Raum 413

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An einem ruhigen Samstagabend schaute eine Empfangsdame in das schon alte Anmelderegister des Hotels. Eine Kerze neben dem Register spendete dämmerndes Licht, sodass die Namen auf den Registerseiten schwer zu lesen waren. Leise, im Hintergrund, schlugen Regentropfen aufs Fensterglas. Es war still. Die Stille wurde von der aufgehenden Lobbytür durchbrochen. Rein kam ein Mann mit einem langen Mantel. Er stapfte vorlaut zur Garderobe und zog flink seinen nassen Mantel aus. Die Empfangsdame, die bis gerade noch ins Register schaute, rief mit ernster Stimme: „Würden sie Bitte herkommen und sich Anmelden?" Der besagte Mann drehte sich gewandt um und schaute zur Rezeption. Er erwiderte mit wacher, klarer Stimme: „Ja, sofort." Er hing seinen Mantel auf und bewegte sich Richtung Rezeption. Der Mann holte routiniert sein Portmonee aus seiner Hosentasche und zeigte seinen Personalausweis der Dame und sprach: „Ein Zimmer für eine Nacht." Die Dame nahm mit verdrehten Augen den Personalausweis des Mannes und trug seinen Namen ins Register ein. Sie gab ihm den Zimmerschlüssel. Die Dame stand auf und ging Richtung einer schon älteren Treppe, mit winkender Hand forderte sie den Mann auf ihr zu folgen. Die Dame ging schwerfällig die Treppen hoch, der Mann folgte zugleich. Beim Hochgehen der Treppe bemerkte der Mann im 4. Stock ein Zimmer ohne Nummer. Er Frage die Dame: „Warum hat dieses Zimmer keine Nummer?" Die Dame antwortete mit Luft ringender Stimme: „Das ist das Zimmer 413, dieses Zimmer darf keiner Betreten und es wird auch nicht vermietet." Der Mann schaute an die Nachbars Tür, dort lass er Zimmer 412. Sie gingen weiter bis in den 5. Stock. Der Mann begleitete die Dame in das Zimmer 501 das am Ende des Flures war. Die Dame schloss die Tür auf und ging hinein, der Mann folgte. Das Zimmer war ein sehr kleines Apartment mit einem Bett daneben eine Kommode aus Fichte, obendrauf warf eine ecru Nachttischlampe flackerndes Licht an die Wand. Bevor die Dame ging, erzählte sie dem Mann, dass es doch bald Essen gäbe und er sich dazu gesellen könne. Sie schloss hinter sich die Tür und lies denn Mann alleine. Nach einer Weile zog sich der Mann an und ging aus seinem Apartment. Als er im 4. Stock an der Tür ohne Nummer wieder vorbeiging, wurde er doch neugierig und begab sich zu Tür und schaute durchs Schlüsselloch. Er sah ein kleines Zimmer, das seinem sehr ähnelte, in der Ecke erblickte er eine Frau mit weißen Haaren und weißer Haut, sowie einem schwarzen Kleid. Sie stand dort einfach und regte sich nicht. Nach einer kurzen Weile richtete sich der Mann wieder auf und ging runter zum Essen. Während der ganzen Zeit beim Essen musste er an die Frau im Zimmer 413 denken. Als er dann schließlich mit dem Essen fertig war, begab der Mann sich wieder zu seinem Apartment. Auf dem Weg kam er wieder an dem Zimmer 413 vorbei und da ihm mehr Fragen als Antworten blieben, schaute er erneut durchs Schlüsselloch. Doch diesmal sah er nichts außer einem tiefen Rot entgegen. Er verweilte dort es wurde Still. Nach einer Weile hörte er leises Atmen, als würde die Frau direkt an der Tür stehen. Er erschrak und richtete sich sprunghaft auf, drehte sich um und ging seines Weges. In seinem Apartment angekommen konnte er nicht mehr aufhören an das Zimmer 413 zu denken. Dies hielt ihn noch bis tief in die Nacht wach. Am nächsten Morgen wachte er auf, zog sich an und verließ das Apartment mit verschlafenden Schritten. Als der Mann wieder am Zimmer 413 vorbeikam, ging er direkt daran vorbei runter in die Lobby. In der Lobby angekommen bewegte er sich müde an die Rezeption. Die Empfangsdame schaute zu ihm auf, der Mann legte seinen Schlüssel auf die Rezeption. Die Empfangsdame nahm denn Schlüssel entgegen und hängte ihn in ein Regal. Der Mann erzählte der Empfangsdame, was er in Zimmer 413 gesehen hatte. „Haben sie etwa durch das Schlüsselloch geschaut?", fragte sie mit erhobener Stimme. „Ja", sagte der Mann zurückhaltend. „OK ... nun, vor einigen Jahren mietete ein Paar dieses Zimmer. Allerdings drehte der Mann durch und erschlug seine Frau mit einer unsere Lampen." , erzählte die Empfangsdame. „Was?", erwiderte der Mann mit bleichem Gesicht. „Ja ... Aber das seltsamste war, das beide komplett weiß waren. Ich glaube, sie waren Albinos. Ihre Haut war Schneeweiß, nur ihre Augen nicht. Die waren Rot" , sagte die Dame. Die Haut des Mannes wurde immer bleicher und sein Gesicht war deutlich von Angst gezeichnet. Die Empfangsdame sah ihn an und fragte: „Was haben sie in dem Zimmer gesehen?"

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