Als ich mich umdrehe fiel mir vor Schock das Glas aus der Hand. Was macht er hier? Ich starre ihn an und weiß nicht was ich sagen soll. Er trägt ein weißes dünnes Hemd, durch das ich erkennen kann, dass auch seine Brust tätowiert ist. Dazu ein Sako, dass ihm an den Schultern viel zu groß ist. Dazu eine schwarze leichte Stoffhose. Er sieht unglaublich gut aus. Besser als ich es je hätte ahnen können. Seine Haare hat er leicht nach oben gegelt. Seine blauen Augen strahlen mit der Sonne um die Wette. Nina stupst mich von der Seite an:" Ich glaube du solltest was sage." Schnell versuche ich meine Gedanken zu sammeln. "Hey. Schön dich zu sehen." Er legt seine Hand in den Nacken und schaut zum Boden. "Dein Vater hatte mich eingeladen, als dank dafür, dass ich dich nach Hause gefahren habe." "Achso." Nina räusperte sich. "Ja ähm weißt du Julia ich hab da noch was in deinem Zimmer vergessen und...ähm... geh das mal eben holen. Bis gleich." Sie war schneller weg als ich schauen konnte. Wie kann sie mich denn jetzt alleine lassen? "Ehm.. soll ich dir was neues zu trinken holen? Ich meine weil dein Glas jetzt kaputt ist und ich wollte mir eh gerade was holen." Ich nicke nur und bekomme einfach kein Wort heraus. Er geht zur Bar und holt mir eine neue Weißweinschorle. SIch selber scheint er Scotch oder ähnliches bestellt zu haben. "Na dann Prost." Wir stoßen an und ich nippe an meinem Glas und er tut es mir gleich. So stehen wir eine Weile da und trinken unsere Gläser leer. Es herrscht ein peinliches Schweigen und eine unangenehme Spannung liegt um uns. Ich war so erleichtert, als mein Vater ans Mikrofon tritt, um seine Rede zu halten. "Sehr geehrte Damen und Herren. Darf ich bitte um ihre Aufmerksamkeit bitten." Alle Gespräche verstummen und die Gäste drehen sich zur Bühne. "Ich freue mich sehr darüber, dass sie alle hier sind. Wie sie wissen ist diese Veranstaltung an eine Ankündigung geknüpft. Da ich weiß, dass sie sich bereits neugierig fragen worum es sich handelt, möchte ich sie nicht weiter auf die Folter spannen. Doch zuerst möchte ich bitte meine bezaubernde Tochter auf die Bühne bitten." Alle drehen sich jetzt zu mir um und klatschen in die Hände. Bitte nicht. Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen. Geschweige denn vor hunderten von Leuten. Leider habe ich keine andere Wahl und stelle mich zu meinem Vater, welcher mir einen leichten Kuss auf die Wange gibt, bevor er weiterspricht. "Meine geliebte Tochter ist mittlerweile schon 21 Jahre alt und hat einen unfassbaren Schulabschluss gemacht. Mir war auch schon immer bewusst, dass sie mal mit in meiner Firma arbeiten wird und hoffentlich auch mal die Leitung übernimmt. Jedoch keine Sorge so schnell gehe ich nicht in den Ruhestand, dafür bin ich noch viel zu jung." Im Saal ist ein leichtes lachen zu hören. "Dennoch möchte ich ungerne ihr Talent und ihre Führungsfähigkeiten versteckt halten. Ich werde unsere Firma nach Australien ausweiten und meine Tochter wird dort die Leitung übernehmen." Die Leute fangen an zu jubeln und zu klatschen, doch ich steh wie angewurzelt da. Ich soll was ? Mein Vater nimmt mich in die Arme. "Überraschung meine Kleine und mach dir keine Sorgen du wirst nicht alleine sein. Christian wird dir in der Firma helfen. Ich habe schon mit ihm gesprochen und er freut sich schon sehr darauf." Was? Christian soll mitkommen? Warum ausgerechnet er? Wieso hat er ihn eingeweiht und ihm die Wahl gestellt, aber mit mir nicht einmal darüber gesprochen und mich vor vollendete Tatsachen gestellt. Er lässt mich los und begibt sich zu seinen Gästen, während ich wie angewurzelt noch immer an meiner Position verharre. Nina kommt auf mich zu:" Lass mich raten, du hattest keine Ahnung davon?" Ich schüttel nur den Kopf. "Das ist doch typisch dein Vater und dann ausgerechnet noch Christian." Wut macht sich in mir breit. "Hey ehm Glückwunsch oder sowas." Lukas steht neben mir und hält mir die Hand hin. Ich ergreife sie und sofort ist meine Wut wie weggeblasen. Als er sie loslässt, kribbelt meine Hand noch immer. "Tut mir leid, wie auch immer du heißt, aber wir brauchen dringend einen Drink." Nina greift meine Hand. "Lukas. Mein Name ist Lukas." Er schaut mir tief in die Augen. Wie können Augen nur so schön sein? "Kommst du?" Ich nicke Nina nur zu und folge ihr dann zur Bar. Dort bestellen wir uns einen Drink nach dem nächsten. "Es ist doch unglaublich von deinem Vater. Wie kann er dich nur an den Arsch der Welt schicken. Das ist doch wahnsinn. Das er dich vorher nicht mal gefragt hat. Das ist ne Frechheit von ihm. Absolute Frechheit." Nina regt sich bestimmt seit 10 min auf, aber ich höre kaum zu. Ich kann nicht anders, als Lukas zu beobachten. Er steht am Rand der Tanzfläche und unterhält sich mit den Zwillingen. Kann man ihm auch nicht verübeln. Die eine sieht besser aus als die andere mit ihren ewig langen blonden Haaren und den grünen Augen. "Julia. Wo bist du denn schon wieder?" Sie verfolgt meinen Blick und weiß sofort was mich bedrückt. "Ganz ehrlich, wenn er sich zu denen hingezogen fühlt, dann solltest du den echt vergessen, dann weiß er nicht was gut ist." Ich nicke nur stumm, kann aber den Blick dennoch nicht von ihm abwenden. Ich muss ihn anstarren, wie so eine bekloppte und dann musste es natürlich passieren. Er dreht sich in meine Richtung und erwischt mich voll dabei wie ich ihn anschaue. Schnell wende ich meinen Blick von ihm ab. Als ich kurz daraufhin wieder zu ihm schmule sehe ich wie er einer der Zwillinge etwas ins Ohr flüstert und anschließend der anderen, woraufhin er mit einer links und einer rechts im Arm davon spaziert in Richtung Garten. Das war ja klar. Das war zu viel an einem Abend. Ich wende mich zum Barkeeper: "Hey Schnuckel", wo kam das denn her? "Gib mir bitte mal einen kurzen und pass auf das mein Glas nie leer wird." er grinst verständnisvoll und stellt mir ein Shotglas vor die Nase, in der sich eine durchsichtige Flüssigkeit befindet. Normalerweise trinke ich keinen harten Alkohol, aber heute muss das sein. Also kippe ich den ersten runter. Es brennt wie sau und schmecken tut es auch nicht. Sofort greife ich zum nächsten und kippe auch diesen hinunter. "Weißt du was, dass ist ne gute Idee." Nina bestellt das selbe beim Barkeeper und bitten ihn um denselben gefallen. Mit jedem Glas lässt sich das Brennen und der Geschmack besser aushalten. Nach 6 oder 7 Gläsern überflutet mich der Alkohol innerlich und ich fühle mich wie der mutigste 'Mensch der Welt. Also beschließe ich, dass ich dringend etwas loswerden muss. Ich greife das Mikrofon vom DJ und brüle viel zu laut ein "Hallo miteinander" hinein. Sofort schauen mich alle an. Doch jetzt ist es mir scheißegal. "Ich würde gerne etwas loswerden wollen." Ich kann kaum ein richtiges Wort rausbringen, aber ehe ich s mir doch anders überlegen kann steht Nina schon neben mir und brüllt "Genau, also hört gut zu." Ich fasse neuen Mut und sage endlich das erste mal in meinem leben das was ich wirklich denke. "Mein lieber Vater ist ein Idiot. Er plant schon immer mein Leben, aber hat mich nie gefragt was ich will. ICh will seine Firma nicht übernehmen. ICh weiß nicht mal was er überhaupt macht. Womöglich bringt er Tiere um oder macht böse Sachen mit kleinen Kindern." Mittlerweile steht er vor mir und schaut mich mit strengem Blick an. "Julia hör auf. Du bist ja total betrunken. Das sieht dir gar nicht ähnlich. Komm ich bring dich ins Bett." "Nein Daddy. Das erste mal in meinem Leben fühle ich mich momentan gut. Ich werde jetzt nicht ins Bett gehen und ich werde auch nicht nach Australien gehen um dort die Führung von deiner blöden Firma zu übernehmen." Mit diesen Worten lass ich das Mikrofon fallen. Ich stürze davon hinaus zur Tür. "Wo willst du hin junge Dame?" Mein Vater ist mir dicht auf den Fersen. "Weiß ich nicht ist mir auch egal. Ich will einfach weg von dir und deinem blöden perfekte Leben gehabe." Ich spüre, dass er definitiv jetzt noch wütender ist als vorher. "Julia bleib sofort stehen. Sonst wird das konsequenzen haben junge Dame!" Doch ich höre nicht auf ihn und flüchte in die Nacht.
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Verbotene Liebe - wenn Lust den Regeln widerspricht
DragosteJulia ist die Tochter eines angesehenen Mannes, der genaue Vorstellen von Ihrer Zukunft hat. Julia hat immer getan was er sagt, außer im Thema Jungs. Da will sie Ihre eigene Entscheidung treffen, denn ihr Vater redet schon von klein auf davon das si...
