1: I'm sorry!

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Es war ein gewöhnlicher Tag in Liverpool: Das Wetter wolkig und lauwarm, die Straßen lebendig und überall fuhren Autos und Busse herum. Und in einer stillen Ecke, da war ein Friseur. In dem kleinen, bescheidenen Laden arbeitete ich. James Paul McCartney. Naja alle nennen mich Paul, was ich wirklich bevorzuge. Jedenfalls war es schon fast 19 Uhr gewesen, und ich war dabei den Laden zu schließen. Grade als ich das "Open" Schild umdrehen wollte, damit da "Closed" draufstand, stürmte ein großer Mann, mit hellbrauen Haaren und mandelförmigen, braunen Augen, durch die Tür. Er war vielleicht paar Jahre älter als ich.
"E-Entschuldigen Sie. Ich muss eigentlich schließen. Ich kann Sie jetzt nicht-"
"Doch, das können Sie. Ich muss diesen Bart und die Haare loswerden."
Ich war erstarrt. Was fällt diesem Typen eigentlich ein, hier hereinzuplatzen und dann auch noch so unhöflich zu sein?!
"Jetzt stehen Sie da nicht herum! Machen Sie schon!", rief der Typ.
"Verdammt! Haben Sie schonmal etwas von Höflichkeit gehört? Wieso sollte ich Sie jetzt noch drannehmen? Ich hab jetzt Feierabend!" Ich fing auch an, laut zu werden. Der Mann trat näher an mich heran. So nah, dass ich ihn riechen konnte. Er roch nach teurem Parfüm und Zigaretten.
"Hören Sie zu. Ich habe gleich etwas Wichtiges zutun. Wenn Sie mir jetzt nicht sofort den Bart und die Haare schneiden, dann wird es Konsequenzen für Sie geben.", drohte er mir. Er blickte mir direkt in die Augen. Sein Blick durchbohrte mich. Und er hatte es geschafft: Ich bekam Angst. "J-Ja, Sir. Dann nehmen Sie bitte Platz.", brachte ich noch hervor.
Er murmelte irgendwas und setzte sich hin. "Schneide meine Haare einfach wie Elvis. Den Bart komplett abrasieren."
"Ja Sir."
Ich begann zu schnippeln und zu schneiden.
Als ich fertig war, zeigte ich meinem Kunden mit einem Spiegel das Ergebnis. Er nickte zufrieden. Dann begann ich den Bart zu schneiden. Ich glitt mit der Klinge vorsichtig über seine blasse Haut. Ich passte gut auf. Wer weiß was er mit mir machen würde, wenn ich ihm in die Haut schneide. Allein der Gedanke an die Sachen, die er mir antun würde, lies einen Schauer hinter meinen Rücken laufen. Er sah wie ein wichtiger, machtvoller Kerl aus. Mit diesen Gedanken, begann ich nun die Kinnpartie, die noch als letztes übrig war, zu rasieren. Aber mit der letzten, kleinen Bewegung passierte es. Ich rutschte mit der Klinge aus, und schnitt mit dem Silber in seine Haut. Ich hörte ein Zischen von meinem Gegenüber und ich wusste, dass ich es sofort wiedergutmachen musste. Er drehte sich zu mir um, und sah mich mit einem Blick an, den ich nicht so ganz deuten konnte. "E-Es tut mir Leid, S-Sir! Ich bin ausgerutscht! Es war ein Versehen. Ich hole gleich ein wenig Eis und ein Tuch!" Ohne auf eine Antwort zu warten rannte ich los, griff ein Taschentuch und holte ein kleinen Eisbeutel, den wir immer für solche Fälle bereithielten, aus dem Kühler hervor. Ich rannte zu dem Kunden und legte das Tuch und dann den Eisbeutel auf seine blutende Wunde. "Ich entschuldige mich nochmal, der Herr. Bitte seien Sie nicht sauer auf mich. Es tut mir wirklich Leid." Er starrte mir mit einem, irgendwie weichen Gesichtsausdruck in meine Augen.
"Danke für das Tuch", sagte er ruhig. Ich war sehr, sehr überrascht. Er konnte also doch ganz nett sein! "Ich wollte mich auch entschuldigen. Ich hatte einfach schlechte Laune heute. Mein Vermieter hat mich mal wieder auf die Palme gebracht.", fuhr er fort.
"Ä-Ähm ja. Also kein Problem. Ich sehe jeden Tag viele verschiedene Kunden. Ich hatte schon Schlimmeres.", antwortete ich ihm freundlich. "Naja danke, ...ähm... Wie heißen Sie, wenn ich fragen darf?"
Der wollte wirklich wissen wie ich heiße! Ich zögerte kurz. Nur ganz kurz. Dann gab ich ihm die Antwort: "Paul. Paul McCartney. Naja eigenlich James Paul McCartney, aber ich bevorzuge Paul." Er hielt mir die Hand hin und ich schüttelte sie. Seine Hand war groß und er hatte weiche Haut. "John Lennon. Freut mich Sie kennenzulernen." Grade als ich den Mund aufmachen wollte, um ihn zu sagen, dass er mich gerne duzen könne, stand er schnell auf und unterbrach mich. "Ich muss nun wirklich los. Ich habe einen wichtigen Termin. Wir sehen uns Paul." Er legte 60£ auf den Tisch und ging aus der Tür. Was soll das denn heißen, "Wir sehen uns"? Ich schloss die Tür ab, drehte endlich das "Open" Schild um, und sah etwas auf dem Boden liegen. Ein Zettel! Ich hob ihn auf und sah "John Winston Lennon" draufstehen. Darunter eine Telefonnummer! Er hatte mir seine Telefonnummer dagelassen. Irgendwie war ich sehr glücklich. Dieser John hatte eine wirklich charmante Ausstrahlung. Ich steckte den Schein in die Kasse und ging in den hinteren Teil des Ladens, wo eine Tür war, hinter der Treppen zu meiner eigenen Wohnung hinaufführten.
Ich betrat meine Wohnung und mir wurde eines klar: Ich werde John anrufen.

Virgins Taste Sweet // McLennon | GermanStories to obsess over. Discover now