August 1995 Amsterdam
Die Bässe gingen uns in Mark und Bein. Während meine Freunde sich mit chemischen Hilfsmitteln nach Walhalla beförderten, brauchte ich lediglich ein oder zwei Bier um mich der Partymeute zu stellen. Seraphina hing mir währenddessen, im wahrsten Sinne des Wortes, am Arsch und blockte somit alle meine Versuche eine vernünftige Lady kennenzulernen, sekündlich ab.
Seit ein paar Wochen kommt hier eine große Gruppe deutscher Touristen jedes Wochenende her und lässt reichlich Geld fließen. Eine Frau unter ihnen hat mich so dermaßen fasziniert, dass ich die Bars und Tanzflächen ab Freitag regelrecht mit Adleraugen abscanne, auf der Suche nach ihr. Eine verdammt heiße Frau, die mir schon so manches Mal die Sinne vernebelt hat. Und auch als ich den Ausrutscher mit Seraphina hatte, war nur sie in meinen Gedanken. Wenn ich daran denke, wie meine persönliche Klette mir einen geblasen hat und ich nur Ihre dunklen Augen, sowie das Herzförmige Gesicht dabei im Kopf hatte, wird mir sofort wieder anders. Mein Schwanz meldet sich natürlich sofort zu Wort und drückt gegen meine Jeans.
,,Verdammt Seraphina, jetzt geh doch endlich wen anderes begrapschen. Ich habe da echt keinen Bock drauf. Nur weil wir ein einziges Mal, bei dem ich völlig betrunken war, in der Kiste gelandet sind, heißt das weder, dass es ein Wir gibt, noch dass du mich hier markieren kannst, damit keine anderen Frauen sich auch nur in meine Nähe wagen. Hör auf dich an mich zu klammern und regelrecht an mir zu kleben!"
Entrüstet plustert sie sich vor mir auf und lässt ihre qietschgelben Fingernägel erneut über mein Hinterteil gleiten. ,,Baby, du weißt es und ich weiß es. Wir sind füreinander bestimmt!"
Angewidert schiebe ich die Brünette in ihrem gelben Glitzerfummel von mir.
,,Wenn du mich jetzt hier so stehen lässt wirst du das bitter bereuen, Stijn!" Theatralisch stemmt sie die Hände in die Hüften und blickt mich abwartend an.
,,Hör auf so einen Blödsinn von dir zu geben. Du bist high! Wenn du jemanden brauchst, der dich vögelt gibt es hier reichlich Kandidaten."
Wut schnaubend drehe ich mich um und steuere geradewegs auf das Objekt meiner Begierde zu.
Denn heute habe ich mir fest vorgenommen sie endlich anzusprechen. Es ist ja nun nicht so, dass ich ein Kind von Traurigkeit bin, aber Sie hat einfach etwas an sich, dass mehr als nur eine Nacht unverbindlichen Sex verdient. Auch wenn ich weiß das tausende Kilometer zwischen uns liegen, so will ich es doch versuchen...
Also zuerst gehe ich zur Herrentoilette, direkt zum Waschbecken und inspiziere nochmals mein Outfit. Dunkle Bluejeans, weißes schlichtes Shirt. Mein Gesicht ist völlig rot, so dass ich den Wasserhahn unter dem Spiegel aufdrehe und kaltes Nass in meine Hände laufen zu lassen. Zuerst kühle ich meine Handgelenke, denn ich habe gelesen, dass dies helfen soll den Körper runter zu kühlen. Dann lasse ich Wasser in meine Hände laufen, um es mir mit Schwung ins Gesicht zu manövrieren.
Ich atme noch einige Male ein und aus, bevor ich zum Papierspender greife und mir einige Blätter aus der Plastikbox zupfe.
Das erneute öffnen der Tür lässt mich herumfahren. Was ich da sehe, bringt mich derart laut zum Lachen, das ich dem knutschenden Paar nicht verborgen bleibe. Die gute Seraphina klammert sich gerade an den größten Ficker der Szene und stöhnt derart laut, dass eigentlich jeder Kerl wissen muss, das es nicht echt sein kann.
Erschrocken fahren die beiden auseinander. Sie blickt mich aus ihrem grauen Augen erschrocken an, während er sich ungeniert in den Schritt greift um seine schmierige Latte zu richten.
,,Stijn, Baby! Es ist nicht das...", doch ich will es gar nicht wissen und gehe lauthals lachend einfach wieder raus zur feierwütigen Meute.
Meine Augen sehen sich suchend nach ihr um. Da sehe ich sie, wie sie gerade zu den harten Beats ihre Hüften schwingen lässt. Und auch heute sieht sie einfach nur zum Niederknien aus. Die weiße hüfthöhe Röhrenjeans sitzt so verdammt eng, dass ich ihren Knackarsch ausgiebig betrachten kann. Genießerisch hat sie die Augen geschlossen und lässt ihren Emotionen im Tanz freien Lauf. Das schwarze, bauchfreie Top lässt ebenfalls nicht viel Raum für Phantasie und bringt nun wiederum mein Blut heftig in Wallung.
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Nordmann
Short StoryInmitten von "Alles wird gut" und "Ich habe den Mut", steht ein "Bitte komm zurück" in der Farbe von Blut... *Casper* Sommer 1995 Der junge, attraktive Stijn Andersson liebt das Leben und die Frauen. In seinem jugendlichen Leichtsinn lässt er sich...
