Plätzchen backen bei den Tsukishimas

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Tsukishima hasste den Winter. Er hatte ihn schon immer gehasst. Natürlich hatte jede Jahreszeit ihre Tücken, doch abgesehen von der klirrenden Kälte die einem jeden in die Glieder drang, und dem Glatteis auf den Straßen gab es dieses Jahr noch ein ganz anderes "Problem". Als wäre das Desaster im Jahre zuvor nicht schon schlimm genug gewesen, plante Ennoshita, der jetzige Teamkapitän der Karasuno, wieder einmal eine teaminterne Weihnachtsfeier zu der "gefälligst jeder seinen Teil beitragen soll, und wehe es drückt sich jemand!"

Gut, die nicht ganz unterschwellige Drohung am Ende hatte nicht Ennoshita, sondern Trainer Ukai geäußert, doch das machte die Sache nicht weniger anstrengend.

"Unfassbar, dass wir mit diesen Idioten zum Backen verdonnert wurden. Ich wette, die schaffen es nichtmal den Teig zu kneten, geschweige denn den Ofen anzumachen ohne sich dabei umzubringen," wetterte Tsukishima sogleich über seine gleichaltrigen Teamkollegen, die sich auf der Straße ein paar Meter weiter balgten und sich unrunde Schneebälle um die Ohren warfen. Seit Tagen war das ein gewohnter Anblick. Es war nur eine Frage der Zeit bis einer von ihnen den anderen im Auge treffen würde.

Yamaguchi, der wie immer neben seinem Freund hertrottete warf ihm ein schwaches Lächeln zu. "Da wirst du wohl Recht haben, aber hey, wir haben immerhin Yachi. Sie kennt sich doch aus mit Kochen und Backen und sowas. Sie hat sich immerhin um das Rezept gekümmert." Tsukishima hob unbeeindruckt die Augenbrauen. Das klang fast so, als würden sie die ganze Arbeit auf ihre junge Managerin abwälzen, wo sie sich doch alle fünf daran beteiligen sollten. Ein Blick auf Yachi, die mit bemitleidenswerter Gründlichkeit jetzt schon zum gefühlt zwanzigsten Mal den Einkaufszettel in ihren Händen auf Vollständigkeit überprüfte, war Anlass genug sich selbst wie ein fauler Sack vorzukommen.

"Schön. Wenn das alles vorbei ist mach ich drei Kreuze und leg mich ins Bett," seufzte Tsukishima, und vergrub seine halb abgefrorenen Hände in den Taschen seines Mantels, während er sich dafür verfluchte seine Handschuhe an diesem Morgen zu Hause vergessen zu haben. Sobald sie mit dem Einkaufen fertig waren, würden sie sich zu seinem Haus begeben, dessen Innenräume zum Glück ausreichend geheizt waren. Eine Frostbeule war er leider schon immer gewesen. Das war dann wohl ein weiterer Grund den Winter zu hassen.

Dummerweise hatte sich Tsukishima diesmal nicht herausreden können, als sein Zuhause als Austragungsort für ihre heutige Plätzchenbackaktion vorgeschlagen wurde. Hinata fiel von vornherein aus dem Rennen, da er hinter einem Berg am anderen Ende der Präfektur wohnte, Yachis Familie besaß nur eine kleine Wohnung mit noch kleinerer Küche, bei Yamaguchi wurde ausgerechnet zur Weihnachtszeit der Flur renoviert, und Kageyama hatte sich keiner getraut zu fragen. Tsukishima wollte aber auch gar nicht so genau wissen, wie es bei dem König zu Hause aussah. Am Ende wohnte er in einem Messi-Haushalt und hortete Turnschuhe und Volleybälle.

Brr! Scheußlicher Gedanke. Gleich wieder vergessen.

"Das wird schon alles, Tsukki. Wir schaffen das!" Ein nervöses Lachen folgte worauf der Angesprochene mit den Augen rollte. Durchhalteparolen wie im zweiten Weltkrieg. Das konnte kein gutes Ende nehmen. Seit Jahren beschränkten sich seine Vorstellungen von Weihnachten darauf, zusammen mit Yamaguchi auf der Couch zu sitzen, Kakao zu trinken und Filme zu schauen, vielleicht ein paar Geschenke auszutauschen, aber das war es dann auch schon. Unmotiviert schaute er seinen Teamkollegen hinterher, die sich gegenseitig zu einem Wettrennen angestachelt hatten und nun laut schreiend den Berg hinunterfetzten. Mal sehen, wer als erster gegen die Glastür des Supermarktes donnern würde, in dem sie planten die Backzutaten zu kaufen. Bis jetzt lag Hinata in Führung.

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Etwa eine Stunde später war die muntere Truppe voll beladen mit einer absurden Anzahl an Einkaufstüten auf dem Anwesen von Tsukishimas Familie angekommen. Noch bevor Tsukishima seinen Schlüssel aus der Tasche kramen konnte um die Tür aufzuschließen, öffnete sich schon das Fenster im ersten Stock und ein viel zu fröhlich dreinblickender Akiteru steckte seinen Kopf hindurch. Als Abrundung des Bildes hätte nur noch die blinkende Weihnachtsmütze gefehlt. Seit er zwecks seines Studiums nicht mehr zu Hause wohnte, boten die Winterferien zu dieser Jahreszeit die einzige Möglichkeit einmal die ganze Familie an einen Tisch zu bekommen, und das musste man ausnutzen.

Plätzchen backen bei den TsukishimasCerita yang bikin terobses. Temukan sekarang