Allein und doch zusammen

11 2 1
                                        

~Inspiration: Tagträume von Dame


Schon wieder liege ich da in meinem Stuhl.

Erinnere mich an die schönen Tage.

Tage mit meinen Freunden, tage an den wir zusammen waren.

Tage an denen ich nicht allein war.

Ich schaue mich um. Um mich ist nichts außer grün. Grün und meine Freunde. Sie sind alle da, sind alle glücklich.

Wir laufen los und machen nach einigen Stunden an einer Klippe halt. Ich stelle mich an den Rand und drehe mich um. Alle sitzen sie da, auf dem staubigen Boden, nur ich stehe hier am Rand. Solle ich springen oder bleiben. Ein letztes Mal drehe ich mich um dann breite ich meine Arme aus. Atme tief ein und wieder aus dann lasse ich mich fallen. Ich schließe meine Augen, spüre den Wind und genieße den Fall.

Als ich sie wieder öffne bin ich der Pausenhalle unserer Schule. Da sind nur ich und meine engsten Freunde. Alle lachen über irgendetwas, das jemand gesagt hat. Ich ertappe mich wie ich selbst lachen muss. Nicht weil ich es so lustig finde was gesagt wurde, nein. Ich bin einfach froh hier zu sein. Ich versuche den Moment so weit es geht in mich aufzusaugen, um ihn nie mehr zu vergessen. Wieder schließe ich meine Augen, Atme ein und konzentriere ich mich nur auf das Gefühl.

Schon beim ausatmen merke ich wie mir die Sonne ins Gesicht scheint. Das Meer rauscht. Ich stehe an der Küste, es ist warm, meine Füße sind tief im Sand vergraben. In meiner Hand eine andere. Es ist die meiner Freundin. Vor uns geht die Sonne unter. Ihre letzten strahlen kitzeln mein Gesicht, dann ist sie weck und mit ihr auch die Wärme. Ich blinzle und schaue nach links. Meine Hand ist leer und ich stehe wieder alleine da. Ein weiters blinzeln.

Ich bin wieder zu Hause. Sitze in der Dunkelheit vor meinem Computer. Allein. Vor mir blinkt mein Cursor. Das Dokument ist leer. Nur der Titel starrt mich an. „Geschichtsreferat". Also fange ich an weiter zu lesen und zu schreiben. Allein, so wie die letzten Tage und Wochen. Allein wie jeder andere gerade.

Doch es ist ok. Denn ich weiß ich gewöhne mich daran. Gewöhne mich an die Einsamkeit, also bleibe ich weiter unter dem Radar und erinnere mich an die bessere Zeiten.


Write what I feelStories to obsess over. Discover now