Das neue Leben

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Sie war eine angehende Königin. Nicht irgendeine Königin, sie war die Königin des Südens. Betonung liegt auf: Sie war. Das war exakt 3 Wochen her. Jetzt saß sie weinend auf einem Schiff auf den Weg in ein unbekanntes Land. Es wird immer kälter, wieso wird es hier verdammt nochmal so kalt? Sie wusste nicht mehr ob es ihre Traurigkeit war, die sie von innen auskühlte, die Traurigkeit ihre Familie verloren zu haben. die Traurigkeit darüber versklavt zu werden, vergewaltigt, geschlagen und gedemütigt. Sie war bereit es alles in Kauf zu nehmen- im Ausgleich für die Sicherheit ihres Volkes. Weil man das nunmal so macht, wenn man Königin ist. Die Sicherheit Ihres Volkes ging vor, ihre Kultur, die Sicherheit Ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester die Sicherheit ihres Bruders der sicher eines Tages ein ebenbürtiger König sein wird und ihre Entführung rächen wird. Selbst wenn Sie sich in ihrer alten Heimat nie heimisch fühlte, selbst wenn sie nie das Gefühl hatte von ihrer Familie geliebt zu werden, war sie bereit sich für sie zu opfern, sie war bereit zu sterben. In ihrem alten Leben gab es kaum etwas was Grund zur Freude vermuten ließ. Sie sollte doch einen alten Sultan heiraten und ihn lieben- selbst wenn sie sich vor ihm ekelte- erwartete man von ihr ihm kinder und bedingungslose Liebe zu geben. Oft hatte er versucht sich ihre Gunst zu erschleichen, teure Geschenke, leichte Berührungen die in ihr furchtbaren Ekel hervorbrachten - wenn sich sein schweißiger Geruch im Raum verbreitete... so war es doch eigentlich egal ob sie die Sklavin ihres eigenen Volkes und diesen Sultan war oder die Sklavin von fremden... oder? Doch das liegt in weiter ferne. Sie war angekettet auf einem Schiff voller Nordmänner. Groß, nordisch, meist blond- ihr unbekannt. Sie wurde aus Ihren Gedanken gerissen als ein großer tätowierter Mann sich vor ihr niederließ. Sie packte die blanke Angst doch er schaute sie nur eindringlich an.

Sie konnte seinen Blick nicht stand halten

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Sie konnte seinen Blick nicht stand halten. Es lag keine Lust darin- nur Interesse. Er reichte ihr ein Horn voll Met und sie nahm es und trank. Es war ein angenehmes Gefühl - sie hatte vergessen wie es ist zu trinken. Das gerade einmal nach ein paar Wochen. Er gestikulierte ihr irgendetwas was anscheinend symbolisieren sollte, dass sie das Horn austrinken soll. Wusste er nicht, dass Sie ihrer Sprache mächtig war? Das war erstmal gut- sie müsse somit also schon mal nicht mit Ihnen sprechen. Es tauchte ein Mann hinter ihm auf, er schaute schon oft lüstern nach ihren breiten Hüften, denn sie sah anders aus als die Frauen die im Norden lebten. Ihre Haut war von der Sonne geküsst, ihre Figur war wie gemalt- breite Hüften, einen leicht gewölbten doch noch schlanken Bauch, ein üppiger Busen und um dem allen noch die Krone aufzusetzen einen großen hintern. In Verbindung mit ihren langen dunklen Haaren und dem schönen Gesicht einfach erotisch. Selbst in ihrer alten Heimat schauten die Männer oft nach ihr, doch ihr Blick war nicht so lüstern wie der des nordmannes mit dem bemalten Gesicht. Wahrscheinlich auch weil sie einem der mächtigsten Männern des Südens versprochen war.
‚Versteht sie uns nicht, Harald?' fragte er den großen  welcher vor ihr saß ‚ich weiß es nicht, es sieht mir jedoch nicht danach aus. Sie hat noch kein einziges Wort gesprochen doch sie wird unsere Sprache schnell lernen müssen, als neue Sklavin. Mach dich langsam zur Ankunft bereit Halfdan, Ivar wird ein Fest für uns ausrichten.' 
Harald und Halfdan... und Sklaverei. Ich eine Adlige... SKLAVIN.... von Ungläubigen. Und Ivar? Der knochenlose? Der furchtlose Sohn Ragnar Lothbrocks der selbst in ihrer Heimat mehr als gefürchtet wurde aufgrund seiner unbesiegbaren Streitmacht und seiner Grausamkeit. Könnte es noch schlimmer werden?
Und so schaute Sie zur Seite. Harald stand auf und der andere, Halfdan ließ sich vor ihr nieder und streckte seine Hand nach ihrem Gesicht aus. Sie konnte es nicht verhindern, sie fing an zu weinen. Wieder flossen heiße Tränen Ihre Wangen herunter. Denn sie wusste dass sie als Unfreie jedem gehörte- jeder der nur Lust hätte, kann sie nehmen. Und sie kann nichts dagegen tun. Ihre Jungfräulichkeit wird ihr geraubt werden, nicht wie früher gedacht von einem Prinzen den sie tatsächlich liebt. —Auch wenn dieser Traum schon vor einiger Zeit starb, als sie zum ersten Mal ihrem zukünftigen Ehemann vorgestellt wurde- Einfach von einem niemanden. Einem Widerling, so einem wie dieser.
‚Meine schöne Fremde... heute Nacht wirst du keinen Grund mehr zu weinen haben... ich werde dich sehr glücklich machen.'
Und so strich er mit seinen rauen und schmutzigen Fingerspitzen über ihre Lippen. Er wischte danach die Träne von ihren wagen und leckte mit seiner Zungenspitze seinen Finger ab und schmatze genüsslich.
‚Halfdan!' rief Harald und gestikulierte ihm beim anlegen zu helfen. Sie erspähte einen kleinen Blick an das Ufer und so langsam sammelten sich dort die Menschen und jubelten- nur ihr wurde flau im Magen. Sie wusste nicht wie sie reagieren sollte und schaute sich in der Gegend um. Es war so weit ihr Leben in Saus und braus war nun endlich vorüber. Und so würde Sie leben, als Sklavin und diesen unzivilisierten Nordmenschen. Entehrt und ohne Hoffnung, ohne Zugehörigkeit und sicherlich rumgereicht wie ein Krug voll Alkohol. Sie schaute das Ufer ab, als sie in einem Karren zwei blaue Augen ihren blick erwiderten. Sein Blick war so intensiv dass es ihr nicht möglich war ihre Augen abzuwenden. Sein Gesicht war Engelsgleich- er scheint in ihrem Alter zu sein, vielleicht etwas älter. Ihr Herz schlug ein paar Takte schneller als sie seinen Blick erwiderte. Ihr Blickkontakt hielt die gesamte Zeit - keiner verzog eine Miene sie starrten sich einfach nur mit Bewunderung an.

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