Schuld

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Schuld zu sein ist scheiße. Vollkommen egal was es ist. Die wertvolle Tasse der Mutter die einem runtergefallen ist, die fiese Beleidigung die einem rausgerutscht ist obwohl man sie nicht so meinte, die zwölfjährige Freundin die man aufgrund seiner ausgeprägten Notgeilheit geschwängert hat oder die alte Dame die einem beim allabendlichen illegalen Autorennen ein wenig zu langsam die Straße überquerte. Dies alles sind die kleinen feinen Dinge des Alltags, die Schuldgefühle in einem hervorrufen. Vorausgesetzt man hat ein Herz. Und jegliche anderen lebenswichtigen Organe. Ach ja, und ein Gewissen wäre auch nicht schlecht. Wenn man nun also geschafft hat das Menschlichkeitskomplettpaket-Deluxe von Hermes (oder anderen himmlischen Lieferdiensten) zu bekommen, mit guter Seele und dem ganzen Schnickschnack, kommt man in der potentiellen Tortur namens Leben zu einer äußerst hohen Wahrscheinlichkeit nicht drum rum, das Gefühl der Schuld einmal mit all seinen bitteren Geschmacksfacetten zu kosten.  Außer man stirbt ziemlich schnell nach der Geburt. Allerdings bezweifle ich, dass das hier von sonderlich vielen Säuglingen gelesen wird. Wobei... Disney zufolge sind viele Babies in eine Art Geheimbund verwickelt, bei dem sie aufgrund ihres hohen Entwicklungsgrades auch ein größeres Spektrum an Emotionen wahrnehmen sollten... Aber bei Disney können auch Autos reden, Prinzessinen bewaffnen sich (sexistischerweise) mit Bratpfannen und Schneemänner heißen Olaf. Die ersten beiden Punkte kann ich ja noch durchaus nachvollziehen, aber wer um alles Inderwelt nennt seinen Schneemann bitte Olaf? Also - was wissen die schon.

(Es folgt ein eleganter, flüssiger Übergang zum nächsten Thema)

Avocados. Warum isst man bitte Avocados? Wer sagt denn schon: ,,Boah ey, ich hab´grad´voll Bock auf gar nix! Aber anstatt einfach nichts zu essen, ess´ich jetzt so eine schrumplige Pseudobirne die so schmeckt wie nichts. Heureka, ich bin ein Genie!"

(Es folgt ein weiterer meiner brilliant-flüssigen Übergänge)

Nun denn. (Auch so ein Satz, der nur und ausschließlich als Überleitung pilzpizzeriert. Genial.) Obwohl jeder mal Fäkalien konstruiert, sind doch die Wenigsten imstande die Bürde ihres Fehlers zu tragen. Sie quartieren diese oft und gern in die Fußbekleidung anderer Individuen um, oder versuchen anhand der Vergehen oder Versehen anderer davon abzulenken. Das mag zwar einfacher sein, von wahrer Größe zeugt dies allerdings nicht. Das Einzige, was von Größe zeugt, ist ein korrekt angewendetes Längenmessinstrument. Oder wenn man, um es altmodisch auszudrücken, "seinen Mann steht" (ja Mädels, auch ihr), und die Last seiner Schuld auf sich nimmt, sich entschuldigt, sie wiedergutmacht, es zumindest versucht. Warum dieser Charakterzug der Ehrlichkeit bei so wenigen Persönlichkeiten vertreten ist? Weil es anscheinend in der Natur des Menschen liegt, ein Arschloch zu sein. Man mischt sich in die Angelegenheiten anderer ein, macht andere runter, macht sie schlecht, stellt sich selbst als etwas besseres dar, jammert lieber rum als seine Probleme zu lösen. Für all diese Verhaltensweisen findet man irgendeinen evolutionären Grund, daher fällt es natürlich leicht sich damit rauszureden. De facto bewundern wir aber die Menschen, die sich auf sich selbst, ihr Verhalten und ihr Leben konzentrieren. Daher:
Benutzt den evolutionären Weg gern als Ausrede für das Asozialsein, das ist okay und berechtigt. Nur müsst ihr euch dann eingestehen, nichts Besonderes zu sein, da ihr anscheinend nichts an der menschlichen Persönlichkeit weiterzuentwickeln habt.

Quintessenz:
Entweder ihr seid schuld, oder ein Nichts!

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⏰ Last updated: Jan 29, 2020 ⏰

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