Kapitel 1: Kuss oder Streifschuss

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Zusammenfassung:

Es ist der erste Tag nach den Sommerferien. Ich bin nun im ersten Jahr meiner Ausbildung und das mit gestandenen 23 Jahren. Sagt nichts, ich weiss: Ich bin eine Vorzeigewerk des Bildungswesens.

Andere entscheiden sich mit 16 eine Ausbildung zu beginnen und sind mit dem erstbesten Job zufrieden, Hauptsache das Geld stimmt eben, arbeiten fröhlich ihre 50 Jahre ab und gehen dann, mindestens genauso zufrieden, in ihre wohlverdiente Rente, bis sie nach einem langen Leben friedlich in ihrer Wohnung zwischen alten Klatschzeitschriften und ausgewaschenen Joghurteimern einschlafen.

Aber nicht so ich. Das wäre zu einfach. Einfach scheint mir manchmal unmöglich. Für einen Milennial ist nichts einfach. Wir hinterfragen und überdenken die Dinge. Warum fragt ihr euch? Weil wir die erste Generation sind die es können. Wir sind die ersten die eine wirkliche Wahl haben zu entscheiden wer wir sind. Und da weder wir noch die Generationen vor uns Erfahrungen damit haben, kann das manchmal ganz schön chaotisch enden.

Meine letzte Beziehung, zum Beispiel, war ein absoluter Fehlgriff, der mich auch noch ein Jahr später nicht los ließ. Erst als ich erfuhr das er mit meiner besten Freundin ein Verhältnis angefangen hatte, das ich nach acht Monate und eine Geschlechtskrankheit später entdeckte, hatte mir mein gesunder Menschenverstand auf den Hinterkopf geschlagen und mir die rosarote Brille vom Kopf gerissen.

Aber so ist das nun mal wenn man jung ist. Man liebt, man leidet und man liebt erneut. Nur eben bei jedem Mal etwas anders.

Doch auch ein Jahr später hatte ich so gar keine Lust auf Liebe. Der Verrat sitzte immer noch tief und mein kleines Tätatä mit dem, sagen wir mal bequemen und absolut, von seiner Mama, abhängigen Nerd aus der Nachbarklasse hatte mir nicht mehr zu verstehen gegeben, als dass ich ungeahnter Weise höhere Ansprüche hatte, als mich frustrierten Fortnitejunkies hinzugeben, die mich in ihren dunklen Zimmer voller ungewaschener Wäsche vor ihren Freunden versteckte, damit sie mich ihm nicht ausspannen können und er hatte mich nicht gerade nett behandelt. Ja genau: Selbst der Nerd hatte sich als Idiot herausgestellt und damit war ich an einem neuen Beziehungstiefpunkt und musste mir eingestehen, das es wohl besser wäre, wenn jemand anderes meine Partner auswählen würde. Irgendwer. Nur nicht ich.
Mein Fazit lautete daher: Ob Nerd oder vermeintlicher Traummann: In den Zwanzigern haben alle Männer einen Sprung.

Sie sollen mir alle gestohlen bleiben, die Männer. Ich wollte sie nicht ganz aufgeben. Zu schade war es für die Liebe, die ich zu geben hatte, aber es sollte erstmal einer kommen und mich vom Gegenteil überzeugen, dass nicht alle Männer völlig auf den Kopf gefallen waren.

Dieses Schuljahr würde ich die Männer Männer sein lassen und ich mich um mich selbst kümmern. Soweit der Plan. Ein guter Plan, wie ich fand.

Eine neue Klasse, neue Lehrer, neues Alles eben. Naja, zwar war ich schon die Jahre zuvor auf dieser Schule um meiner Vorqualifikation abschließen zu können um die Ausbildung zur Erzieherin beginnen zu können, aber das einzige was mir bekannt war waren die Klassenzimmer und dazugehöriges Interior.

Mia ist mein Name.
Und heute ist mein erster Schultag. Allerdings statt mit Schultüte und Mama an der Hand stehe ich mit Zigarette und Handy vor dem Schultor. Alleine.

Der erste Schultag ist immer ein Tag des Ungewissen.
Du weisst nicht in was für eine Klasse du kommst, mit was für einer Art von Menschen, ob deine Lehrer kleine Militäroffiziere, oder große Hippies sind, oder ob du überhaupt auch nur eine Freundin haben wirst, wovon du am ersten Tag überzeugt bist, das es nicht so ist, da du mit niemandem sprechen wirst.
Höchstest höflich lächeln wirst du wenn sich zufällig Blicke treffen, wenn ihr im Stuhlkreis ein Namensspiel spielt, das du mindestens zehn mal spielen wirst, weil es zehn verschiedene Lehrer für die Kennenlernstunde vorbereitet haben. Dabei gibt es immer einen Schüler, der sich als führende Persönlichkeit herausheben will und sich eifrig versucht alle Namen zu merken damit er auch alle Mitschüler mit Vornamen ansprechen kann, um einen bleibenden ersten Eindruck zu hinterlassen.

Teaching Desires - Lust Auf Schule|#nightaward2020 |#teachingdesires Stories to obsess over. Discover now