Kapitel 1: Eine Reise beginnt

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Edward atmete auf. Er saß nun voller Schweiß in seinem Bett. Seine Mutter rief ihn erneut: „Edward, komm runter, du verpasst noch den Bus!"
Er richtete sich langsam auf und wankte schläfrig die Treppe runter. Edward ging ins Badezimmer und schaute in den Spiegel. Seine braun-blonden Haare hingen ihm nass im Gesicht. Edward war ein eher schlanker mittelgroßer Junge.
Er schloss ab und duschte. Es tat ihm gut, endlich wieder frisch geduscht zu sein. Dann ging er wieder nach oben um seinen Koffer zu holen und zog sich an. „Vergiss dein Handgepäck nicht!", rief seine Mutter. Schnell stopfte er seine Kopfhörer in seinen Rucksack, sowie sein Lieblingsbuch und eine Flasche Wasser.
Edward sagte seiner Mutter, dass er schlecht geträumt hatte und deswegen so spät aufgestanden ist.
Es war drei Uhr morgens, denn es ging für ihn und sieben seiner Klassenkameraden vom Flughafen Londons aus nach Italien. Sie alle wurden auserwählt mitzukommen. Abgesehen ihrer Lehrerin fuhren der Bürgermeister und andere wichtige Personen ihrer Stadt mit nach Italien. Dort hatte ihre Stadt eine Partnergemeinde. Sie würden vom Londoner Flughafen aus fliegen.
„Mama, beeil dich", sagte Edward, während er seine Brille säuberte.
Seine Mutter kam die Treppe runter, beide stiegen ins Auto und fuhren zum Rathaus, von dem aus der Bus fahren sollte. Während der Fahrt dachte er an die bevorstehende Reise nach Italien. Er war noch nie in Italien gewesen und saß noch nie in einem Flugzeug. Die Straßen waren wie leergefegt. Lediglich sah man ein paar Autos in der rabenschwarzen Nacht.
Nach ein paar Minuten fuhren sie auf den Parkplatz vor dem Rathaus ihrer Stadt.
Angekommen sah er seine zwei besten Freunde: Oscar Gray und James Anderson. Oscar war ein großer Junge mit schwarzem, dichtem Haar. James war etwas pummelig und trug recht kurze braune Haare. Dann, dicht neben den beiden, Max Johnson, sein ewiger Feind. Er hatte schwarze kurze Haare und war knapp zwei Meter groß und stämmig. Neben ihm, sein auch 16-jähriger Freund: Henry Green, der seinem Freund sehr ähnelte, abgesehen von Henry's stohblonden Haaren. Ein paar Meter weiter standen Lilly Walker, Angelina Smith und Edwards beste Freundin, Hannah Avera. Hannah war in etwa so groß wie Edward, trug schulterlanges, braunblondes Haar und hatte glasklare blaue Augen. Lilly war so groß wie Hannah, dennoch hatte sie hellblondes Haar. Angelina war ein dunkelhäutiges Mädchen mit braunen Augen und schwarzem Haar.
„Auch schon da, Edward!", sagte eine Stimme hinter ihm gut gelaunt. „Ja, aber noch ziemlich müde", erwiderte Edward verschlafen und drehte sich zu Mrs. Coteworth, seiner Lehrerin um. Er schlenderte nun rüber zu James und Oscar. „Na, Ed?", fragte ihn James. „Wie geht's so?".
„Hab fast verschlafen", sagte Edward immer noch leicht müde. „Hey Devin, du Idiot!", rief Max. Verärgert drehte sich Edward zu ihm um, doch bevor er irgendetwas sagen konnte, zog ihn Oscar von ihm weg.
Jetzt erblickte Edward den Bürgermeister ihrer Stadt. Er stand mit einem Dutzend anderen Leuten vom Stadtrat und dem Busfahrer an einer Straßenlaterne. „Alle Schüler bitte hierher!", rief seine Lehrerin Mrs. Coteworth. „Ich werde jetzt eure Namen aufrufen und ihr hebt die Hand, wenn ihr aufgerufen wurdet und setzt euch in den Bus. Eure Koffer werden in den Bus geladen; ihr könnt sie hier stehen lassen."
So wurden ihre Namen nach dem Alphabet aufgerufen und einer nach dem anderen betrat den Bus.
„Edward!" Edward drehte sich um und hatte nicht bemerkt, dass er an seiner besten Freundin vorbeigelaufen war. „Hi!", sagte er. „Möchtest du neben mir sitzen?", fragte Hannah. „Angelina und Lilly sitzen sowieso nebeneinander weil es hier nur Zweiersitze gibt. „Klar.", sagte Edward ein wenig überrascht. „Und, hast du Lust auf die Reise?", fragte er Hannah. „Sicher, ich war noch nie in Italien."
„Meine Damen und Herren, ich heiße sie herzlich willkommen in Reisebus der Firma Torpid. Wir werden in geschätzten zwei Stunden in London ankommen. Um sieben Uhr wird ihr Flieger nach Rom losfliegen.", unterbrach sie der Busfahrer. „Ich bitte sie, wenn wir ankommen, alles aus dem Bus mitzunehmen und den Müll während der Fahrt in die dafür vorgesehenen Tüten an der Seite beim Gang zu tun. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit."
Im Bus erhoben sich ein paar Handpaare und begannen zu klatschen. Edward holte seine Kopfhörer und sein Handy heraus. Sie fuhren und fuhren und ließen bald Oxford hinter sich. Nun sprach der Busfahrer wieder: „Wir werden bald am Londoner Flughafen ankommen. Bitte sammeln sie ihr Handgepäck ein."
Nach zwanzig Minuten erreichten sie den Flughafen von London.
„Steigt jetzt bitte alle aus und holt eure Koffer aus dem Laderaum des Busses.", sagte Mrs. Coteworth.
Edward war sichtlich aufgeregt. Nacheinander stiegen sie aus und holten ihre Koffer. Nun sprach der Bürgermeister zu der Reisegemeinschaft. „Bitte folgt mir alle, ich werde euch zu dem Gate bringen. Vorher müsst ihr aber durch eine Kofferkontrolle." Er ging voraus.
Der Stadtrat und die Schüler folgten. Der Flughafen von London war schon in den frühen Morgenstunden gut besucht und war deshalb sehr unübersichtlich. Sie gingen die Eingangshalle entlang und gelangten zur Kofferkontrolle. Lediglich Max wurde von einem Kontrolleur zweimal durchsucht, was ihn selbst sehr ärgerte, Edward aber zum Lächeln brachte.
Sie wurden an einen Ort geführt, der ein Warteplatz zu sein schien.
„Setzt euch bitte noch für einen Moment, bis wir in das Flugzeug können", sagte Mrs. Coteworth.
Die Minuten vergingen und sie konnten zur Ticketkontrolle. Dann war es soweit.
Edward, seine Klasse und viele andere Leute gingen durch einen langen Gang, der zum Flugzeug zu führen schien. Das Stimmengewirr schwoll mit jedem Schritt näher zum Flugzeug an, da die meisten Leute schon saßen. Die Delegation trat durch die Tür, und somit auch Edward.
Im Inneren des Flugzeugs sah alles ganz anders aus, als Edward es sich immer vorgestellt hatte. Es war sehr groß und geräumig. Er stellte außerdem fest, dass es drei Reihen mit je drei Sitzen hatte.
„Wow", murmelte Hannah kaum vernehmlich.
Edward schaute auf seine Fahrkarte. „Reihe 22, Platz A", las er leise von seiner Bordkarte ab.
„Wir sehen uns, Edward. Ich sitze in der achtzehnten Reihe", sagte Hannah kaum vernehmbar.
Er ging durch den langen Gang und fand seinen Platz. Er saß in der Mitte des Flugzeugs und hatte einen Fensterplatz. Ein mulmiges Gefühl überkam ihn.
Neben ihn setzte sich jetzt eine ältere Dame, die er vom Rathausplatz und aus dem Bus kannte.
„Agnes Diley, mein Name", sagte die alte Dame und streckte ihre Hand aus. „Sehr erfreut!", sagte Edward. „Mein Name ist Edward Devin. Ich gehöre zu den acht Schülern, die mit nach Italien fliegen."
„Ah, freust du dich denn?", fragte Mrs. Diley.
„Klar, ich hab nur ein bisschen Angst; ist mein erster Flug, müssen sie wissen."
Mrs. Diley antwortete entspannt: „Ach, das legt sich nach den ersten Minuten, die man in der Luft ist!"
Sie wurden von einer Stimme, die durch das Flugzeug hallte unterbrochen, die des Piloten. „Willkommen an Bord! Ich hoffe Sie haben alle gut hergefunden und sind wohlauf. Wir werden in wenigen Augenblicken starten. Vorher wird sie unsere Stewardess in die Sicherheitsvorkehrungen einweisen. Wir wüschen Ihnen einen angenehmen Flug!"
Es gab vereinzelten Beifall im Flugzeug. Danach erklärte ihnen die Stewardess viel über die Anschnallgurte und Sauerstoffmasken.
Mrs. Diley sah Edward anscheinend an, dass er aufgrund eines möglichen Absturzes beunruhigt war und beruhigte ihn wieder: „Das wirst du alles nicht brauchen, wir werden nicht abstürzen!"
Sie lächelte ihm zuversichtlich zu. Er erwiderte ihr Lächeln, dennoch nur kurz.
Dann war es soweit. Die Motoren des Flugzeugs starteten. Es gab kein Umkehren für Edward. Die Maschine begann zu rollen während Edward aus dem Fenster schaute und auf die Rollbahn achtete. Das Flugzeug fuhr einen Kreis und begann Fahrt aufzunehmen.
Es wurde immer schneller, während sich in Edwards Kopf alles drehte. Er versuchte an etwas Schönes zu denken: Die Tage die er mit Hannah und seinen anderen Freunden verbracht hatte, der Gewinn der Liga seines Lieblingsfußballclubs und viele andere schöne Dinge die er erlebt hatte.
Während er darüber nachdachte, überkam ihn ein flaues Gefühl in der Bauchgegend. Ein wunderbares Gefühl der Freiheit. Das Gefühl des Fliegens. Erstaunt sah er aus dem Fenster. Sie waren schon hundert Meter über dem Flughafen. Die Minuten verstrichen und wie Mrs. Diley gesagt hatte, hatte Edward nun keine Angst mehr.
Minuten zogen vorbei, sowie die Landschaft. Bald waren sie über den dichten Wolken und konnten die helle Morgensonne sehen.
„Den Anblick werde ich nie vergessen!", murmelte Edward. Mrs. Diley lächelte ihm zu.
Nach einiger Zeit meldete sich der Pilot zu Wort: „Wir werden Turbulenzen erwarten und fliegen in wenigen Minuten durch ein Gewitter. Machen sie sich keine Sorgen. Fluggästen, denen bei solchen Situationen übel wird, raten wir, sich die Tüte, die vor ihrem Sitz hängt, zu benutzen, falls sie sich übergeben müssen."
Edward wurde unwohl zumute. Er konnte nicht einschätzen, wie sein Körper auf die Turbulenzen reagieren würde. Bei Achterbahnen hatte er kein Problem mit Übelkeit.
Nach wenigen Augenblicken begann das Flugzeug zu wackeln. Edward blickte aus dem Fenster. Der Himmel wurde langsam dunkel und man hörte den Donner grollen. „Bitte bleiben sie angeschnallt und ruhig sitzen", sagte die Stewardess. Plötzlich hörte Edward einen lauten Knall. Der Blitz hatte eingeschlagen
Dann ging alles ganz schnell: Die Lichter im Flugzeug gingen aus. Sirenen ertönten und Edward hörte Leute schreien. Das Flugzeug fing an zu ruckeln und die Passagiere wurden in ihren Sitz gedrückt.
„Wir stürzen ab!", schrie eine Frau, nicht weit entfernt von Edward.
Dann ein Lichtblitz, so hell, dass alles vor Edwards Augen weiß und er bewusstlos wurde.

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⏰ Last updated: Jan 25, 2020 ⏰

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