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Das Hotel

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Tamara lehnte schläfrig an der Fensterscheibe des Busses. Irgendein Lied dudelte durch den Ipod in ihr Ohr, aber sie konnte es nicht genau zuordnen.

Die erstickende Schwüle lähmte ihre Sinne. Heiß und erbarmungslos prallte die Sonne auf ihr Gesicht.

Egal wie oft sie den Vorhang über das Fenster zog, er rutschte immer wieder genau einen Zentimeter zurück.
Der Zentimerter der genau die Sonne bedecken würde.
Die siedende Hitze im Bus gab ihr das Gefühl in eines Fiebertraumes. Die Luft war so dick, so heiß, so schwer. Man könnte sie bestimmt mit einem Messer durchtrennen.
Ihre Stirn tropfte unaufhörlich wie ein kaputter Wasserhahn. Ihr Nacken war nass und ließ ihr T-shirt uanagenem im Nacken kleben. Der Nasensteg ihrer Brille heftete schwitzig auf ihrer Nase.
Mit einem Stück Zeitung, das sie in der kleinen Tasche am Vordersitz gefunden hatte, und welches leider nur mit fremden thailändischen Buchstaben bedrückt war, fecherte sie sich Luft zu. Aber es schien kaum eine Wirkung zu haben. Sie nahm ihren blauen Rucksack auf den Schoß und bog sich ein wenig nach unten, um sich vor der Sonne zu schützen, aber der Rucksack war zu klein. Nichts schien diese erbarmungslose Sonne zu stoppen.
Sie vermisste den kalten Wind aus Deutschland. Den, den sie sonst immer so verfluchte.

Die füllige Thailänderin an der Rezeption kaute müde an ihrem Zigarettenstummel. Im kompletten Gang stank es nach Rauch, der sie wie eine heiße, kratzende Wolke einnebelte. Ihre schwarzen Mandelaugen waren von dunklen Schatten unterlegt. "Room 66 fifth floor,"  sagte sie in schlechtem Englisch durch die neu angezündete Zigarette. Sie schob einen kleinen Schlüssel über die zerkratzte Scheibe der Theke. Tamara nahm ihn mit trägem Lächeln entgegen. Sie schleppte die schweren Koffer zum Aufzug. Ihre Glieder waren ohnmächtig. Schwach und träge von den hohen, tropischen Temperaturen. Sie drückte die Nummer fünf.
Der Aufzug ratterte kurz und bewegte sich dann mit einem quitschenden Geräusch, das ein kaltes Gefühl im in ihrem feuchten Nacken erzeugte, nach oben. Die Klimaanlage surrte unbehaglich.
Als sich die Tür zum fünften Stock öffnete, empfang sie ein muffiger, schwüler Geruch. Teppichboden in Grün-Beige. Sie spürte ihren müden, schwindeligen Kopf der nach Wasser brüllte. Ihre schwitzigen Hände klebten an den Plastikgriffen ihrer Rollenkoffer."Zimmer 66... Zimmer 66... Zimmer 66" sagte sie leise zu ihrem von der schwülen Luft vernebelten Kopf während sie die Zimmernummern abklapperte. "Ah, hier.," sie kramte in ihrer linken Hosentasche, bis sie herausfand dass sich der Schlüssel in ihrer rechten Tasche befand. Vor Erleichterung und voller Hoffnung auf eine Klimaanlage öffnete sie die Tür.

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⏰ Last updated: Sep 30, 2021 ⏰

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