Prolog - Heiligabend vor drei Jahren

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Heiligabend vor drei Jahren...


Mia und ihre Mutter Elisabeth hatten mit Lucas einen wundervollen Heiligabend verbracht. Sie hatten sich reich unter dem Tannenbaum beschenkt und gingen anschließend wie jedes Jahr in die Christmette um Mitternacht. Doch das war nicht der einzige Grund, weshalb dieses Weihnachtsfest so besonders war. Als Mia mit Lucas und ihrer Mutter aus dem Gottesdienst kam, kniete er sich vor sie nieder. Ihre Augen weiteten sich geschockt, während ihre Mutter glücklich lächelte...

"Ich bitte dich niemals zu lügen, zu stehlen oder zu betrügen. Aber wenn du stehlen musst, dann stehl' mir meine Sorgen. Und wenn du lügen musst, dann nur um schlimme Ereignisse von mir fern zu halten. Und wenn du betrügen musst, dann betrüge bitte den Tod, denn ich könnte keinen einzigen Tag mehr ohne dich leben. Drum frag ich dich: willst du mich heiraten?"

Lucas zog aus der Tasche seines Sakko ein schwarzes mit Samt bezogenes Kästchen. Mia konnte sich immer noch nicht rühren und starrte ihn einfach nur ungläubig an. Als Lucas das Kästchen mit einem dumpfen leicht quietschenden Geräusch aufklappte, legten sich leichte Schneeflocken auf den lupenreinen Diamanten. Das Licht der Straßenlaternen bündelte sich in dem wunderschönen Stein. Der Ring war schlicht in Weißgold gehalten und hatte neben dem etwas größeren Diamanten viele Kleinere.

"Du bist erst 19, ich weiß. Aber ich verlange nicht, dass wir direkt heiraten. Ich möchte dir nur das Eheversprechen abnehmen. Nur du entscheidest, wann wir es auch bekräftigen lassen.", fügte Lucas hinzu, dem Mias weit aufgerissene Augen scheinbar nicht entgangen waren.

Mia blickte zu ihrer Mutter rüber. Es war ihr schon immer wichtig gewesen, dass ihre Mutter einverstanden mit der Wahl ihrer Männer war. Elisabeth lächelte immer breiter und wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel.


"Es ist gut, Schatz. Lucas hat mich gestern um deine Hand gebeten. Ich sehe einfach, dass ihr gut für einander seid. Deinen Vater habe ich auch mit 19 geheiratet."

Bei dieser Erwähnung schob sich das Bild ihres Vaters vor ihr inneres Auge, wie er sie warm und gütig anlächelt. Auf einmal fiel ihr die Entscheidung ganz leicht.

"Ja", hauchte sie an Lucas gewandt. "Ich will. Auch wenn du deinen Vortrag aus >>Verlobung auf Umwegen<< geklaut hast."

Lucas Blick wurde weich und Mia konnte ihm die Erleichterung ansehen.Er nahm den Verlobungsring aus dem Etui und streiften ihn über ihren Ringfinger, an dem der Diamant noch größer wirkte. Mias Verlobter richtete sich auf und legte zärtlich seine Hände um ihr Gesicht. Lucas küsste sie sanft auf ihre kalten Lippen; direkt breitete sich eine mollige Wärme um ihr Herz aus. Sie beendeten den Kuss und Elisabeth zukünftiger Schwiegersohn zog Mias Mutter mit in die Umarmung. Glückselig gingen sie nach Hause in freudiger Erwartung auf die Zukunft.


Doch es sollte alles anders kommen...

Versprechen der NachtWhere stories live. Discover now