Epilog

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Seit Tagen war der Schmerz schon kaum zu ertragen, doch jetzt war er noch viel schlimmer. Sie musste raus. Raus und weg von diesem Ort. Also rannte sie. Es fühlte sich an, als ob eine Klinge sich tief in ihr Herz bohren würde. Sie lief und lief. Und sie weinte. Das tat gut. Die Tränen schienen die Klinge immer weiter raus zu spülen und die Wunde immer mehr zu heilen. Doch ganz raus konnte sie die Klinge nicht weinen...
Und jetzt merkte er es auch...er war in letzter Zeit sowieso schon etwas niedergeschmettert, doch dieser Schmerz war anders. Stärker, als jeglicher Schmerz, den er jemals gespürt hatte. Der Schmerz kam von außen. Es war keine Wut oder Unzufriedenheit. Es war Trauer. Tiefe Trauer. Doch da kam auch die Wut. Sie breitete sich immer weiter in ihm aus, schien an ihm zu reißen. Doch er wusste nicht, warum, oder woher...
Und jetzt ließ sie sich fallen. Fiel auf die Knie und weinte. Weint alle Schmerzen heraus, bis sie ganz klein wurden. Und jetzt spürte sie etwas anderes. Wut. Wut stieg in ihr auf, vertrieb die Tränen und machte Platz für die Stimme. Jetzt schrie sie. Schrie die restliche Klinge aus ihrem Herzen hinaus...
Er konnte es nicht mehr ertragen. Er musste hier raus. Doch wie? Schließlich war die Wut so groß, dass er stieg. Er stieg und stieß mit seinen Vorderläufen die Boxentür auf. Die Wut half ihm. Er galoppierte in die Stallgasse. Die Wut half ihm auch bei der nächsten Tür. Und dann war er frei. Doch er hatte keine Zeit, das zu genießen. Er musste die Trauer finden. Und die Wut. Musste sie besänftigen. Oder auslöschen. Er rannte nun auch. Die Wut ließ nun langsam nach,  doch sie war immer noch deutlich da. Das war gut, denn sie führte ihn weiter. Er spürte, dass er fast da war. Also rannte er mit der letzten Kraft der Wut. Bald würde er da sein und die Wut stoppen, das wusste er.

Das Schicksal macht doch auch, was es will!Stories to obsess over. Discover now