sehr über Anregungen/Wünsche/Ideen freuen. Enjoy! 🌸👾
