Er war schon lange ein Held, eigentlich schon so lange er sich erinnern konnte. Als Kind hatte er die Mobber in seiner Schule zurechtgewiesen, als Jugendlicher kleinere Dealer der Polizei übergeben und angefangen Kriminelle zu fassen. Nie hatte er große Probleme gehabt.
Hin und wieder kleinere Schwierigkeiten ja, aber nichts gravierendes. Es gab ja auch keine sogenannten "Superschurken" damals, keiner außer ihm hatte übermenschliche Fähigkeiten gehabt.
Aber vor ein paar Jahren erschienen dann andere, Beschenkte, wie sie genannt wurden. Ein paar Menschen mit Kräften, die eher schwach waren, aber sie häuften sich.
Irgendwann kamen wenige stärkere. Selten waren sie weitere Helden, die meisten neutrale Bürger, die ihre Fähigkeiten zum Geld verdienen nutzten. Der Rest als Diebe, Rebellen gegen den Staat oder Personen, die andersweitig im illegalen Bereich beschäftigt waren.
Mit solchen hatte er in letzter Zeit vermehrt zu tun . Im letzten halben Jahr, hatte er drei Monate damit verbracht eine Gruppe von Begabten zu Fall zu bringen, die sich selbst als Könige betrachteten und Leute ohne Begabung zu ihren Untertanen machen wollten und damit ein paar Einzelpersonen außer Gefecht zu setzen.
Vor 2 Wochen begann er schließlich auf Bitten seines Chefs, der alle Helden organisierte, einen "wahren Superschurken", wie er von den Medien genannt wurde, zu suchen, um ihn hinter Gitter zu bringen. Dieser sogenannte Superschurke hatte eine Reihe von Begabten ermordet, egal ob Helden, Kriminelle oder normale Bürger. Jedesmal hinterließ er eine Spielkarte, auf der "Gerechtigkeit" stand.
Was auf die gegenwärtige Situation des Helden hinführt. Er war gestern über einen Hinweis gestolpert, der ihm verriet wer das nächste Opfer des Superschurkens werden würde.
Dem Helden allerdings war nicht bewusst, dass dieser Hinweis ihm absichtlich untergeschoben wurde.
Momentan befand sich der Held gefesselt auf seinen Knien wieder, welche durch das stundenlange Sitzen in dieser Position bereits unerträglich schmerzten.
Der Superschurke, welcher sich als eine Frau, der Stimme nach zu urteilen um die Mitte 20, entpuppte, hielt ihm eine Pistole an den Kopf. Sie war erst vor ein paar Minuten gekommen, nachdem er bereits einige Zeit, die sich für ihn wie eine unendliche Ewigkeit angefühlt hatte, in ihrer Falle saß.
Sie räusperte sich kurz und sagte dann mit einer , überhaupt nicht zu der Situation passenden, weichen und sanften Stimme: "Entschuldige die lange Warterei, aber ich musste mich noch um "deinen Schützling" kümmern."
Der Held, welcher sich von dem leicht neckenden Ton veräppelt fühlte, versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Na ja, die Betonung liegt auf versuchte, denn sie bemerkte es, was sich in einem kleinen Zucken ihres Mundwinkels bemerkbar machte. Was für den Helden aber nicht zu sehen war.
Er wusste jedoch genau was gemeint war, auch hatte er den Schuss gehört, der vor einer Weile noch das Einzige gewesen war, was die unerträgliche Stille unterbrochen hatte.
Das, was ihn ein bisschen tröstete war, dass sie bisher keine unnötige Gewalt angewendet hatte. Die Opfer waren immer mit nur einem klaren Schuss getötet worden.
Es war klar, dass er als nächster folgen würde. Der Held schluckte schwer und versuchte auf Teufel komm raus ein Plan zu fassen; einen Ausweg zu finden. Seine Gedanken rasten, der Schuss, der vor kurzem abgefeuert wurde, sollte Leute alarmiert haben, somit würde in kurzer Zeit Verstärkung da sein. Seine Rettung, so glaubte er.
Und so fasste der Held einen Plan, der erstbeste, der ihm in den Sinn kam, er musste die Schwachstelle eines jeden " Schurken " ausnutzen.
Ihr Redebedürfnis.
Diese Schwachstelle, so simpel sie auch erscheinen mag, ist eine gute zum Angreifen, wenn man Zeit schinden muss. So fragte der Held: "jetzt, wo ich schon so gut wie tot bin, sag mir: warum machst du das? "
Doch sie lächelte nur. Es war ein kaltes, wissendes Lächeln, was im kompletten Gegensatz zu ihrer weichen und sanften Stimme stand. Sie blickte dem Held in die Augen
und drückte ab.
Der Held starb innerhalb von Sekunden, unwissend, dass sein Plan, der bei fast jedem anderen Schurken funktioniert hätte, genau die Situation vorgebracht hatte, auf die die Schurkin gehofft hatte. Sie hatte sich seit jeher über die Dummheit der Bösewichte in Filmen und Büchern geärgert und sich schon als kleines Kind geschworen, dass sie auf sowas niemals rein fallen würde.
Leise, fast als wäre sie ein Schatten, verließ sie den Ort, nicht ohne eine Karte, ihr Markenzeichen, zu hinterlassen.
Als die Verstärkung wenige Minuten später den Raum, indem sich all dies abspielte, betrat fanden sie nur noch eine Leiche vor, aus der langsam alle Wärme wich und eine Spielkarte. Ein Herz-Ass, statt der üblichen "Gerechtigkeit"-Karte.
Danke fürs Lesen, ich hoffe euch hat die Geschichte gefallen und nicht zu sehr verwirrt.
Falls ihr mir ein Feedback dalassen wollt, worüber ich mich sehr freuen würde, könnt ihr das gerne hier machen. Konstruktive Kritik, Lob und Beschreibungen, was ihr euch bei bestimmten Passagen gedacht habt sind hier willkommen.
Falls ihr aber nur Junk abladen wollt,
🗑
in dem Mülleimer ist bestimmt noch Platz dafür.
Nein Spaß, Schrott, solange es keine Beleidigungen gegen reale Personen sind, ist auch willkommen.
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Herz-Ass
Cerita PendekEine kleine Kurzgeschichte über einen Helden und eine Schurkin. Nicht für jüngere geeignet. Also nicht als Gutenachtgeschichte vorlesen oder lesen, wenn ihr mit solchen Themen wie Tod nicht klarkommt. Keine Sorge, nichts blutiges, es wird nur erwähn...
