Prolog

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Lindsey war aufgeregt. Sehr aufgeregt. Endlich würde sie aus diesem dämlichen, kleinen und kalten Dorf raus kommen! In den Bergen war es ihr eh viel zu kalt, nach 16 Jahren ist eine Abwechslung mehr als nötig. Sie hatte schon so viele Geschichten über den großen Wald gehört, der Ort, an den sie reisen würde. Er sei anscheinend wunderschön, aber sehr gefährlich. Vor allem Abends und Nachts...warum auch immer. Der große Wald lag in einem sehr warmen Gebiet und ähnelte einem Dschungel, in der Mitte ein grandiöser und massiver Baum, das Herz des Waldes. Außerdem regnete es sehr oft, meistens Nachts und es befanden sich dort viele exotische Pflanzen und Tiere. Sie wollte schon immer mal ein Kelbi gesehen haben, nach Beschreibungen der Jäger waren sie sehr klein und schnell, aber friedlich. Große Ohren, langgezogene Schnauze und ein dünnes Fell. Am Rücken sollten sich, vor allem bei den Männchen, Platten befinden, die gegen Angreifer schützen. Kelbi Haut war sehr begehrt für Kleidung und für die Handwerker des Dorfes. Leider hatte Lindsey bis jetzt nur welche gegessen und diese schmeckten fabelhaft! Es gab leider sehr selten Kelbi-Fleisch, da ihr Dorf so weit weg von warmen Gebieten war, wo sie lebten. Zum Glück gab es jedoch Jäger die extra dort hin reisten. Sie waren speziell dafür ausgebildet, denn nur sie wussten wie man sich gegen die jeweiligen Gefahren des Ortes schützen konnte.

 Sie waren speziell dafür ausgebildet, denn nur sie wussten wie man sich gegen die jeweiligen Gefahren des Ortes schützen konnte

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[Kelbi= ein friedliches, rehähnliches Tier, lebt im großen Wald und gilt als Delikatesse. Seine Haut ist äußerst wertvoll]

Das Mädchen hatte nie verstanden warum sie in den Bergen lebten und vor allem warum nur die Jäger das Dorf verlassen durften. Nicht mal ihr älterer Bruder Marcus durfte raus...aber er schien es auch nicht zu wollen. Deshalb blieb er im Dorf, denn er musste auch auf Vaters Farm und Geschäft aufpassen. Doch das war Lindsey jetzt egal, sie war bereits auf dem Schiff was Richtung Süden fuhr, in dem sich der Wald befand. Endlich würde sie eine neue Welt sehen! Es war schon lange überfällig.

Nach einer mehrtägigen Reise waren sie da und Lindsey kam nicht mehr aus dem staunen heraus. Es war wunderschön, das Dorf am Rand des großen Waldes. Selbst von hier unten konnte sie die Krone des riesigen Baumes sehen, der sich in der Mitte befand. Es war warm und angenehm, ihre trockene Haut hatte sich nie besser gefühlt. Das kleine Dorf war lauter und aufgewühlter als ihr eigenes in den Bergen, alle eilten irgendwo hin und überall wurden Ressourcen verkauft. Lindsey und ihre Familie wurden in ein etwas abgelegeneres und ruhigeres Plätzchen gebracht. Dort standen bereits ein paar aufgestellte Zelte zum übernachten, denn sie würden hier mindestens 2 Wochen verbringen. Sie aßen zum Mittag und das braunhaarige Mädchen verbrachte den ganzen restlichen Tag in dem Dorf.

Später Abends, bereits im Zelt, hörte Lindsey den Regen auf ihr Zelt prasseln, aber als er aufhörte, hörte sie die ganzen Geräusche des Waldes. Und sie waren mehr als schön, fast schon magisch! Wie verzaubert setzte Lindsey sich auf und lugte aus dem Zelt. Niemand war zu sehen. Es war zwar stockdunkel, da die Fackeln vom Regen erloschen waren, aber sie wusste, dass niemand da war, also stieg das Mädchen aus ihrem Zelt und nahm sich leise eine der Fackeln. Sie fand ein paar Zündsteine und entflammte sie. Erneut sah sie sich um und niemand war zu sehen.
Also, dachte sie sich, würde es auch niemanden interessieren wenn sie einen ganz kleinen Spaziergang durch den Wald machen würde. Lindsey würde nicht tief hinein gehen, nein. Nur ein bisschen am Rand herumlungern...

So begab sich die sechzehnjährige vorbei an den Zelten aus dem Dorf in den großen, dunklen Wald. Leise wie eine Katze schlich sie durch das Unterholz, mit ihrer grell leuchtenden Fackel. Ihr Herz schlug schneller denn je und die Neugier sowie Aufregung stieg. Sie sah um sich, überall grün und mehr grün. Sie entdeckte wunderschöne Blumen und Gräser auf dem Boden sowie auf Bäumen über ihr. Sie hatte Glück, dass es Vollmond war und hier war es besonders Hell, sodass sie sehen konnte wohin sie geht. Bei jedem kleinsten Geräusch zuckte sie zusammen und je tiefer sie ging, desto leiser wurde es. Das machte ihr Angst und sie blieb auf einer Lichtung stehen. Ihr Blick wanderte in den Himmel und sie entdeckte millionen von Sternen, was sie wiederrum begeisterte, trotzdem blieb sie unruhig. Warum war es plötzlich so leise? Warum sind die Vögel und Grillen verstummt? Es machte absolut keinen Sinn. Plötzlich kam kurz ein eiskalter Wind auf und da Lidsey immernoch ihr Nachtkleid anhatte, wurde ihr unheimlich kalt. Ihre Angst stieg mit jedem Atemzug und auf einmal war die Fackel aus. Verdammt.

Langsam wurde das Mädchen panisch und als sie ein leises Knarzen aus den Bäumen über ihr hörte, hielt sie den Atem an. Irgendetwas war hier. In diesem Moment wünschte sie sich ihr Bruder wäre mitgekommen und würde ihr jetzt nur einen doofen Streich spielen, so wie immer. Nur leider war dies nicht der Fall. Sie befand sich alleine im Inneren eines Waldes und war vielleicht doch nicht so alleine wie gedacht. Kleine Tränen bildeten sich in ihren Augen und sie biss sich nervös auf die Lippen. Kaum sie sich versah trafen die Schuldgefühle wie Messer auf ihre Seele ein. Hätte sie sich bloß ferngehalten....wäre ihre Neugier nicht so groß und nervig gewesen...wäre sie bloß Zuhause geblieben, bei Marcus und ihren Freunden...Dann wäre sie jetzt in Sicherheit und nicht hier. Sie wusste noch nicht mal wie sie zurück zum Dorf kommen sollte.

Doch nun war es zu spät. Lindsey hörte erneut ein Knarzen über sich, dieses Mal viel lauter und kurz darauf sogar ein Rascheln. Nur einen Augenblick später entdeckte sie direkt vor sich einen immensen Schatten, welcher lautlos vor ihr auf den Boden sprang. Ihr Herz blieb stehen und sie ließ vor Schreck die Fackel fallen, denn gelbe Augen starrten sie aus der Dunkelheit an und ein Knurren ertönte von ihrem Gegenüber.

Das Mädchen konnte sich nicht mehr bewegen. Egal wie sehr sie es wollte, wie sehr sie sich anstrengte, sie konnte sich nicht vom Fleck rühren. Und der Schatten fing an sie zu umkreisen, sie spürte und hörte eine Nase an ihr schnuppern. Was war bloß dieses etwas? Lindsey hatte nicht gewusst das so etwas existiert. Wegen dem Mondlicht konnte sie einzelne Kanten und Muskeln des Schattens sehen. So wie es aussah hatte er Flügel und sehr lange Ohren und dazu riesige Krallen. Ihre Augen weiteten sich, es war furchteinflößend....dieses Monster. Genau in dem Moment wo sie das Gedacht hatte, spürte sie wie etwas scharfes über ihr Gesicht kratzte und sie fauchend zu Boden drückte. Ihr Körper wurde von dem anderen Gewicht fast zerdrückt und sie bekam kaum Luft. Irgendetwas peitschte laut auf den Boden und dann vernahm sie wieder ein tiefes Grollen direkt über sich. Die gelben Augen starrten sie wieder an und sie tat das einzige was ihr vollkommen sinnvoll erschien: Lidsey kam zu sich und schrie so laut sie konnte.

Monster Hunter - The BeginningHistorias para obsesionarse. Descúbrelo ahora