Sie sitzen Tag um Tag am Rahmen,
weben des Deutschen Tücher, Kleider und Bahnen.
Es entsteht aus frischer Baumwolle,
doch zum Essen haben die Weber kaum eine Kartoffelknolle.
Neben ihnen wohnen die Leinenweber,
diese schaufeln unermüdlich neue Gräber.
Mit Schrecken und Angst schaut man nun auf des Baumwollwebers vergangenen Glanz.
Den wo ist die Not, da kommt auch bald der Tod.
Nach einiger Zeit ist es soweit, man trägt ihn zu Grabe,
der Erste, es ist ein blonder Knabe.
Die Angst ist endgültig da,
eine ordentliche Mahlzeit gleicht einer Fatamorgana.
Die Weber aus Peterswaldau beraten sich nun,
sie schreiben eine Beschwerde an die königliche Regierung.
Doch beantwortet der König diese nicht,
kurz darauf folgt das Lied vom Blutgericht.
Das Einzige, was der Weber will,
ist ein wenig Erbarmen und Mitgefühl.
Die Verzweiflung ist groß und Unmut zieht übers Land,
so ziehen am dritten Juni zwanzig zur Villa des Fabrikant.
Dieser wird Zwanziger genannt
und ist für seine Lohndrückerei bekannt.
Vor seinem Hause beginnt man zu singen,
es soll in des Fabrikanten Ohren nur so klingen.
Doch er beachtet es nicht,
schlägt stattdessen den Mäder blutig.
Die singende Menge wird vertrieben,
der geschundene Weber muss die Nacht im Kerker liegen.
Des vierten Juni 1844 Morgen
ist geprägt von Karl Müllers Sorgen.
Er ruft die Weber auf,
"zur Zwanzigervilla zieht hinauf!"
Der Zug von Hunderten fordert die Befreiung des Mäder,
die Forderung nach höheren Löhnen kommt erst später.
Den friedlichen Protest will Müller,
doch Zwanziger ist anderer Meinung, er hat den Knüller.
Ziegelsteine wirft er aus dem Fenster hinab,
einige Menschen entgehen dem Tod nur knapp.
Es kommt wie es kommen muss,
der aufgeheizte Weberzug wagt den Vorstoß.
Sie stürmen in den Geschäftsraum und das Warenlager hinein,
Stoffe und Garne wirft man hinaus und schneidet sie klitzeklein.
Zwanziger plus Familie flieht
und der Dorfpastor kann nicht glauben, was er da sieht.
Mut Schnaps und Geld kann er die Menge beruhigen und ermahn',
die Aufständigen sollen sich von der Wut befreien und dem daraus resultierenden Wahn.
Doch in den Nachbarsdörfern hat man vom Geschehen gehört,
die Wut kocht am Abend erneut über,
mit weiteren Webern wird die Villa zerstört.
Es brauchte auch nicht lange,
bis diese Kunde an des Königs Ohr gelange.
Friedrich Wilhelm IV fürchtet eine Revolution,
da steht im Eulengebirge schon,
die preußische Armee,
und ohne großes Prozederé,
schießt sie die Aufständigen nieder,
am fünften Juni fließt Blut von zwölf Toten zwischen den blühenden Flieder.
Doch die Menge wird auch weiterhin aufleben,
da muss das Militär Fersengeld geben.
Einen Tag bis zum sechsten Juni wird der Aufstand noch dauern,
danach kehrt man nach Hause zurück, um sich wieder an den Webstuhl zu kauern.
Um ehrlich zu sein, die Maschinen ließ man in Ruh,
nur die totale königliche Pressezensur,
ließ wilde Spekulationen im ganzen Land aufgehen
und den Mythos des revolutionären Weberaufstandes entstehen.
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Splitter des Augenblicks
PoetryAls Blut zwischen den blühenden Flieder floss. Das prächtige Gebäude lichterloh brannte. Dies sind einprägsame Augenblicke, welche die Geschichte schrieb. Oder aber das Lächeln von Puckie, welches noch heute die Welt erhellt. Dieses Werk ist eine Sa...
