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Kapitel 1

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„Lass mich verdammt noch mal los, habe ich gesagt!", schreie ich ihm ins Gesicht.

Er lacht spöttisch auf.

„Du wirst mir diesmal nicht entkommen, das schwöre ich dir, Keyla!"

Plötzlich presst sich etwas Kaltes gegen meinen Rücken.

Eine Waffe.

Mein Atem stockt. Panik schießt durch meinen Körper und lässt mein Herz gegen meine Rippen hämmern.

„Ins Auto", knurrt er und drückt die Mündung fester in meinen Rücken.

Plötzlich höre ich, wie ein Handy klingelt. Es muss seines sein.

Er reicht mir das Handy und mit zittriger Stimme frage ich, wer da ist.

„Keyla?"

Ich frage mich, wer am anderen Ende des Hörers ist. Ich kenne diese Person doch nicht ... oder?

„Keyla, bitte!"

Wer ist das?
—————————-

Ich reiße die Augen auf und setze mich kurz darauf auf. Panisch sehe ich mich um und bemerke, dass ich in meinem Zimmer bin.

Es war nur ein Traum. Alles ist gut!

Ich bemerke, wie mir eine Träne die Wange hinunterkullert, weshalb ich sie sofort wegwische. Um mich aufzufrischen, tapse ich von meinem Bett Richtung Badezimmer. Es ist 5:43 Uhr. Ich wäre sowieso in siebzehn Minuten aufgestanden, um mich für die Schule vorzubereiten. Ich laufe zurück in mein Zimmer und ziehe die Jalousien hoch. Während ich meine Morgenroutine mache, muss ich immer wieder an diesen komischen Traum denken.

Was hatte das zu bedeuten?

Ein Klopfen an meiner Zimmertür reißt mich aus meinen Gedanken.

„Ja?"

Hinter der Tür kommt Leo hervor.

„Morgen, kommst du runter?"

„Ja, ich komme gleich."

Er nickt.

„Soll ich dich später zur Schule fahren?"

„Ja, das wäre perfekt."

Ich laufe zu meinem Schreibtisch, um meine Schulsachen in meine Tasche zu packen.

Leo ist mein Bruder und zwei Jahre älter als ich. Seit unsere Eltern geschieden sind, wir bei unserer Mutter leben und unser Vater weggezogen ist, kümmert er sich sehr viel um mich.

Ich gehe die Treppen hinunter und steuere auf die Küche zu, als ich meine Mutter flüsternd telefonieren höre. Abrupt bleibe ich stehen und versuche, keinen Mucks von mir zu geben, während ich lausche. Leider kann ich nicht viel verstehen.

Warum flüstert sie? Verheimlicht sie uns etwas?

Langsam setze ich mich wieder in Bewegung und laufe in die Küche, wo meine Mutter aufgewühlt ihre Ellbogen auf der Kücheninsel abgestützt hat und sich durch die Haare fährt. Als sie mich bemerkt, fährt sie zusammen.

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